Eishockey Herzlicher Empfang für Kelly bei der Rückkehr, aber keine Punkte

Bietigheim-Bissingen / ae 15.09.2018

Justin Kelly, der langjährige Center, Star und Publikumsliebling der Bietigheim Steelers, erhielt bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte einen herzlichen Empfang – mit viel Applaus und Sprechchören. Seine neue Mannschaft kassierte hingegen am ersten Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) die allseits erwartete Niederlage: Mit 4:2 setzte sich der Meister aus dem Ellental gegen den Aufsteiger Deggendorfer SC durch und untermauerte damit gleich seinen Anspruch auf den DEL2-Pokal, den der Klub vor dem ersten Bully der Saison an die Ligenleitung um Geschäftsführer René Rudorisch zurückgeben musste. Die Mission Titelverteidigung hat für die Steelers und ihren neuen Trainer Hugo Boisvert erfolgreich begonnen.

„Wir sind mit viel Energie aus der Kabine gekommen und waren im ersten Drittel besser. Ab dem zweiten Drittel waren wir dann nicht mehr clever und haben versucht, hübsches Eishockey zu spielen“, analysierte der 42-jährige Deutsch-Kanadier nach seinem ersten Pflichtspiel als Chefcoach an der Bande. Am Sonntag (18.30 Uhr) tritt sein Team nun bei den Tigers Bayreuth an. Die Oberfranken haben ihr Auftaktduell bei den Tölzer Löwen am Freitagabend mit 2:5 verloren.

Abgesehen von der Schlussphase legten die in allen Belangen überlegenen Steelers vor den 2529 Zuschauern in der EgeTrans-Arena eine konzentrierte Premiere hin. Nur 195 Sekunden dauerte es bis zum ersten Saisontreffer: Shawn Weller staubte zum 1:0 ab, nachdem Gästegoalie Björn Linda einen Schuss von Tyler McNeely abgewehrt hatte. In Unterzahl – der von Boisvert in der Verteidigung eingesetzte René Schoofs saß gerade eine Strafe ab – fiel in der zwölften Minute das zweite Bietigheimer Tor an diesem Abend: Matt ­­McKnight und der pfeilschnelle Alexander Preibisch fuhren einen Konter, und Letzterer nutzte den Querpass des kanadischen Routiniers zum 2:0. Zudem scheiterte McKnight beim Stand von 0:0 mit einem Penalty, den Max Lukes herausgeholt hatte, an Linda.

Neuzugang Willie Corrin trifft

Zu Beginn des Mitteldrittels hatte Deggendorf bei einem Powerplay eine starke Phase. Doch Sinisa Martinovic zeigte – wie später auch im letzten Durchgang – mit mehreren Paraden, dass auf ihn Verlass ist. Das 3:0 steuerte in der 32. Minute ein Neuzugang bei: Verteidiger Willie Corrin unterstrich seine Offensivqualitäten und schlug nach einem Zuspiel von McKnight zu – das erste Pflichtspiel-Tor des US-Amerikaners, der bei den Steelers seine erste Saison in Europa spielt.

Da die Hauptschiedsrichter Stefan Vogl und Markus Brill in dem weitgehend fairen Duell viele Strafzeiten verhängten, hatten die beiden Mannschaften ausgiebig Gelegenheit, unter Wettkampfbedingungen das Über- und Unterzahlspiel zu üben. Ein Powerplay-Tor gelang den Hausherren dann im fünften Anlauf: Marcus Sommerfeld traf nach Vorarbeit von McNeely und Weller zum 4:0 (53.). Damit hatten die Bietigheimer die Partie wohl bereits abgehakt – mit der Folge, dass die Niederbayern noch ihre ersten beiden DEL2-Tore der Vereinsgeschichte erzielen konnten. Erst vollendete Kyle Gibbons, was die etwa 150 DSC-Fans mit „Jetzt geht’s los“-Rufen quittierten (56.). Dann nutzte Sergeij Janzen eine Schlafmützigkeit der Steelers-Deckung zum 2:4 (59.), was das Ergebnis letztlich knapper machte, als es dem Spielverlauf entsprach.

„Silo hat am Ende überragend gehalten und uns das Spiel gewonnen“, lobte Coach Boisvert seinen Goalie Martinovic, der auch als Bietigheimer Akteur des Abends ausgezeichnet wurde – genauso wie auf der Gegenseite Kelly. Der 37-jährige Stürmer fuhr nach der Partie noch eine Ehrenrunde auf dem Eis, bei der er von beiden Fanlagern mit Sprechchören gefeiert wurde. Trotz der ausgebliebenen Sensation seiner Deggendorfer zum Rundenstart dürfte Kelly der Trip an seine langjährige Wirkungsstätte also durchaus Spaß gemacht haben.

So spielten sie

DEL2, 1. Spieltag
Bietigheim – Deggendorf

4:2

Drittel: 2:0, 1:0, 1:2.
Tore: 1:0 Weller (3.), 2:0 Preibisch (12./Unterzahl), 3:0 Corrin (32.), 4:0 Sommerfeld (53./Überzahl), 4:1 Gibbons (56.), 4:2 Janzen (59.).
Strafminuten: 8 (4 Strafen) – 12 (7 Strafen).
Schiedsrichter: Stefan Vogl (Thanning), Markus Brill (Bad Dürkheim).
Zuschauer: 2529.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel