Die Handballer des TSV Bönnigheim kassierten in der Landesliga die zweite Niederlage in Folge. Im Duell zweier Verfolger des bislang verlustpunktfreien Tabellenführers TV Oeffingen setzte sich der TV Flein deutlicher als es das Endergebnis aussagt durch. Nach dem ernüchternden 9:16-Halbzeitstand konnten die Hausherren im Derby ganz zum Schluss noch etwas Ergebniskosmetik zum 26:30-Endstand betreiben.

TSV-Coach Sven Kaiser war enttäuscht über die erste Heimniederlage in dieser Saison, die allerdings gegen einen Aufstiegsfavoriten auch kein Beinbruch war: „Ich verstehe gar nicht, warum wir in der ersten Halbzeit so pomadig agiert haben. Wir haben uns von Flein zu sehr verunsichern lassen. Normal machen wir mehr als ein Dutzend Tore über Außen, diesmal nur eines“, ärgerte er sich. Nach der Pause stellte er bei seinem Team zwar eine deutliche Steigerung fest, doch Flein war über 60 Minuten die bessere Mannschaft.

Was in diesem mit Spannung erwarteten Derby auffiel, war die bessere Qualität im Tor. Da stach Gäste-Keeper Maximilian Brösch seine sich häufig abwechselnden Gegenüber Heiko Nicht und Ferdinand Schelling klar aus. Die Anfangsphase gehörte dann auch den Gästen, die gegen nervöse und überhastet agierende Bönnigheimer schnell auf 4:1 enteilten. Beim 8:8 durch Timo Zundel nach 17 Minuten kam der TSV zum ersten, und wie sich herausstellen sollte, auch zum letzten Mal zum Ausgleich. Nun zog der TV Flein unaufhaltsam davon, nutzte die insgesamt zehn technischen Fehler des Gegners meist gnadenlos aus, um eine deutliche 16:9-Pausenführung herauszuwerfen.

In der Kabine forderte Kaiser von seinem Team mehr Aggressivität in der Abwehr, man solle nicht mehr so ängstlich auftreten. Zwar lief es nach dem Seitenwechsel nun im Angriff um einiges besser, aber die Außen wurden weiterhin kaum ins Spiel einbezogen. Hauptsächlich über den Kreis strahlten die Einheimischen durch Kai Strapko Gefahr aus. Beim Stand von 13:17 keimte etwas Hoffnung bei den Gastgebern auf (35.), doch diese erstickten die Gäste schnell im Keim und zogen auf 20:13 (39.) weg.

Die Bönnigheimer schafften es einfach nicht, in der Abwehr Körperkontakt aufzunehmen, und so hatten die Fleiner mit ihrer abgeklärten Spielweise immer eine Antwort parat. Über 25:17 (47.) und 27:21 (51.) hielten sie bis zum 30:23 einen komfortablen und beruhigenden Vorsprung, ehe der TSV in den verbleibenden fünf Minuten durch Jonas May und zwei Siebenmeter-Tore von Benedikt Qual das Ergebnis auf den Endstand von 26:30 noch etwas verschönerte.

TSV Bönnigheim: Nicht, Schelling; Qual (3/3), Daub, Jonas May (2), Jaron May (4), Schuster, Herter (1), Zundel (1), Dominic Zäh (7/1), Layher, Strapko (8).