Gleich zwei Negativserien wollen die Handballer der SG BBM Bietigheim am Samstag (18.30 Uhr) beenden: Am neunten Spieltag der Zweiten Bundesliga soll endlich der erste Heimsieg her und damit erstmals ein Erfolgserlebnis gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke. Das gab es  in sechs direkten Begegnungen bislang noch nicht.

In der EgeTrans Arena treffen zwei ehemalige Bundesligisten aufeinander, die in der aktuellen Saison noch ihren eigenen Erwartungen hinterherlaufen. Bietigheim belegt Platz neun, der Gast aus dem Lübbecker Stadtteil Nettelstedt rangiert knapp dahinter auf Platz elf. „Der aktuelle Tabellenstand sagt momentan gar nichts über die Stärke der Mannschaften aus“, stellt SG BBM-Trainer Hannes Jon Jonsson indes mit Blick auf eine sehr ausgeglichene Liga klar. Jeder Spieltag wartet mit vermeintlichen Überraschungen, die Teams in der vorderen Hälfte trennen nur ein, zwei Punkte.

Die Ostwestfalen konnten nach ihrem Abstieg aus der Bundesliga bereits in der vergangenen Saison hautnah Erfahrung damit sammeln, dass das Unterhaus für die Absteiger mehr als nur eine lästige Durchgangsstation auf dem Weg zurück in die Beletage des deutschen Handballs bereithält. Für Nettelstedt-Lübbecke endete die Saison auf Platz sieben. Der TuS will sich in dieser Runde weiter nach oben orientieren und zählt mit seiner individuellen Qualität im Kader zum erweiterten Kreis der Aufstiegsanwärter. Dazu hat sich der Verein auf der Trainerposition neu aufgestellt und mit Emir Kurtagic einen erfahrenen Mann an die Seitenlinie geholt. Zu den wichtigen Neuzugängen gehören Dominik Ebner (vom TBV Lemgo) auf der rechten Seite und Spielgestalter Roman Becvar.

Wurfstarker Gegner

Rechtzeitig vor dem Gastspiel in der EgeTrans Arena hat der TuS seine drei Spiele andauernde Negativserie mit einem 25:20-Erfolg gegen den TV Hüttenberg beendet. Coach Kurtagic kann aktuell auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Das gilt auch für den Polen Patryk Walczak, der aus disziplinarischen Gründen gegen Hüttenberg nicht zur Aufstellung zählte. Die SG BBM muss insbesondere auf den wurfgewaltigen Rückraum, angeführt vom früheren Junioren-Nationalspieler Valentin Spohn (38 Saisontore), ein Auge werfen. „Lübbecke hat eine richtig gute Rückraumreihe mit starken Außenspielern“, beurteilt Jonsson den kommenden Gegner. „Das ist vielleicht die wurfstärkste Mannschaft in der Liga“, sagt der Isländer. Die zweitwenigsten Gegentore  sind ein deutlicher Hinweis auf die Defensivqualitäten der Gäste.

Dass sich die Bietigheimer Handballer aber auch in einem defensiv geprägten Spiel behaupten können, das haben sie gerade eben mit dem 26:23-Erfolg bei den Rimpar Wölfen eindrücklich unter Beweis gestellt. „Jedes Spiel beginnt auf Augenhöhe“, sagt Jonsson. „Dann liegt es an uns, was wir daraus machen“. Die zuletzt mit viel körperlichem Einsatz geführte Defensive und das Zusammenspiel Abwehr-Torwart sollen da eine wichtige Rolle spielen. „Für uns geht es wieder darum, dass die Abwehr steht wie in den letzten zwei Spielen“, betont der SG-Coach, „dann können wir am Samstag mitreden.“ Der kleine „Heimfluch“, der den Bundesliga-Absteiger sein Saisonbeginn verfolgt, ist für ihn übrigens überhaupt kein Thema. „Für diejenigen Mannschaften, die bis zum Saisonende oben mitspielen wollen, ist in dieser verrückten Liga aber jeder Punkt wichtig und Gold wert“, betont Jonsson.

Hinter dem Einsatz des erkrankten Nikola Vlahovic, der gegen Rimpar Spielzeit erhalten hat und tags darauf für den Drittligisten HC Oppenweiler/Backnang beim 30:35 neun Treffer gegen den VfL Pfullingen erzielte, steht ein Fragezeichen. Ex-Weltmeister Michael „Mimi“ Kraus scheint dagegen nach seiner Oberschenkelverletzung auf einem guten Weg. Er interpretierte seine Rolle gegen Rimpar, in der er noch nicht bei einhundert Prozent sein kann, an der Seite von Jonas Link und Dominik Claus an der Schaltstelle im Rückraum glänzend.

Programm für Groß und Klein


Im Foyer der EgeTrans-Arena wird am Samstag nach dem Champions-League-Spiel der Frauen und vor dem Zweitliga-Duell der Männer für große und kleine Besucher einiges geboten sein. Für die Kleinen gibt es im Kjnderland Mitmachangebote, für die Erwachsenen steht ein Promotionstand  eines Spieltags-Sponsors und das Glücksrad des TSV-Sport-Quadrats zur Unterhaltung bereit. Zudem gibt es weitere kleine Aktionen mit den beiden Maskottchen Lotte und Viaduck. bz