Die Aufholjagd der SG BBM Bietigheim in der Zweiten Handball-Bundesliga hat ein jähes Ende gefunden. Das Team um Kapitän Jan Asmuth unterlag dem TSV Bayer Dormagen am Samstagabend auswärts mit 30:33 und kassierte nach drei Siegen in Folge wieder eine Niederlage. Damit versäumte es die Spielgemeinschaft, den Rückstand auf die Aufstiegsplätze weiter zu verkürzen. Mit 14:14 Punkten steht der als Aufstiegsanwärter angetretene Erstliga-Absteiger nur auf dem zehnten Rang. Dafür kletterte der Gegner aus Nordrhein-Westfalen mit dem dritten Erfolg hintereinander auf Rang sechs. „Wir sind noch nicht stabil“, klagte SG-Trainer Hannes Jon Jonsson. Dessen Schützlinge empfangen nun am Freitag (19.30 Uhr) den TuS Ferndorf zum Retro-Heimspiel in der altehrwürdigen Viadukthalle.

Spiel kippt nach Zeitstrafe

Der Knackpunkt war eine Zeitstrafe für Bietigheims Abwehrspezialist Patrick Rentschler in der 51. Minute. Mit 26:23 lag die SG BBM zu diesem Zeitpunkt vorne. In der hitzigen Schlussphase ließ sie sich dann vor den 1042 begeisterten Zuschauern im TSV- Bayer-Sportcenter noch die Butter vom Brot nehmen. Mit zwei Treffern in Überzahl verkürzten André Meuser und Julian Köster auf 25:26, Jakub Sterba gelang im Spiel sechs gegen sechs der Ausgleich (53.), ehe Jonas Link die Schwaben mit dem 26:27 letztmals in Front warf (54.). Es folgte das aus SG-Sicht bittere Ende. „Wir haben in der entscheidenden Phase den Kopf verloren, in Unterzahl sehr undiszipliniert gespielt und das Spiel zu leicht weggegeben“, haderte Coach Jonsson mit seinen Handballern und den völlig verkorksten letzten zehn Minuten.

Zuvor hatten sich beide Mannschaften ein temporeiches und hart umkämpftes Duell geliefert. Mit bis zu fünf Toren lag Dormagen im ersten Durchgang bereits vorne, doch Bietigheim kämpfte sich zurück.

Beim Stand von 14:9 bliesen die Gäste für die letzten sechs Minuten vor der Pause zur Aufholjagd und verkürzten bis zum Seitenwechsel noch auf 15:16. In der 22. Minute hatte Jonas Maier im SG-Tor Routinier Jürgen Müller abgelöst, bekam aber keinen Ball zu fassen und musste nach dem Kurzeinsatz im zweiten Spielabschnitt wieder auf der Bank Platz nehmen. „Die Abwehr- und Torhüterleistung war in der ersten Halbzeit dürftig“, sagte Jonsson.

Nach der Pause riss sein Team das Kommando endgültig an sich. Link warf die SG in der 38. Minute mit dem 20:19 erstmals in Front. Beim Stand von 22:25 (45.) und 23:26 (49.) betrug das Polster sogar drei Treffer. Doch dann kippte die Begegnung abermals. Bietigheim schwächelte nach Rentschlers Hinausstellung ausgerechnet in der heißen Phase. Die Souveränität und das Selbstvertrauen waren plötzlich wie weggezaubert. Dafür war Bayer jetzt hellwach und holte sich, angetrieben vom Publikum, noch den siebten Sieg im elften Vergleich beider Vereine.

Bei den Gästen waren Rückraum-Ass Link mit acht und Rechtsaußen Christian Schäfer mit zwölf Toren die auffälligsten Akteure. Letzterer verwandelte alle seine acht Siebenmeter eiskalt, was für Schäfer allerdings angesichts der sechsten Saisonniederlage nur ein schwacher Trost sein wird.