Eishockey Justin Kelly schießt die Steelers ins Playoff-Finale

Ein glückliches Spielerknäuel: Die Profis der Bietigheim Steelers bestürmen nach der Schlusssirene ihren Torhüter Sinisa „Silo“ Martinovic und feiern den Einzug ins Playoff-Finale. In der Mitte freut sich Goldhelmträger Matt McKnight.
Ein glückliches Spielerknäuel: Die Profis der Bietigheim Steelers bestürmen nach der Schlusssirene ihren Torhüter Sinisa „Silo“ Martinovic und feiern den Einzug ins Playoff-Finale. In der Mitte freut sich Goldhelmträger Matt McKnight. © Foto: Huebner/Roith
Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle 09.04.2018

Trainer Kevin Gaudet hat die Bietigheim Steelers zum sechsten Mal hintereinander ins Playoff- Finale der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) geführt. Das Team aus dem Ellental gewann am Sonntagabend das sechste Halbfinalduell bei den Löwen Frankfurt mit 3:2 und entschied so die Best-of-Seven-Serie mit 4:2 Siegen für sich. Gaudet hat also weiter die Chance, sich mit dem dritten Meistertitel aus Bietigheim zu verabschieden. Zugleich bleibt es auch in der Spielzeit 2017/2018 beim Meisterfluch. Denn noch nie hat der Titelverteidiger in der folgenden Saison die Meisterschaft geholt. Im Finale treffen die Steelers nun auf den Hauptrundensieger SC Riessersee. Spiel eins findet am Freitag (20 Uhr) in Garmisch-Partenkirchen statt, am Sonntag (17 Uhr) folgt die erste Heimpartie in der EgeTrans-Arena.

Auger kehrt ins Team zurück

Justin Kelly avancierte am Sonntag in Frankfurt zum Bietigheimer Matchwinner. Mit seinem Treffer zum 3:2 in der 58. Minute steigerte der kanadische Mittelstürmer seine persönliche Playoff-Bilanz auf 18 Scorerpunkte (6 Tore, 12 Vorlagen) und führt damit die Scorerliste an. Bei den Schwaben feierte Abwehr-Routinier Dominic Auger sein Comeback und entlastete die angespannte Personalsituation zumindest ein bisschen. Die Ausfallliste umfasst mit Rob Brown, Kodi Schwarz, Norman Hauner, Alexander Preibisch und Leon Müller aber immer noch fünf Akteure.

Im ersten Durchgang gaben die Steelers klar den Ton an. Sie waren torgefährlicher und spielten gefälliger als der Titelverteidiger – und zum sechsten Mal in der Serie ging Bietigheim auch in Führung: Tyler McNeely traf bei einem Powerplay (5.). Die Hessen wirkten dagegen in Anbetracht des möglichen Ausscheidens gehemmt und nervös und kamen nur selten zum Abschluss. Als SCB-Angreifer Max Lukes vorzeitig verletzt vom Eis musste – Frankfurts Dominik Tiffels hatte ihn bei einem Konter mit einem harten Check gestoppt – fürchtete Gaudet wohl schon einen weiteren Ausfall, aber Lukes konnte nach einer Behandlungspause später wieder mitstürmen.

Im zweiten Spielabschnitt steigerten sich die Löwen erheblich und bissen zurück. Der schussfreudige Verteidiger Tim Schüle besorgte das 1:1, indem er von links außen einfach mal abzog und Steelers-Goalie Sinisa Martinovic überraschte – der Puck schlug im rechten oberen Torwinkel ein (23.). Kurios war der zweite Treffer der Gäste: Nach einem Rückpass von Frédérik Cabana traf René Schoofs den Innenpfosten. Die Scheibe prallte zurück an den Schoner von Torhüter Hannibal Weitzmann und von dort zum 1:2 ins Netz (28.). Bereits 63 Sekunden später war die ausgeglichene Partie auch beim Spielstand wieder ausgeglichen: Das Geschoss von Patrick Jarrett entschärfte Martinovic noch, aber gegen Pawel Dronias Nachschuss war kein Kraut mehr gewachsen. Das Duell wurde von Minute zu Minute giftiger, und die Schiedsrichter hatten alle Hände voll zu tun, um die Gemüter zu beruhigen und die Emotionen auf dem Eis zu bändigen.

Im Schlussdrittel spielten beide Mannschaften wieder disziplinierter und waren penibel darauf bedacht, Strafzeiten zu vermeiden. Die Löwen gaben, getragen von ihren lauten Anhängern, noch mal Vollgas, und Martinovic hatte tüchtig zu tun. Jede Menge Dusel hatten die Mannen in den weißen Trikots zudem, als der Puck bei einem Schuss von C.J. Stretch erst an den linken und dann an den rechten Innenpfosten prallte – und schließlich raus aus der Gefahrenzone.

Fans singen: „Finale oho!“

Einer der wenigen Entlastungsangriffe brachte in der 58. Minute das glückliche 3:2 für Bietigheim: Marcus Sommerfeld umkurvte den Frankfurter Kasten und bediente mit einem Rückpass Kelly – und der 37-jährige Center erledigte den Rest. Mit letztem Einsatz retteten die Steelers den knappen Vorsprung gegen die mit sechs Feldspielern anrennenden Löwen über die Zeit. Und die mitgereisten Gästefans durften dann endlich guten Gewissens singen: „Finale oho! Finale ohohoho!“

So spielten sie

DEL 2, Halbfinale, Spiel 6
Frankfurt – Bietigheim

2:3

Drittel: 0:1, 2:1, 0:1.
Tore: 0:1 McNeely (5./Überzahl), 1:1 Schüle (23.), 1:2 Schoofs (28.), 2:2 Dronia (29.), 2:3 Kelly (58.).
Strafminuten: 16 (4 Strafen) – 8 (4 Strafen).
Schiedsrichter: Bastian Haupt (Kempten), Jens Steinecke (Brottelrode); Zuschauer: 4528.

SC Riessersee schickt Kaufbeuren in den Urlaub

Im Playoff-Finale der DEL 2 treffen der Erste und der Zweite nach der Hauptrunde aufeinander. Wie die Bietigheim Steelers hat auch der SC Riessersee am Sonntag die Halbfinalserie gegen den ESV Kaufbeuren mit einem Auswärtserfolg vorzeitig für sich entschieden. Das Team aus Garmisch- Partenkirchen gewann das sechste Spiel nach einem 0:1-Rückstand noch mit 3:1. In doppelter Überzahl hatte Joseph Lewis die Kaufbeurer zunächst in Front geschossen (6.). In der 37. Minute gelang Valentin Gschmeißner der 1:1-Ausgleich. Joel Johansson mit einem Powerplay-Treffer (48.) und Andreas Driendl mit einem Empty-Net-Goal (60.) machten den Sieg des SCR perfekt. ae