Diese Weihnachts-Party wurde Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen mächtig verhagelt. Vor 2260 Zuschauern in der gut gefüllten Westpress-Arena unterlag der Tabellenzweite dem jetzt Fünften SG BBM Bietigheim deutlich mit 33:36 (16:17). Es war die erste Hammer Heimniederlage seit mehr als einem Jahr.

Während die Spieler der SG ihr fröhliches Siegertänzchen in fremder Halle genossen, leckten die Gastgeber ihre Wunden. Trikot über den Kopf – nichts sehen, nichts hören. Doch während die Gäste nun in die ersehnte EM- Pause gehen, müssen die Hammer am Montag noch nachsitzen – in der Dortmunder Westfalenhalle gegen den VfL Gummersbach (19 Uhr). „Wir müssen akzeptieren, dass der Gegner besser war als wir“, gestand ASV-Coach Kay Rothenpieler ein. „Wir haben es nicht geschafft, den Zugriff in der Deckung zu bekommen. Vorne hatten wir auch unsere Möglichkeiten, haben aber den einen oder anderen freien Ball liegen gelassen. Und die Siebenmeterquote war desolat.“

Jonsson ist rundum zufrieden

Sein Bietigheimer Kollege Hannes Jon Jonsson war dagegen rundum zufrieden. „Im Angriff haben wir überragend gespielt, immer Lösungen gehabt und sehr wenig dumme Fehler gemacht“, sagte er und freute sich, dass sein Team die Schmach der 18:27-Pleite vom Saisonauftakt getilgt hatte. „Das Spiel gegen Hamm vor vier Monaten war für mich persönlich ein Schock. Wir waren damals sehr selbstbewusst – und sie haben uns von Anfang bis Ende dominiert. Da haben sie unser ganzes Selbstvertrauen mit in den Bus genommen.“

Die Bitte von Jakob Schwabe im Vorfeld der Partie war deutlich. „Handy raus und Licht an“, hatte sich der ASV-Kapitän via Video-Leinwand in der Arena gewünscht: „Bringen wir Gänsehaut-Atmosphäre in die Arena.“ Das Licht in der Halle ging allerdings erst mit Verspätung an. Und auch für die Hammer Spieler sollten die folgenden 60 Minuten wenig erhellend werden. Schnell legte Bietigheim vor – und diesem Rückstand lief der Gastgeber fortan hinterher. Vor allem SG-Spielmacher Michael Kraus bekamen die Hammer nicht in den Griff. Der Weltmeister von 2007 durfte im Angriff schalten und walten, leitete zahlreiche Tore ein und war selbst allein in Halbzeit eins fünf Mal erfolgreich. Mit dem früheren ASVer Tim Dahlhaus hatte er zudem einen dankbaren Anspielpartner: Elf Tore gelangen dem Rückraum-Rechten gegen den Ex-Klub. Dahlhaus war nicht zu halten. Auf der anderen Seite hatten die Hausherren ein Problem mit ihren Siebenmetern: Acht bekamen sie zugesprochen, nur zwei verwandelten sie durch Marten Franke und Vyron Papadopoulos.So war das Beste am ersten Durchgang aus ASV-Sicht noch der Halbzeitstand, den Jan von Boenigk nach einem zwischenzeitlichen 10:14-Rückstand (22.) wenige Sekunden vor der Sirene noch auf 16:17 verkürzte. Auf der anderen Seite musste Bietigheim ab der 24. Minute auf Dominic Claus verzichten, der nach einem Foul gegen von Boenigk die Rote Karte sah (24.).

Den Ausgleich durch Oliver Milde durften die ASV-Fans nach der Pause noch bejubeln. Dann folgten gleich mehrere schwache Abschlüsse und die entscheidende Phase der Begegnung. Denn auf der anderen Seite blieben die Gäste gnadenlos effizient und nutzten die nächsten Minuten, um erneut auf 17:21 wegzuziehen (35.). Nach 45 Minuten war der Vorsprung für Kraus und Co gar auf sechs Treffer angewachsen (23:29). Und auch nach dem letzten Team-Timeout änderte sich im zu statischen Hammer Spiel nichts mehr. Bietigheim machte es vor, spielte die sonst so starke Hammer Abwehr auseinander und steuerte dem sicheren Sieg entgegen, während dem Tabellenzweiten im Angriff immer weniger einfiel. 

Info Die Handball-Abteilung des TSV Korntal veranstaltet am Freitag, 24. Januar, ihr Rixespiel 2020 in der Sporthalle Korntal. Dort treffen ab 20 Uhr die SG BBM Bietigheim und Erstligist TVB 1898 Stuttgart aufeinander.