Auch der bislang beste Auftritt in der laufenden Champions-League-Saison brachte den Handballerinnen der SG BBM Bietigheim nicht die ersten Punkte. Nach hauchdünner 18:17-Pausenführung leistete sich das Team von Trainer Martin Albertsen vor allem ab Mitte der zweiten Hälfte zu viele einfache Fehler und unterlag Brest Bretagne mit 32:35. Es war die dritte Niederlage im dritten Gruppenspiel.

Die Schlüsselszenen des Spiels ereigneten sich wohl zwischen der 40. und 42. Minute. Zu Beginn des zweiten Durchgangs hatten die Gastgeberinnen die knappe Pausenführung auf drei Tore ausgedehnt. Als diese auf 22:21 zusammengeschmolzen war, nahm Albertsen eine Auszeit. Tatsächlich verschaffte Valentyna Salamakha mit zwei tollen Paraden gegen Ana Gros und Amandine Tissier ihrem Team die Chance, noch einmal auf drei Treffer davonzuziehen.

Doch auch Laura van der Heijden scheiterte an der dänischen Weltklasse-Torfrau Sandra Toft. Und wenig später vergab auch Kim Naidzinavicius, die sonst so sichere Schützin, einen Siebenmeter. Schließlich setzte auch noch Amelie Berger, nach einem Fehlpass der Französinnen in die Beine der Mitspielerin, ihren Wurf daneben. Wobei hier das Publikum recht lautstark einen Freiwurf oder gar Siebenmeter forderte, weil Berger schon mehr gestoßen als gehalten oder geschoben wurde.

Stattdessen fiel im Gegenzug der 23:24-Anschlusstreffer durch Brests Beste Gros. Und dann ging es ganz schnell. Nach einem Steal der deutschen Nationalspielerin Evgenija Minevskaja und einem weiteren Fehlversuch von Aardahl führten die Gäste zwei Minuten später bereits mit 25:24. Nicht einmal fünf Minuten später stand es bereits 28:25.

Weil Salamakha, die Mitte der ersten Halbzeit zwischen die Pfosten gewechselt war, nun zu Höchstform auflief, kam Bietigheim noch einmal auf 30:31 heran. Das Tor von Aardahl im Tempogegenstoß nach einem Steal von Kapitänin Naidzinavicius hätte sogar der Ausgleich sein können, wenn kurz zuvor der lange Pass von Salamakha auf Angela Malestein nicht etwas zu lang gewesen wäre, sodass die niederländische Rechtsaußen zu keinem vernünftigen Abschluss mehr kam.

So mühsam die SG BBM sich wieder herangekämpft hatte, so leicht gab sie die gute Position aber auch wieder aus der Hand. Einen Fehlversuch von Kim Braun und einen Fehlpass von Malestein nutzten die Französinnen, um wieder auf 33:30 davonzuziehen. Albertsen verzweifelte an der Außenlinie beinahe, weil Brest immer wieder auf halbrechts oder über den Kreis Lücken fanden. Er forderte sein Team zu offensiverer, aggressiverer Deckung auf, doch ohne verbleibende Auszeit erreichte er die Spielerinnen nicht mehr richtig. So konnten die Gäste die letzten Minuten recht souverän runterspielen.

Ähnliche Schwächen, wie in den entscheidenden Phasen der zweiten Hälfte, hatte die SG BBM stellenweise auch schon im ersten Durchgang gezeigt. Die Startführung kippte nach drei Fehlwürfen schnell in einen 3:5-Rückstand, der sich Mitte der Halbzeit sogar auf 8:12 ausgedehnt hatte. Dann griff aber langsam die erste Auszeit, die Albertsen beim Stand von 8:10 genommen hatte. Tor um Tor knabberten die Bietigheimerinnen am Rückstand und schafften knapp drei Minuten vor der Pause den 17:17-Ausgleich, nachdem Salamakha gegen Constance Mauny gehalten und Naidzinavicius Toft mit einem schnellen Schlagwurf überrascht hatte. Aardahl hatte dann die Chance zur Führung, warf jedoch zu hoch. Im Gegenzug setzte aber auch Gros den Ball drüber, sodass die norwegische Kreisläuferin erneut die Chance bekam und diesmal traf. Mit einem Block gegen Gros sicherte schließlich Naidzinavicius den knappen Vorsprung in die Pause.

„Bis zur 50. Minute hatte ich ein gutes Gefühl. Alles war drin und wir haben gekämpft. Und dann haben wir ein paar echt blöde, einfache Fehler gemacht und den Faden verloren“, ärgerte sich Bietigheims Torfrau Salamakha, die zur besten Spielerin ihres Teams gekürt wurde. „Ich habe noch versucht, alles zu tun, um die Mädels zu unterstützen, aber es hat nicht mehr geholfen. Wir müssen das Spiel jetzt mitnehmen und daraus lernen“, so die gebürtige Ukrainerin weiter.

Die Hoffnung lebt noch


Trotz der dritten Niederlage im dritten Spiel ist die Hoffnung der SG BBM Bietigheim auf ein Weiterkommen in die Hauptrunde noch am Leben. Mit einem Heimsieg am 10. November hätten die Bietigheimerinnen das Weiterkommen eventuell selbst in der Hand. Vorausgesetzt SCM Ramnicu Valcea gewinnt kein Spiel mehr.  Die Rumäninnen unterlagen am Samstag bei Buducnost Podgorica mit 19:23 und liegen damit weiterhin nur zwei Punkte vor der SG BBM. Die hat allerdings in Rumänien deutlich mit sieben Toren Unterschied verloren und müsste entsprechend mit acht Toren Vorsprung gewinnen oder einen Punkt mehr als Ramnicu Valcea holen. Brest ist mit drei Siegen schon so gut wie weiter, Buducnost ist mit zwei SIegen auf einem guten Weg. sim