Jetzt oder nie. Do or die. Friss oder stirb. Für das Champions-League-Duell der SG BBM Bietigheim gegen Ramnicu Valcea am Sonntag (18 Uhr) in der MHP-Arena in Ludwigsburg gibt es viele passende Schlagworte. Klar ist: Das Team von Trainer Martin Albertsen muss den rumänischen Meister schlagen, will es überhaupt noch eine Chance aufs Weiterkommen in die Hauptrunde haben. Da das Hinspiel mit sieben Treffern Unterschied verloren wurde, sollte am besten ein Sieg mit acht Toren Differenz her, um den direkten Vergleich für sich zu entscheiden. Denn dass die bislang punktlosen Bietigheimerinnen am letzten Spieltag bei Buducnost Podgorica mindestens einen Punkt holen, scheint nach den bisherigen Ergebnissen eher utopisch.

Hoffnung machte der letzte Auftritt am Mittwochabend beim Spitzenspiel der Handball-Bundesliga gegen Vizemeister Thüringer HC, bei dem die Spielgemeinschaft vor allem dank einer starken Abwehrleistung mit einer überragenden Dinah Eckerle dahinter im Tor mit 28:25 gewonnen hat. „Die Deckung war bislang unsere Achillesferse“, gibt auch Albertsen zu. 135 Gegentore in vier Partien sprechen da doch eine recht eindeutige Sprache. „Unser Ziel ist es, eine stabile Abwehr zu stellen und daraus immer wieder Tempogegenstöße zu generieren“, so der SG-Coach weiter.

Auch Eckerle war von der Leistung gegen den THC angetan. „So wollen wir eigentlich immer spielen. Wenn wir diese Leistung am Sonntag wieder abrufen können, haben wir auch eine gute Chance auf den Sieg“, meint die Torhüterin. Ein wenig auseinander gehen dagegen die Meinungen zwischen Torfrau und Trainer, was das große Handicap von sieben Toren betrifft. Albertsen glaubt, dass sein Team das schon im Rückspiel gegen Ramnicu Valcea wettmachen kann. Eckerle will dagegen nicht zu viel Druck aufbauen, setzt erst einmal nur auf Sieg und darauf, dass die SG BBM anschließend den eventuell noch nötigen Punkt in Podgorica holen kann. Wobei Albertsen das auch nicht ausschließen würde: „Wir werden versuchen, bei Buducnost zu punkten. Wir werden dort auf jeden Fall auf Sieg spielen.“

Froh ist der SG-Coach, dass sein Team nicht schon wieder reisen muss. „Unsere Gruppe ist sowieso schon sehr schwer. In Brest waren aber auch noch die Reisestrapazen ein Faktor. Am Wochenende unseres Spiels dort sind wir insgesamt 24 Stunden im Bus gesessen“, berichtet Albertsen. Als Ausrede kann das bei einem Heimspiel natürlich nicht mehr gelten.

Alle Spielerinnen an Bord

Auch keine Ausrede ist für den Bietigheimer Trainer die Aussage von THC-Coach Herbert Müller nach der Niederlage im Spitzenspiel, dass beide Teams Probleme im Angriff hätten und deshalb international nicht mithalten könnten. „Wir haben zuletzt viele schöne Tore geworfen. Mit unserer Angriffsleistung bin ich zufrieden. 28 Tore wie gegen Thüringen oder 30 Treffer in Metz müssen eigentlich zum Sieg reichen“, erklärt der Däne.

Personell kann Albertsen aus dem Vollen schöpfen. Rechtsaußen Angela Malestein (Zahn-OP) und Kreisläuferin Luisa Schulze (Fingerverletzung) standen schon gegen den THC wieder im Kader, wobei nur Malestein zum Einsatz kam. „Luisa muss noch ein bisschen Trainingsrückstand aufholen“, sagt Albertsen über seine Kreisläuferin. Die sagte jedoch nach dem Mittwochspiel: „Ich bin wieder fit und bereit. Ob ich spiele, muss der Trainer entscheiden.“