Die SG BBM Bietigheim legte bei der Rückkehr in die Zweite Bundesliga einen klassischen Fehlstart hin und bekam vom ASV Hamm-Westfalen eine bittere Lehrstunde erteilt. Mit 18:27 (9:15) verloren die Bietigheimer, die sich die umgehende Rückkehr in die Bundesliga vorgenommen haben. SG-Sportdirektor Jochen Zürn bemängelte fehlende Emotion und Leidenschaft. „Das hatten wir uns anders vorgestellt. Hamm ist aktuell die beste Mannschaft, da kann man schon mit zwei, drei oder vier Toren verlieren. Aber es haben ein paar simple Dinge gefehlt, die dazugehören. Damit hätten wir ein deutlich besseres Ergebnis erreicht.“

Bei den Gastgebern fand kaum ein Spieler zu einer Normalform, einzig Kapitän Jan Asmuth und Jonas Link stemmten sich mit Aggressivität in der Abwehr gegen das drohende Debakel. Das hatte sich nach einer unterirdisch schwachen ersten Halbzeit der Bietigheimer schon angedeutet, als die Gäste mit 15:9 vorne lagen. Auch in der zweiten Hälfte änderte sich wenig an den Kräfteverhältnissen auf dem Parkett der EgeTrans-Arena. Die Westfalen bauten ihren Vorsprung immer weiter aus und lagen beim 23:14 schon mit neun Toren in Führung. Diesen Abstand hielten sie mit ihrer kompromisslosen Spielweise bis zum Schluss bei.

Allein das Torhüterduell ging mit klarem Vorsprung an den ASV Hamm-Westfalen. Felix Storbeck hatte einen Glanztag erwischt und wehrte 17 Würfe der Bietigheimer ab. Darunter waren auch zwei Siebenmeter von Christian Schäfer. Mit zwei verwandelten Strafwürfen und drei Feldtoren war Schäfer dennoch bester Werfer bei der SG BBM. Auf drei Treffer brachte es Asmuth, zweimal war Patrick Rentschler erfolgreich.

Kaum Tore aus dem Rückraum

Die Torquote der Rückraumspieler war erschreckend: Tim Dahlhaus, Michael Kraus, Max Öhler und Jonas Link brachten es jeweiils auf nur einen Treffer, wobei Kraus gar nur per Strafwurf traf. Bei den Gastgebern bekamen die beiden Torleute Jürgen Müller und Jonas Maier, die sich zwischen den Pfosten abwechselten, kaum einmal die Hand an den Ball. Und sie hatten auch Pech, denn mehrfach prallte der Ball von der Latte oder vom Körper noch über die Linie.

Die Gäste konnten die Ausfälle der verletzten Stammkräfte Oliver Milde und den für Tempogegenstöße prädestinierten Vyron Papadopoulos bestens kompensieren. Der ASV stellte mit dem bulligen Jan Brosch, Markus Fuchs und Uwe Huesmann einen stabilen Innenblock. Mit dem Wechselspiel zwischen Fuchs und Neuzugang Merten Krings kamen die Bietigheimer überhaupt nicht klar. Krings kam bei Ballbesitz seiner Mannschaft aufs Feld, organisierte die Angriffe und erzielte sieben Tore. Diese Quote erreichte auch Huesmann, allerdings waren darunter fünf sicher verwandelte Siebenmeter.

Die Bietigheimer ließen die erwartungsfrohen Zuschauer lange stehen, die immer erst nach dem ersten Treffer Platz nehmen. Erst in der siebten Minute gelang Schäfer mit dem 1:4 das erste Saisontor für die SG BBM. Der Rechtsaußen legte dann per Siebenmeter das 2:4 nach und verkürzte auch noch auf 3:4. Die Hammer hatten in einer wilden Anfangsphase, in der Bietigheim dreimal an Keeper Storbeck gescheitert war und sich im Angriff zwei technische Fehler geleistet hatte, vier Tore vorgelegt. Nach dem kurzen Zwischenspurt und Schäfers Dreierpack schienen die Gastgeber drin in der Partie. Der junge Max Öhler, vom TVB Stuttgart gekommen, sorgte kurz für Tempo und Ideen und überwand Storbeck mit einem tollen Treffer zum 4:5-Anschluss. Auch Öhlers Anspiel auf Asmuth und dessen 5:6 nährten die Hoffnung auf Besserung. Doch die gute Phase währte nicht lange.

Die Gäste behielten die Ruhe, spielten ihre Angriffe überlegter aus, standen kompakt in der Abwehr und konnten sich auf ihren Schlussmann als großen Rückhalt verlassen. Aber auch sie legten eine längere Torpause ein, zogen dann aber bis zur Halbzeit auf 15:9 davon. In der zweiten Hälfte geriet ihr Sieg letztlich nicht mehr in Gefahr, weil die Bietigheimer den Knopf nicht fanden, um in jenen Modus zu kommen, den sie vom Papier und den Namen her drauf haben. Sportdirektor Zürn ist zuversichtlich, dass bald Besserung eintritt: „Unser Trainer kriegt das bis Freitag für das Spiel in Konstanz hin. Aber dort müssen wir leidenschaftlicher und mit Emotionen auftreten.“

Motto: Gemeinsam Hauptsponsor


Die Firma Olymp ist nach dem Bundesligaabstieg als Hauptsponsor bei den Männern der SG BBM Bietigheim nach nur einem Jahr wieder ausgestiegen und konzentriert ihr Engagement auf die Frauen der SG BBM, die in der Vorsaison die deutsche Meisterschaft geholt haben.Da die Männer der SG BBM keinen Sponsor in vergleichbarer Größenordnung gefunden haben, lautet das Motto jetzt: „Gemeinsam Hauptsponsor“. Dabei soll bei jedem Heimspiel eine andere Firma als Hauptsponsor in Erscheinung treten. Wie Geschäftsführer Bastian Spahlinger mitteilte, sind bereits alle Heimspiele der Vorrunde und einige Rückrundenpartien vergeben. bz