Basketball Jungprofi lebt seinen Traum

Riesen-Spieler Christian von Fintel hat sich auf seinem Weg zum Basketball-Profi nicht beirren lassen.
Riesen-Spieler Christian von Fintel hat sich auf seinem Weg zum Basketball-Profi nicht beirren lassen. © Foto: Julia Rahn
Ludwigsburg / Von Yannik Schuster 02.11.2018

Christian von Fintel hat sich seinen Traum erfüllt. Der 28-jährige ist Basketball-Profi bei den MHP Riesen Ludwigsburg. Während bei vielen Sportlern allerdings bereits früh klar war, dass genug Talent vorhanden ist, um es bis in den Profisport zu schaffen, musste von Fintel sich dieses Privileg hart erarbeiten.

Das Spannende an seinem Beruf sei vor allem das Kennenlernen neuer Leute und Strukturen. Aber auch das Sportliche habe seinen Reiz: „Die Herausforderung ist wichtig für mich“, so von Fintel. Auch der Druck, der mit dem Beruf des Profisportlers einhergeht, sei für ihn kein Problem. Man wolle sich ja präsentieren, den Fans und dem Gegner zeigen, woran man hart gearbeitet hat.“

Christian von Fintel hat für seinen Traum einige Rückschläge verkraften müssen, aufgegeben hat er dabei jedoch nie. Bis er 15 Jahre alt war, spielte er noch Fußball und entschied sich erst dann für den Basketball. Da es in seinem Wohnort damals aber keinen Basketball-Verein gab, beschloss er, zusammen mit ein paar Freunden selbst einen zu gründen. Er habe jede freie Minute damit verbracht, den Ball in den Korb zu werfen, erzählt von Fintel von seinen Anfängen. Mit 16 wagte er dann den großen Schritt: Er verließ seine Heimat, und damit seine Familie und Freunde, um an das Sportgymnasium nach Jena zu gehen. Ab diesem Moment sei ihm klar gewesen, dass er Profi werden wollte.Doch der Weg dahin war alles andere als leicht: Zunächst fand sich der der 1,90 Meter große Sportler in der Saison 2008/09 in der Zweiten Bundesliga Pro A bei Science City Jena wieder. Im Folgejahr ging es eine Liga runter- in die Pro B nach Rhöndorf.

Dann jedoch bot sich ihm die große Chance: Er wechselte zum Mitteldeutschen BC in die Bundesliga, wo sich der damals 20-jährige aber nie durchsetzen konnte. „Ich musste für mich feststellen, dass ich sportlich noch nicht weit genug war. Ich hatte das Gefühl, hinten runterzufallen und meine Chance vielleicht für immer zu vergeben“, sagt von Fintel. Also ging es für ihn wieder in die Zweite Bundesliga nach Heidelberg und sogar bis in die dritte Liga nach Hanau, wo er zum Leistungsträger avancierte, später sogar Mannschaftskapitän wurde und den Aufstieg in die Pro A feiern konnte. „Ich habe oft Leute aus meinem Umfeld als Vorbilder genommen“, erzählt er von seiner Motivation. „Mein größtes Vorbild ist aber meine Frau.“ Sie hätte er ohne den Basketball nie kennengelernt.

Defensiver Riesen-Stil liegt ihm

Dieses Jahr bot sich ihm erneut die Möglichkeit, Erstliga-Basketball zu spielen – die MHP Riesen verpflichteten den Flügelspieler aus Thüringen. „Die Erste Liga war immer mein Traum. Ich möchte mich dort etablieren“, sagt von Fintel. Dass er nun sogar auf europäischem Niveau spielen kann, habe er allerdings nie geglaubt. „Ich habe lange Zeit versucht, eine Gelegenheit zu finden, in der ich aufblühen kann“. Der defensive und intensive Ludwigsburger Spielstil von Trainer John Patrick liege ihm.

All die Opfer, die er bringen musste, haben sich offensichtlich gelohnt. Christian von Fintel ist angekommen im Profigeschäft, seinen Traum hat er sich damit erfüllt. Warum er sich dabei gerade für Basketball entschieden hat und nicht beim Fußball geblieben ist oder eine andere Sportart gewählt hat, kann von Fintel übrigens nicht beantworten. Das habe er sich selbst schon oft gefragt, Basketball-Profi sei aber definitiv sein absoluter Traumjob, stellt der Ludwigsburger fest.

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