Tischtennis Im Achtelfinale ist Endstation

Linkshänderin Annett Kaufmann vom TTC Bietigheim-Bissingen spielte bei der ersten EM-Teilnahme groß auf.
Linkshänderin Annett Kaufmann vom TTC Bietigheim-Bissingen spielte bei der ersten EM-Teilnahme groß auf. © Foto: Marco Steinbrenner
Bietigheim-Bissingen / Marco Steinbrenner 26.07.2018

Von Enttäuschung war bei Annett Kaufmann überhaupt nichts zu erkennen, als das Tischtennis-Talent des TTC Bietigheim-Bissingen am vorletzten Tag der 61. Jugend-Europameisterschaften im rumänischen Cluj-Napoca mit dem Bus zurück ins Mannschaftshotel fuhr. Die zwölfjährige Linkshänderin schaffte gleich bei ihrer ersten EM-Teilnahme den Sprung ins Achtelfinale der Einzel-Konkurrenz und war „einfach nur glücklich“.

Im Vorfeld hatte sich Kaufmann ein großes Ziel gesetzt: bloß nicht in der ersten Runde verlieren und dann in der Trostrunde weiterspielen. „Das wollte ich unbedingt vermeiden.“ Das Vorhaben wurde durch einen 4:2-Auftaktsieg gegen die Französin Lucie Farcy erfolgreich in die Tat umgesetzt. „Danach war ich richtig froh und habe ganz locker weitergespielt.“ Die Taktik ging auf, denn sowohl gegen Alina Vydruchenko (Ukraine/4:0) als auch gegen Emilija Riliskyte (Litauen/4:1) folgten ungefährdete Siege. Gegen Riliskyte hatte Kaufmann bereits zum Abschluss des Team-Wettbewerbs souverän gewonnen. „Trotzdem war ich mir nicht sicher, ob ich sie noch einmal schlagen würde. Aber es lief alles gut.“

Das Aus kam dann jedoch im Achtelfinale gegen die starke Serbin Radmila Tominijak. „Die ersten zwei Sätze sind an mir vorbei geflogen“, analysierte die Drittligaspielerin das 5:11 und 6:11. Anschließend fand Annett Kaufmann besser in die Partie, doch zu mehr als dem Gewinn des dritten Durchgangs (11:6) reichte es am Ende nicht. Zu sicher und erfahren zeigte sich Tominijak in den folgenden Abschnitten, die sie mit 11:3 sowie 11:8 gewann.

Im Doppel-Wettbewerb fehlte Annett Kaufmann und Naomi Pranjkovic (SV DJK Kolbermoor) lediglich ein Sieg zum Erreichen der Vorschlussrunde und damit zum Gewinn einer Medaille. Im Viertelfinale unterlag die Paarung des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) den favorisierten Russinnen Liubov Tentser/Elizabet Abraamian mit 4:11, 4:11, 11:6 und 5:11. „Wir haben nicht so gut gespielt und die Gegnerinnen waren einfach besser“, bilanzierte das TTC-Eigengewächs und erkannte direkt die eigenen Schwachstellen. „Wir müssen noch besser platzieren und am Flipp mit der Vorhand arbeiten.“

Durch souveräne Drei-Satz-Erfolge über Charalampia Tzioni/Andreas Ioannides (Zypern) und Katarzyna Krolikowska/Dawid Kosmal (Polen) erreichten Annett Kaufmann und Vincent Senkbeil (TuS Lachendorf) die dritte Runde der Mixed-Konkurrenz. „Wir hatten vor dem Turnier nicht einmal zusammengespielt. Dafür waren unsere Leistungen super.“ Ein gemeinsames Training im Vorfeld des letzten Vorbereitungslehrgangs in Düsseldorf kam nicht zustande, da Senkbeil erst kurzfristig für Jeromy Löffler (ASV Grünwettersbach) nachnominiert wurde. Gegen die rumänische Paarung Elena Zaharia/Andrej Tomica kam in der dritten Runde das Aus. „Wir haben gut gespielt, deshalb bin ich ein wenig traurig“, sagte Kaufmann nach dem 11:6, 6:11, 3:11, 13:11 sowie 7:11.

Noch drei Jahre Schülerin

Bundestrainerin Lara Broich war mit den Leistungen ihres jüngsten Schützlings in Rumänien sehr zufrieden. „Ich hatte vor dem Turnier schon gesagt, dass Annett für positive Überraschungen gut sein wird. Das hat sich bestätigt.“ Kaufmann habe im mentalen Bereich in den vergangenen Wochen deutliche Fortschritte gemacht. „Sie hat sich besser unter Kontrolle und ärgert sich nicht mehr so häufig während des Spiels.“ Altersbedingt kann Kaufmann noch drei weitere Jahre bei den Schülerinnen aufschlagen. Das nächste Mal theoretisch in Ostrava im Juli 2019. Es fehlt nur noch die Nominierung der Bundestrainerin.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel