Ludwigsburg. Ehre, wem Ehre gebührt: Vor dem Duell gegen Bonn verabschiedeten die MHP Riesen Ludwigsburg, deren Fans und alte Weggefährten David McCray (32) mit stehenden Ovationen im Mittelkreis der MHP-Arena vom Profi-Basketball. Im BZ-Interview lässt McCray seinen großen Tag Revue passieren.

Bei Ihrer Abschiedsrede hatten Sie Tränen in den Augen. Haben Sie da die Emotionen übermannt?

David McCray: Das alles kam mir surreal vor und konnte ich gar nicht wirklich glauben. Diese Momente waren sehr emotional und schön. Ich fühle mich sehr geehrt.

Selbst die Bonner Fans haben Sie am Samstag gefeiert.

Ich habe in Bonn auch zwei schöne Jahre verbracht und gute Erinnerungen an diese Zeit. Dort bin ich selbst immer wieder gerne zu Besuch. Es ist perfekt, dass mein Abschied mit diesem Spiel zusammenfiel. Das hat der Verein super ausgesucht.

Und das Riesen-Team hat Ihnen auch noch einen Sieg geschenkt. War der das Sahnehäubchen?

Dazu kann ich nur sagen: grandios. Das Team hat gut gespielt, vor allem offensiv. Gerade das vierte Viertel war wirklich stark. Da hat die Mannschaft viele offene Würfe getroffen, noch ein paar Highlights gesetzt und unseren Basketball gespielt – mit viel Geschwindigkeit und Athletik. Das war ein stimmiger Abend.

Jetzt sind Sie Assistenzcoach. Kribbelt es Ihnen manchmal nicht noch in den Fingern?

Nein, bisher noch nicht. Natürlich fiebert man als Trainer mit der Mannschaft mit. Ich bin mit den Jungs ja jeden Tag in der Halle und will ihnen bei den Spielen helfen. Dies geschieht jetzt eben nicht mehr mit den Beinen, Händen oder dem Körper auf dem Spielfeld, sondern auf andere Art und Weise. Da denke ich an das Mentale oder das Taktische. Als Trainer versucht man den Spielern etwas mitzugeben, und die müssen letztlich die Arbeit auf dem Feld machen und das umsetzen. Da ist man draußen fast schon ein Stück weit hilflos.

Hat sich auch das Verhältnis zur Mannschaft verändert?

Ein bisschen vielleicht. Die Jungs sind aber alle super. Sie haben mich toll aufgenommen und machen mir den Job einfach.

Viele alte Weggefährten wie Stefan Fahrad, Radisa Zdravković, Nils Mittmann oder Andrej Mangold sind zu Ihrem Abschied nach Ludwigsburg gekommen. Über welchen Ehrengast haben Sie sich am meisten gefreut?

Da will ich gar keinen Einzelnen nennen. Ich habe mich riesig gefreut, dass die heute alle gekommen sind. Ich habe mit den Jungs viele gute Zeiten erlebt. Stefan Fahrad kenne ich zum Beispiel seit ich elf bin.