Mit einer durchweg bärenstarken Leistung gewann der Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim vor 2164 Zuschauern in Würzburg gegen den bisherigen Tabellenzweiten DJK Rimpar Wölfe mit 26:23 (11:9) und feierte seinen dritten Auswärtssieg dieser Saison. Basis für den Erfolg der spielfreudigen und abschlussstarken Bietigheimer war eine starke Abwehr vor dem überragend haltenden Torhüter Jonas Maier. Jeweils sechs Treffer gelangen Dominik Claus und Martin Marcec, der dreimal per Siebenmeter erfolgreich war.

Mit der Vorstellung vom Freitagabend wurde der Bundesliga-Absteiger den Ambitionen nach einer sofortigen Rückkehr in die Erstklassigkeit gerecht. Jetzt müsste es auch noch in den Heimspielen klappen. Da stehen in der Bilanz zwei Niederlagen und zwei Unentschieden. Die nächste Gelegenheit, den ersten Heimsieg zu holen, besteht am Samstag (18.30 Uhr) beim Handball-Doppelspieltag in der EgeTrans-Arena gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke. Um 15.15 Uhr treffen die Bietigheimer Frauen in der Champions League auf Brest.

Die Partie bei der DJK Rimpar hatte eine kuriose Anfangsphase mit fünf Siebenmeter. Christian Schäfer und Michael Kraus scheiterten mit ihren Strafwürfen an Rimpars Schlussmann Max Brustmann, auf der Gegenseite wehrte SG-Keeper Maier einen Siebenmeter von Dirk Schömig ab. Der Rimparer traf allerdings im Nachwurf zum 1:0 nach vier Minuten. Die ersten beiden Tore der Bietigheimer markierte Martin Marcec jeweils per Strafwurf, das erste in der sechsten Minute zum 1:1, das zweite zum 2:3.

In der zunächst torarmen Partie hatte Schäfer seine Mannschaft nach 15 Minuten beim 4:3 erstmals in Führung gebracht. Dann setzte sich die SG BBM auf 7:4 ab und lag bei Halbzeit mit 11:9 vorne. Vetle Rönningen, Patrick Rentschler, Claus und Jan Asmuth hatten eine kompakte Abwehr gestellt, gegen die die Wölfe ihre Angriffe häufig bis an die Grenze zum Zeitspiel ausreizen mussten, weil sie kaum eine Lücke fanden. „Wir waren anfangs gut drin im Spiel, dann hat uns ein Faden gefehlt“, sprach Rimpars Patrick Schmidt die Probleme seines Teams im Spielaufbau und bei den Abschlusssituationen an. Wegen des aufgrund einiger Ausfälle begrenzten Kaders hatte DJK-Trainer Ceven Klatt wenige Wechseloptionen.

Gutes Rückzugsverhalten

Auch in der zweiten Halbzeit zogen die Bietigheimer ihren Stil durch, standen weiterhin sicher in der Abwehr, ließen durch gutes Rückzugsverhalten nur einen Tempogegenstoß der Unterfranken zu und kamen scheinbar spielerisch leicht zu einigen Toren. Verlassen konnten sie sich weiterhin auf Torhüter Maier, der einen weiteren Siebenmeter von Schömig parierte und auch sonst mehrfach glänzend Würfe von Schömig, Schmidt und Steffen Kaufmann abwehrte.

Im Feld bot Claus erneut eine starke Leistung, er war spielfreudig, flink auf den Beinen und durchbrach immer wieder die Abwehr der Gastgeber. Neben Claus machten auch Jonas Link und Kraus den Unterschied im Rückraum aus. Kraus kam bei eigenem Angriff aus Spielfeld, war immer noch leicht angeschlagen und deshalb noch nicht in Bestform. Aber der Routinier deutete mehrfach seine Klasse an, etwa bei Anspielen an den Kreis auf Rentschler, oder bei seinem Treffer zum 22:15. Da lag die SG BBM erstmals mit sieben Toren vorne. Stetig hatten sie ihre Halbzeitführung ausgebaut. Die wäre beinahe geschmolzen, aber Rimpar traf beim ersten Angriff nach Wiederanpfiff nur den Pfosten des Bietigheimer Tores. Stattdessen markierte Asmuth im Gegenzug  das 12:9. Der SG-Kapitän war auch für den ersten Fünf-Tore-Vorsprung beim 17:12 verantwortlich (41.).

Die Wölfe aus dem kleinen Ort Rimpar vor den Toren Würzburgs sorgten aber gegen den spielerisch überlegenen Gegner mit ihrem  bekannten Kampfgeist für etwas Spannung in der Schlussphase. Sie kamen von 19:24 auf 23:25 heran. Weil die Bietigheimer zwei Angriffe nicht erfolgreich zu Ende brachten, musste Schlussmann Maier den Zwei-Tore-Vorsprung sichern, ehe Tim Dahlhaus per Tempogegenstoß  den  verdienten Sieg perfekt machte.