Weitgehend mit der zweiten Garde holte die SG BBM Bietigheim in ihrem vierten Spiel in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) ihren vierten Sieg.  Gegen den 1. FSV Mainz 05, den das Team von Trainer Martin Albertsen erst vor einer Woche mit 35:20 aus dem Pokal geworfen hatte, stand am Ende ein deutlicher aber glanzloser 38:26-­Erfolg.

SG-Coach Albertsen wies nach dem Spiel extra darauf hin, dass er seine besten Spielerinnen mit Blick auf das Champions-­League-Duell am Sonntag (17 Uhr, MHP-Arena Ludwigsburg) gegen Buducnost Podgorica, so gut es ging geschont hat. So stand Maura Visser eigentlich nur zu Beginn auf der Platte. Auch Kapitänin Kim Naidzinavicius saß immer wieder draußen, kam oft nur für Siebenmeter aufs Feld, die sie übrigens alle sechs traumhaft sicher verwandelte. Auf den Außenbahnen bekamen Kim Braun und Amelie Berger viel Spielzeit. Fie Woller hatte dagegen nur einen einzigen Wurf, den sie nicht zum möglichen 2:2 verwertete.

Sehr viel lief bei der SG BBM über den Rückraum oder über Gegenstöße. Insgesamt sieben Schnellangriffe standen am Ende deren zwei bei den Gästen gegenüber. Allerdings waren nicht alle erfolgreich. Karolina Kudlacz-Gloc ließ sich dagegen im linken Rückraum kaum stoppen. Obwohl auch immer wieder Daphne Gautschi auf ihrer Position zum Einsatz kam, erzielte die Polin insgesamt acht Treffer. Ihr Pendant auf der rechten Seite, Laura van der Heijden, zeigte sich auch in Torlaune und steuerte weitere sieben erfolgreiche Abschlüsse bei.

Offensiv gab es für Albertsen also kaum etwas zu meckern. Denn auch die Talente trafen. Selbst Leonie Patorra erzielte ihren ersten Saisontreffer. Defensiv passte es dagegen nicht ganz so gut, obwohl der SG-Coach da etwas weniger auf den Nachwuchs setzte. Nur gut fünf Minuten in der ersten Hälfte, als die Gastgeberinnen von 2:4 auf 9:4 davonzogen, und direkt nach dem Seitenwechsel, als es von 18:11 auf 23:13 weg ging, stellte die Bietigheimer Abwehr die Mainzerinnen vor nahezu unlösbare Aufgaben. Die restliche Zeit war die Partie ziemlich ausgeglichen.

Kempa-Tricks für die Galerie

Besonders die Rückraumschützinnen Alicia Soffel (7 Treffer) und Elisa Burkholder (9) bekam die Spielgemeinschaft nur schwer in den Griff. Immer wieder setzten sie sich im direkten Duell durch. Dazu kam Denise Großheim, die von Linksaußen in der zweiten Hälfte vom 13:21 bis zum 19:28 fünf Tore erzielte. Das war für Albertsen zu viel des Guten. Er nahm direkt nach dem 19. Gegentreffer seine zweite Auszeit. Diese fruchtete insofern, dass Großheim kein Tor mehr gelang.

Insgesamt war der Bietigheimer Sieg aber nie in Gefahr. Auch nicht, als Mainz am Anfang mit 4:2 in Führung ging. Dennoch war auch Bietigheims beste Werferin Kudlacz-Gloc nicht so richtig glücklich mit dem Spiel. „Natürlich bin ich mit den beiden Punkten zufrieden. Wir müssen aber noch besser spielen und wir können auch besser spielen“, sagte sie.  „In der Abwehr müssen wir uns noch verbessern. Das ist im Frauenhandball alles“, sagte die polnische Nationalspielerin weiter. Immerhin dachten die Bietigheimerinnen aber auch ein wenig an die Zuschauer und erzielten zwei wunderschöne Tore per Kempa-Trick – Naidzinavicius’ einziger Treffer aus dem Feld zum 21:12 und das 25:15 durch Kudlacz-Gloc. Jan Simecek