Mit einem 28:25-Heimsieg gegen Storhamar Handball Elite haben sich die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim eine gute Ausgangslage für die Gruppenphase des EHF-Pokals verschafft. Ärgerlich daran war nur, dass der Sieg gegen die ohne ihre Top-Kreisläuferin Heidi Løke angetretenen Norwegerinnen durchaus höher ausfallen hätte können.

Im Fußball spricht man gerne einmal etwas verklärt von magischen Europapokal-Nächten. Die sind aber durchaus auch im Handball möglich. Selbst in der kleinen, engen Sporthalle am Viadukt. 971 Zuschauer füllten am Samstagabend die Ränge recht ordentlich und sorgten auch zwischendurch – wenn auch manchmal erst auf Aufforderung des Stadionsprechers hin – für ordentlich Lärm. Unten auf dem Feld trugen die Bietigheimer Handballerinnen gleich vom Start weg ihren Teil zur guten Stimmung bei. Mit aggressiver Defensivarbeit und zielstrebigem Offensivspiel spielten sich die Gastgeberinnen durch Treffer von Laura van der Heijden, zweimal Fie Woller und Angela Malestein eine 4:0-Führung heraus.

Es wäre allerdings zu schön gewesen, um wahr zu sein, wenn es in diesem Rhythmus weiter gegangen wäre. Nach starken sechs Auftaktminuten, nach denen es 5:1 für die Gastgeberinnen stand, fühlte man sich allerdings wohl ein bisschen zu sicher. Schwächere Abschlüsse und Abspiele mischten sich dazwischen. Die Norwegerinnen kamen langsam auf, waren beim 6:5 schon einmal bedrohlich nah dran und beim 7:7 dann endgültig wieder im Spiel. Die Bietigheimerinnen hatten ihre gute Anfangsphase ein wenig weggeworfen. Trainer Martin Albertsen musste eine erste Auszeit nehmen und das Spiel seiner Mannschaft neu ordnen.

Was schief lief in dieser Phase wurde am besten beim norwegischen Treffer zum 11:11 deutlich. Nach einer Abwehr von Dinah Eckerle gingen drei SG-Spielerinnen zum freien Ball, doch der war am Ende in Händen von Ellen Marie Folkvord, die das leere Tor vor sich hatte. Bietigheim biss sich aber ins Spiel zurück und erspielte sich zur Pause beim 15:12 erneut eine drei-Tore-Führung.

Warum SG-Trainer Albertsen großen Respekt vor Rückraumspielerin Betina Riegelhuth hatte, zeigte diese nach trefferloser erster Halbzeit im zweiten Durchgang. Sie traf aus jeder Lage, insgesamt achtmal, war kaum in den Griff zu bekommen. Auf der Gegenseite waren Kapitänin Karolina Kudlacz-Gloc und Fie Woller, die jeweils siebenmal trafen, richtig gut drauf. Woller auch immer wieder eingerückt als zweite Kreisspielerin.

Weil aber Bietigheim große Probleme mit der sehr aggressiven 3-3-Deckung hatte, auf die Storhamars Trainer Arne Senstad im Lauf der zweiten Hälfte umstellte, blieb die Partie spannend. Dank einer starken Eckerle, die einige norwegische Würfe zu Nichte machte, transportierten die Gastgeberinnen aber den drei-Tore-Vorsprung über die zweite Hälfte und gewannen am Ende verdient mit 28:25. Dabei wurde sogar noch rund ein halbes Dutzend bester Gelegenheiten ausgelassen, das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten.