Die SG BBM Bietigheim konnte in der Zweiten Bundesliga die Ausrutscher des VfL Gummersbach und des ASV Hamm-Westfalen am Freitag nicht ausnutzen und sich etwas von den Mitverfolgern des Spitzenduos HSC 2000 Coburg und Tusem Essen absetzen. Nach neun Siegen in Folge verlor die Mannschaft von Trainer Hannes Jon Jonsson vor 3117 Zuschauern in der Alsterdorfer Sporthalle beim HSV Hamburg mit 28:34 (13:16). „Wir hätten noch Stunden spielen können, und nicht gewonnen. Hamburg hat das Spiel von Anfang bis Ende dominiert und hatte uns im Griff. Wir sind nie in einen Flow gekommen. Wir haben vorne zu viele Fehler gemacht. Es hat gar nichts funktioniert“, kommentierte SG-Coach Jonsson die Partie. Er richtete den Blick aber schon zur Heimpartie am Samstag (19.30 Uhr) gegen die DJK Rimpar Wölfe, und sagte: „Wir werden das Hamburg-Spiel analysieren und dann wieder auf die Beine kommen. So eine Niederlage kann einen auch stärker machen. Wir haben ja zwölf der letzten 14 Spiele gewonnen.“

Maier glänzt mit zwölf Paraden

Einen großen Anteil am Hamburger Erfolg hatte neben den überragenden Feldspielern Thies Bergmann und Leif Tissier, die zusammen 13 Treffer erzielten, auch Torhüter Jonas Maier, der zwölf Würfe seiner ehemaligen Mitspieler parierte. Maier war erst vor wenigen Wochen im Tausch mit Aron Rafn Edvardsson zum HSV gewechselt.

28 Treffer auswärts sind an sich eine vorzeigbare Quote, trotz einiger Fehlwürfe und vier Pfostentreffer der Bietigheimer in der ersten Halbzeit. Die 34 Gegentore waren aber entschieden zu viel, um etwas Zählbares mitzunehmen. Das lag vor allem an Tissier und Bergemann, Tissier hatte sieben erfolgreiche Abschlüsse bei sieben Versuchen, er setzte klug seine Nebenleute in Szene, eroberte zahlreiche Bälle und holte den einen oder anderen Siebenmeter raus. Fünf Strafwürfe verwandelte Niklas Weller, einen setzten Jonas Gertges ins Bietigheimer Netz. Der HSV kompensierte geschickt den frühen Ausfall des angeschlagenen Spielmachers Jonas Forstbauer durch eine andere Aufgabenverteilung.

Kraus erzielt fünf Tore

Die Bietigheimer Abwehr bekam die gesamte Spielzeit über kaum Zugriff auf Bergemann und Tissier, auch Edvardsson musste an alter Wirkungsstätte den einen oder anderen Ball passieren lassen, den er an einem richtig guten Tag vielleicht gehalten hätte. Mit fünf Treffern aus dem Spiel heraus war Michael Kraus, auch ein ehemaliger Hamburger im Trikot der SG BBM, bester Bietigheimer Werfer. Eine noch bessere Ausbeute wies Christian Schäfer mit sieben Treffern auf, darunter waren vier verwandelte Siebenmeter.

Die Gäste lagen anfangs zurück, holten dann aber auf, glichen zum 6:6 aus und gingen beim 8:7 erstmals in Führung. Auch beim 11:10 lagen sie noch mit einem Tor vorne. Dann allerdings erwischten die Hamburger einen Lauf und setzten sich bis zur Halbzeitpause auf 16:13 ab. Zu Beginn der zweiten Hälfte entfachten Tissier, Bergemann und Co. einen Angriffswirbel und bauten ihre Führung auf 20:13 aus. Da hatten die Bietigheimer in der Defensive wenig entgegenzusetzen und vorne scheiterten sie dreimal in Folge an ihrem ehemaligen Kollegen Maier im HSV-Kasten. Nach Gegentreffer Nummer 22 machte im Tor der SG BBM Edvardsson Platz für Jürgen Müller, aber auch der konnte der Treffsicherheit der Hamburger wenig entgegen setzen. Die Gastgeber hielten den Vorsprung bei sechs, sieben Toren und feierten am Ende den verdienten Erfolg.