Ludwigsburg / Andreas Eberle

Bereits einen Tag vor seinem 17. Geburtstag ist Ariel Hukporti reich beschenkt worden – und hat sich dann auch noch selbst beschenkt: Trainer John Patrick schickte das Toptalent der MHP Riesen Ludwigsburg im Bundesliga-Heimspiel am Donnerstagabend gegen den Ligakrösus und Euroleague-Teilnehmer FC Bayern München für 9:18 Minuten aufs Feld. In dieser Zeit legte der deutsche U18-Nationalspieler togolesischer Abstammung einen Galaauftritt hin: Hukporti holte nicht nur vier Rebounds, sondern versenkte auch seine drei Zweipunktewürfe und kam so auf eine Trefferquote von 100 Prozent. Damit war er trotz der 75:91-Niederlage der große Ludwigsburger Gewinner und in aller Munde. „Ich bin stolz, wie sich Ariel präsentiert hat. Er hat sich sehr gut entwickelt und für weitere Einsätze empfohlen“, sagte Riesen- Coach Patrick über den 2,13 Meter großen Senkrechtstarter.

Bundesliga-Debüt im Januar

Mit 13 ist Hukporti vom USC Freiburg in die Barockstadt gewechselt. Bereits drei Jahre später feierte der Linkshänder Mitte Januar gegen Bayreuth sein Erstliga-Debüt und schnupperte eine Woche später in Vechta noch ein zweites Mal Profiluft. Der Einsatz gegen den Spitzenreiter aus München war nun seine dritte Partie in der höchsten deutschen Spielklasse – und der vorläufige Höhepunkt seiner noch jungen Karriere. „Es hat viel Spaß gemacht, mit den Jungs auf dem Court zu stehen. Ich bin sehr glücklich darüber, BBL zu spielen. So eine Chance bekommen nicht viele Spieler in meinem Alter“, sagte der Power Forward und Center nach dem schwäbisch-bayerischen Duell. Er sei nervös gewesen, gab Hukporti zu und stellte mit Blick auf das Staraufgebot des FCB ehrfürchtig fest: „Einige Bayern-Profis sind Vorbilder für mich. Ich hatte sehr viel Respekt und habe das Spiel als persönliche Herausforderung angesehen.“ Vor allem zu Derrick Williams schaut er auf – „weil er hart trainiert hat, um in die NBA zu kommen, was auch mein Ziel ist“. Sein großes Idol sei aber der Grieche Giannis Antetokounmpo von den Milwaukee Bucks. Längst haben auch NBA-Scouts Hukporti auf dem Radar, genauso wie dessen Teamkollegen Karim Jallow und Quirin Emanga. Zehn Späher aus der besten Profiliga der Welt waren in dieser Saison schon in Ludwigsburg zu Gast.

Normalerweise hätte Hukporti bereits am Freitagmorgen wieder in der achten Klasse der Asperger IB-Realschule Unterricht gehabt. Dass er am letzten Schultag vor den Osterferien freigestellt wurde, hatte allerdings weder mit seinem 17. Geburtstag zu tun, noch mit dem Bundesliga-Duell am Abend zuvor. Der Deutsche Basketball-Bund (DBB) hatte alle U18-Nationalspieler aus Baden-Württemberg für sieben Uhr nach Stuttgart zu einem Medizincheck geladen.

Wie seine Mitstreiter Emanga und Lukas Herzog spielt(e) auch Hukporti in dieser Saison für gleich drei Ludwigsburger Mannschaften: Mit der BSG Basket wurde das talentierte Trio in der 2. Regionalliga Fünfter. In der Nachwuchs-Bundesliga (NBBL) stehen Hukporti und Co. nach ihrem Triumph über Bayreuth im Viertelfinale, wo entweder der FC Bayern oder Jena der Gegner ist. Das dritte Betätigungsfeld ist die Bundesliga. „Egal ob im Nachwuchsbereich oder bei den Erwachsenen – ich spiele überall gern“, sagt Hukporti, der abgesehen vom Spieltempo noch einen weiteren großen Unterschied nennt: „Im Jugendteam spielen meine Freunde. Da kann ich auch mal noch Kind sein.“