Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle  Uhr

Wenn es ein Gesetz der Serie geben würde, kann der Meister der DEL-2-Saison 2016/2017 eigentlich nur Bietigheim Steelers heißen. Denn immer, wenn der Verein aus dem Ellental in einem ungeraden Jahr im Playoff-Finale gestanden hat, holte er am Ende auch den Titel. Das war 2009 bei der ersten Zweitliga-Meisterschaft so und in den Jahren 2013 und 2015 nicht anders. „Wenn das jetzt wieder passiert, werde ich künftig zu einer Wahrsagerin gehen und mir die Zukunft aus der Hand lesen lassen“, sagt SCB-Trainer Kevin Gaudet vor dem Showdown gegen die Löwen Frankfurt, der an diesem Samstag (18 Uhr) mit einem Steelers-Heimspiel beginnt.

Der 53-jährige Kanadier hat das Bietigheimer Eishockey-Ensem­ble in der laufenden Spielzeit zum fünften Mal in Folge ins Finale geführt. Zweimal durfte er mit seinen Profis jubeln. Gelingt nun sein dritter Streich? „Es ist ein unglaublicher Erfolg, so oft hintereinander im Finale zu stehen“, sagt Gaudet und berichtet von einer hochmotivierten Mannschaft: „Ich glaube, dass die Jungs etwas Besonderes erreichen wollen.“

In der Best-of-seven-Serie schiebt Gaudet allerdings dem Gegner aus Hessen die Favoritenrolle zu und verweist auf die Ausfälle von Frédérik Cabana und Justin Kelly. Cabana hat sich im vierten Halbfinalduell gegen Kaufbeuren einen Kreuzbandriss zugezogen, wie die medizinischen Untersuchungen inzwischen ergeben haben. Der 30 Jahre alte Stürmer fällt Gaudet zufolge vier bis sechs Monate aus. Und Kelly ist ebenfalls lädiert. Über die Art seiner Blessur will sich der Coach nicht öffentlich äußern. Fest steht aber, dass der kanadische Center nur im Notfall aufs Eis gehen wird – dann, wenn einer der vier anderen Kontin­gentspieler Matt McKnight, Marcel Rodman, Shawn Weller oder David Wrigley sich verletzen sollte. „Mit Cabana und einem Kelly in der Form aus der Vorsaison hätte ich gesagt, dass es keinen Favoriten gibt und die Chancen 50:50 stehen. So aber sehe ich die Löwen im Vorteil, zumal sie uns in der Hauptrunde dreimal geschlagen haben“, meint Gaudet, der Frankfurt als sehr aggressives und laufstarkes Team beschreibt, das mit seinem Forechecking jedem Gegner das Eishockey-Leben zur Hölle machen kann. Speziell vor den Topstürmern Matthew Pistilli und C.J. Stretch hat er großen Respekt. Sie an die Leine zu nehmen, dürfte für die Bietigheimer Verteidigung die wohl größte Herausforderung sein.

Beide Mannschaften haben im Halbfinale ihre Widersacher aus Kaufbeuren und Kassel jeweils mit einem „Sweep“, sprich vier Siegen in vier Duellen, ausgeschaltet, was ihnen sieben spielfreie Tage bescherte. „Da ist es nicht einfach, gleich wieder in den Rhythmus zu kommen“, gibt Gaudet zu bedenken.

Die Frankfurter haben die vergangenen 15 DEL-2-Partien alle für sich entschieden. Am 48. Hauptrundenspieltag fertigte die Mannschaft um Topscorer Pistilli dabei auch den Klassenprimus aus dem Ellental in dessen EgeTrans-Arena mit 6:1 ab. Obendrein gewannen die Löwen zwei weitere Kräftemessen mit 4:1 und 3:2 nach Verlängerung Nur einmal, am 20. Januar, triumphierten die Steelers auswärts mit 5:4.

Löwen-Trainer liebt Krawatten

Der Gästetrainer ist ein Landsmann von Gaudet: Der in Ontario geborene Paul Gardner steht bei dem Klub aus der Main-Metropole seit dieser Saison an der Bande und hat die Löwen gemeinsam mit Sportdirektor Rich Chernomaz auf Anhieb zu einem Spitzenteam gemacht. Legendär ist das Faible des ehemaligen NHL-Stars für extravagante und bunte Krawatten. „Paul Gardner ist erfahren und verfügt über ein großes Fachwissen. Zudem ist er ein angenehmer, geradliniger Mensch, der viel Spaß in die Kabine bringt, aber auch weiß, wann es mal ernste Töne braucht“, sagt Frankfurts Kapitän Patrick Jarrett über seinen Coach, der bereits seit 1986 als Trainer tätig. Gardner selbst bestritt in der höchsten nordamerikanischen Profiliga 463 Spiele für die Colorado Rockies, die Toronto Maple Leafs, die Pittsburgh Penguins, die Washington Capitals und die Buffalo Sabres. Dabei verbuchte der frühere Center 410 Scorerpunkte – 203 Tore und 207 Assists.

Info Das erste Finalspiel an diesem Samstag ist bereits ausverkauft. „Eventuell gibt es an der Tageskasse noch Restkarten“, sagt Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch. Für die Heimpartie an Mittwoch stehen dagegen noch ausreichend Tickets zur Verfügung.

Die Spieltermine fürs Playoff-Finale

Spiel 1, Samstag, 15. April, 18 Uhr:
Bietigheim Steelers – Löwen Frankfurt
Spiel 2, Montag, 17. April, 16 Uhr:
Löwen Frankfurt – Bietigheim Steelers
Spiel 3, Mittwoch, 19. April,
20 Uhr:

Bietigheim Steelers – Löwen Frankfurt
Spiel 4, Freitag, 21. April,
19.30 Uhr:

Löwen Frankfurt – Bietigheim Steelers
Spiel 5, Sonntag, 23. April,
17 Uhr (falls nötig):

Bietigheim Steelers – Löwen Frankfurt
Spiel 6, Dienstag, 25. April,
19.30 Uhr (falls nötig):

Löwen Frankfurt – Bietigheim Steelers
Spiel 7, Freitag, 28. April,
20 Uhr (falls nötig):

Bietigheim Steelers – Löwen Frankfurt

Spi

4200 Abendkasse.

„Wir rechnen Nur noch xx Karten ddddd.