Der Champions-League-­Auftakt ist für Handballerinnen der SG BBM Bietigheim in die Hose gegangen. Der amtierende Deutsche Meister unterlag am Freitagabend beim SCM Ramnicu Valcea am Ende deutlich mit 27:34.

Die SG BBM startete schon alles andere als glücklich in die Partie. Maura Visser vergab den ersten Wurf und damit den Vorteil der Führung. Wenigstens blieben die Bietigheimerinnen bis zum 2:3 dran, doch dann vergab auch Fie Woller, und die Rumäninnen zogen nicht nur auf 4:2 davon, sondern legten per Siebenmeter noch einen dritten Treffer dazwischen.

Dieser Vorsprung hatte allerdings nur knapp zwei Minuten Bestand, dann fand Bietigheim durch zwei Tore von Maren Aardahl zurück in die Partie. Allerdings brachte sich die SG BBM durch eine ganze Reihe an Fehlversuchen in der 18. Minute wieder mit drei Treffern (9:12) in Rückstand. Nun sah sich Coach Martin Albertsen zu seiner ersten Auszeit genötigt. Und die fruchtete tatsächlich. Fünf Minuten später führte sein Team beim Stand von 13:14 erstmals.

Nun nahm Florentin Pera, Trainer der Gastgeber, seine erste Auszeit. Die war allerdings längst nicht so effektiv wie auf der anderen Seite. Allerdings fing sich Ramnicu Valcea wieder und drehte die Partie in der 29. Minute erneut. Nach einem zu hoch angesetzten Wurf von Karolina Kudlacz-Gloc wurde daraus sogar eine Zwei-Tore-Führung zur Pause (20:18). Die Polin hatte im Übrigen kurz davor eine Schrecksekunde zu überstehen, war weggerutscht und dabei umgeknickt.

Die zweite Hälfte begann eigentlich optimal für Bietigheim, denn Iryna Glibko scheiterte zunächst an Dinah Eckerle. Doch dann fand das Albertsen-Team keinen Weg durch die rumänische Abwehr und leistete sich bei angezeigtem Zeitspiel einen Fehlpass. Weitere technische Fehler im Spielaufbau folgten, sodass Ramnicu Valcea auf vier Tore enteilen konnte. Albertsen nahm eine Auszeit und mahnte konsequentere Abwehrarbeit an, um diese in Tempogegenstöße umzumünzen.

Die Umsetzung ließ allerdings zu wünschen übrig. Die Rumäninnen packten sogar noch einen fünften Treffer drauf, und zwischen der 35. und 39. Minute blieb die SG BBM fast vier Minuten ohne Torerfolg. In dieser Phase konnten sich die Gäste bei Eckerle bedanken, dass es nicht deutlicher als 21:27 wurde.

Die Partie verflachte nun allerdings zusehends. Fehlwürfe und technische Fehler häuften sich auf beiden Seiten. Immerhin kam Bietigheim noch einmal auf 26:29 heran. Doch ein Timeout der Rumäninnen brachte die SG BBM dann scheinbar komplett aus dem Tritt. Denn in den letzten zehn Minuten traf das Albertsen-Team genau noch einmal ins gegnerische Gehäuse. Antje Lauenroth sorgte drei Minuten vor dem Ende mit dem 27:31 für ein letztes Fünkchen Hoffnung. Doch im Bemühen, schnell zu spielen, wurden die Bietigheimerinnen vor allem hektisch und öffneten  Ramnicu Valcea so Tür und Tor für einen deutlichen 34:27-Auftaktsieg.

SG-Sportdirektor Gerit Winnen war ob der Deutlichkeit der Niederlage etwas ernüchtert. Im gleichen Maß lobte er aber auch den Gegner. „Ramnicu Valcea hat das Tempo über 60 Minuten sehr hoch gehalten, hat eine kompakte, knackige Abwehr gestellt und jeden unserer Fehler gnadenlos ausgenutzt“, berichtete Winnen. Dazu schwärmte er von der nahezu ausverkauften Halle. „Die Zuschauer standen komplett hinter ihrem Team, haben richtig Druck gemacht, sind dabei aber nie unfair geworden. In so einem Hexenkessel muss man erst einmal bestehen“, erzählt Winnen.

Ärgerlich finden sowohl der Trainer als auch der Sportdirektor, dass das Ergebnis am Ende so deutlich wurde. „Es war auch bei den Gastgebern Thema, dass jedes Tor zählt, falls es auf den direkten Vergleich ankommt. Da sind sieben Tore natürlich eine Hypothek“, so Winnen. Grundsätzlich ist er aber bis auf die Endphasen der beiden Spielhälften gar nicht so unzufrieden. „Das ist Champions League. Das ist ein ganz anderes Niveau als in der deutschen Liga. Jetzt müssen wir uns eben gegen Buducnost die Punkte holen. Ich denke, zu Hause haben wir immer eine gute Chance, die beiden Punkte zu behalten“, erklärt der SG-Sportdirektor.