Da, wo die Bietigheim Steelers am Freitag in Ravensburg aufgehört haben, haben sie am Sonntag gegen den EC Bad Nauheim weitergemacht. Zumindest defensiv. So konnte Torhüter Ilya Sharipov seinen Kasten sauber halten. Und seine Vorderleute halfen ihm nicht nur dabei, sondern erzielten auch noch drei Tore, sodass das Team von Trainer Hugo Boisvert mit einem 3:0-Sieg den am Freitag eroberten vierten Platz verteidigte.

Die Geschichte des Abends lief eigentlich direkt vor dem Eröffnungsbully. Tobias fragte seine angebetete Katja auf dem Eis, ob sie seine Frau werden wolle. Und als sie Ja gesagt hatte, wandte er sich noch an die Fans beider Lager, wünschte ein faires Spiel und einen Sieg zu Null oder mit drei bis vier Toren Unterschied für seine Steelers. Wenn er mit seiner Ehe so viel Glück hat, wie mit diesem Wunsch, dann steht ihm wohl die beste Ehe aller Zeiten ins Haus. Schließlich erfüllten ihm seine grün-weiß gekleideten Eishockeycracks seinen Wunsch gleich doppelt.

Zu Beginn der Partie sah es aber zumindest nicht so aus, als ob überhaupt drei oder vier Tore fallen würden. Beide Teams waren vor allem darauf bedacht, möglichst keine Fehler zu machen. So ist im ersten Drittel eigentlich keine einzige Szene hängen geblieben, die erwähnt werden müsste. Eigentlich war die erste nennenswerte Situation überhaupt das Tor zum 1:0, und das war so unspektakulär, wie das Spiel bis dato. Frederik Cabana brachte die Scheibe von der linken Bande scharf vors Tor und traf damit irgendeinen Schlittschuh, der das Spielgerät unhaltbar ins Netz ablenkte (25.).

Am Spielgeschehen änderte sich zunächst nicht allzu viel. Nur allmählich versuchten die Nauheimer mehr Druck aufzubauen. Und so ein wenig wurden die Gastgeber mit der Führung im Rücken auch nachlässiger. Gleich dreimal – zweimal Dennis Reimer, einmal Goldhelm Dustin Sylvester – tauchten die Gäste aus der mittelhessischen Kurstadt deshalb in den letzten sechs Minuten alleine vor Sharipov auf, doch der Bietigheimer Schlussmann hatte wieder einen erstklassigen Tag erwischt und hielt seinen Kasten sauber.

Mit Beginn des Schlussabschnitts spielten dann auch die Gastgeber wieder etwas mehr mit. Erneut Cabana hatte in der 43. Minute die große Chance zum 2:0, zielte aus dem Slot aber knapp vorbei. Nauheim musste aber mehr für die Offensive tun und bemühte sich auch, aber die Roten Teufel kamen zunächst nur noch einmal halbwegs gefährlich in die heiße Zone vor dem Tor, als Reimer einen Pass haarscharf verpasste (48.). Wie man es besser macht, zeigten Alexander Preibisch und Matt McKnigt wenige Sekunden später. Preibisch spielte in die Gasse, McKnight zog auf und davon und ließ Felix Bick aus der Halbdistanz keine Chance (49.).

In der Schlussphase mussten die Steelers noch zweimal zitter, als Mike Dalhuisen die Scheibe in der 51. Minute gegen das rechte Lattenkreuz zimmerte und als Kapitän Nikolai Goc am linken Pfosten einen Schuss für seinen eigentlich schon geschlagenen Torhüter blocken musste (59.). Wenige Sekunden später befreite sich Bietigheim und Norman Hauner schob den Puck zum 3.0-Endstand ins verlassene Nauheimer Tor (60.).

So spielten sie


DEL2, 37. Spieltag
Bietigheim – Bad Nauheim

3:0

Drittel: 0:0, 1:0, 2:0.
Tore: 1:0 Cabana (25.), 2:0 McKnight (49.), 3:0 Hauner (60./leeres Tor).
Strafminuten: 4 (2 Strafe) – 16 (3 Strafen + 10 Minuten Disziplinarstrafe gegen Andrej Bires) .
Schiedsrichter:
Marc André Naust (Iserlohn), Göran Noeller (Crimmitschau).
Zuschauer: 2495.