Mit zwei Siegen will die SG BBM Bietigheim für einen positiven Abschluss der Hinrunde in der Zweiten Handball-Bundesliga sorgen. Zunächst gilt die volle Konzentration der Schwaben dem Gastspiel am Sonntag (17 Uhr) beim HC Elbflorenz in der Ballsport-Arena Dresden. Der Besuch auf dem nahe gelegenen Dresdner Striezelmarkt bleibt den mitreisenden Bietigheimer Fans überlassen.

Das abschließende Heimspiel gegen den TV Hüttenberg soll am Samstag darauf den Platz in der oberen Tabellenhälfte festigen. Soweit der Plan. Doch schon die Aufgabe am Sonntag beim 14. der aktuellen Zweitliga-Tabelle fällt nicht unter die Kategorie „fröhliche Adventsausfahrt“. Die Sachsen haben die Partie gegen den Bundesliga-Absteiger zu einer ganz wichtigen erklärt. Dresden droht sich nach der jüngsten 27:32-Pleite in Hüttenberg mit einer weiteren Niederlage im Tabellenkeller festzuspielen. Abstiegskampf allerdings können die Elbflorenzler. In der zurückliegenden Saison retteten sich die Sachsen mit nur einem Punkt Vorsprung vor der drohenden Drittklassigkeit.

Im Jahr 2006 war das Projekt in Dresden mit dem Spielrecht des HC Sachsen in der Oberliga gestartet. 2017 gelang Elbflorenz der Aufstieg in die Zweite Liga. Zweimal sind die beiden Teams in der Vergangenheit bislang aufeinandergetroffen, in der Saison 2017/18 ging beide Male Bietigheim gegen den Handballclub aus der sächsischen Metropole als Sieger vom Spielfeld.

Elbflorenz ist Hauptnutzer der im selben Jahr eingeweihten Ballsport-Arena Dresden, einer mit einer Kapazität von 2700 Zuschauern bundesligatauglichen Wettkampfstätte. Eine der Besonderheiten des privat finanzierten Projektes ist der Sportboden aus Spezialglas mit integrierten LED-Spielfeldmarkierungen, die je nach Bedarf eingeblendet werden können. Damit die Schwaben auf diesem außergewöhnlichen Parkett nicht ausrutschen, hat SG-Coach Hannes Jon Jonsson sein Team auf einige Besonderheiten des kommenden Gegners eingestellt. Unter dem 37-jährigen Rico Göde, der 2017 als Co-Trainer zu den Dresdnern stieß und im April dieses Jahres schließlich auf den Chefposten wechselte, spielen die Sachsen einen temporeichen Angriffshandball. Dresden sucht, sofern es der Gegner erlaubt, den schnellen Abschluss und spielt gern auch die schnelle Mitte. Die Kehrseite der Medaille sind die 430 Gegentreffer, die Elbflorenz nach 15 Spieltagen hinnehmen musste – der Höchstwert der Liga.

Gefährlicher Gugisch

Bekannte Neuzugänge im Göde-Team sind der vom HC Erlangen gekommene Jonas Thümmler am Kreis und der Litauer Mindaugas Dumcius von Ligakonkurrent EHV Aue im rechten Rückraum. Der flinke Rechtsaußen Nils Gugisch (62 Tore, davon vier per Siebenmeter) ist erfolgreichster Torschütze in der laufenden Runde.

Um Elbflorenz nicht in sein Spiel kommen zu lassen, will Bietigheim eine kompakte und engagierte Abwehr stellen. Trainer Jonsson verlangt von seinen Akteuren, mit einer intelligenten Spielgestaltung technische Fehler zu minimieren und vor allem im eigenen Rückzugsverhalten keine Schwächen zu zeigen. „Wir wollen das in Dresden besser machen als in Dormagen“, sagt der Isländer. Man merkt ihm an, dass die nicht eingeplante 30:33-Niederlage im vergangenen Auswärtsspiel vor zwei Wochen am eben erst erstarkten Selbstbewusstsein des Bundesliga-Absteigers gekratzt hat.

Mit vier Siegen in fremden Hallen spielt der Tabellenneunte zumindest in der Auswärtsbilanz weiterhin ganz oben mit in der Liga. Mit dem anschließenden hart erkämpften 30:29-Heimerfolg gegen den TuS Ferndorf hat die Mannschaft um ihren Top-Torschützen Christian Schäfer (72/37 Tore) schnell wieder eine tolle Moral bewiesen, die es jetzt zu bestätigen gilt.