Nach zwei knappen und unglücklichen Niederlagen in Dortmund im DHB-Pokal und in Storhamar im EHF-Pokal haben sich die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim gegen Bundesliga-Schlusslicht Kurpfalz Bären Ketsch eindrucksvoll zurückgemeldet. Der 39:22-Erfolg war standesgemäß, hätte aber durchaus noch höher ausfallen können. Die Bietigheimerinnen manifestierten mit diesem Kantersieg ihre Rolle als erster Verfolger des noch verlustpunktfreien Tabellenführers Dortmund.

47:22 hieß es fast auf den Tag genau vor drei Jahren im DHB-Pokal zwischen der Spielgemeinschaft und den Kurpfalz Bären. Auch wenn die Bietigheimerinnen phasenweise nahezu jeden Fehler nutzten, war ein ganz so deutliches Ergebnis nach den Strapazen mit der Dreifachbelastung aus Meisterschaft, Pokal und internationalem Wettbewerb diesmal nicht drin. Aber zumindest 40 Treffer wären durchaus möglich gewesen, wenn nicht ausgerechnet Kapitänin Kim Naidzinavicius in den Schlussminuten zwei recht unplatzierte Würfe aus dem Rückraum abgegeben hätte, die für Leonie Moormann im Ketscher Tor keine große Herausforderung waren. Auch KIm Braun scheiterte kurz darauf mit einem eigentlich sehr gut gedachten Heber. Erst zwei Sekunden vor der Schlusssirene netzte Luisa Schulze mit ihrem zweiten Treffer zum 39. Mal für die SG BBM ein.

Die 40 Treffer wurden aber nicht nur in dieser Phase vergeben. Bis zur ersten Auszeit von Trainer Martin Albertsen in der 13. Minute hatten die Gastgeberinnen die Partie so überhaupt nicht im Griff. Die Bären hielten gut mit, führten mehrfach. Auch zu diesem Zeitpunkt lagen sie mit 7:6 vorne. Nach Albertsens Ansprache wurde aber die Bietigheimer Abwehr griffiger, der Angriff durchschlagskräftiger und binnen zehn Minuten wurde aus dem 6:7 ein 14:8. Ketschs vorerst letzten Treffer erzielte Verena Oßwald zur nochmaligen 8:7-Führung für die Kurpfälzerinnen. Es war gleichzeitig ihr letzter persönlicher Treffer, denn vor dem 11:8 musste sie nach einem bösen Foul gegen Kim Braun direkt mit der Roten Karte in die Kabine. Braun war zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal eine Minute auf dem Feld, hätte wohl die erste Hälfte auf Linksaußen zu Ende spielen sollen, musste aber erst einmal zur Behandlung auf die Bank. Sie konnte aber in der zweiten Hälfte wieder spielen, erzielte neben dem zehnten auch den 34. und 38. Bietigheimer Treffer.

Überhaupt wechselte Albertsen konsequent und gab so jeder Spielerin viel Zeit auf der Platte, versuchte so gleichzeitig auch Kräfte für das schwere EHF-Pokalspiel am Samstag (20 Uhr) in Ludwigsburg gegen Herning-Ikast zu schonen. Dabei enttäuschte keine Spielerin. Aus dem Rückraum trafen Karolina Kudlacz-Gloc und Laura van der Heijden je viermal. Naidzinavicius war sogar siebenmal erfolgreich, allerdings ausschließlich von der Siebenmeterlinie. Maura Visser und Anna Loerper bestachen eher defensiv durch ihre Routine. Am Kreis war Maren Aardahl mit fünf Toren offensiv stärker als Luisa Schulze (2), die dafür defensiv zu gefallen wusste.

Auf Linksaußen ersetzten Antje Lauenroth und Braun durchaus gefällig Fie Woller, die komplett geschont wurde – auch wenn Lauenroth in der Anfangsphase mehrfach an Torhüterin Johanna Wiethoff scheiterte. Auf der rechten Seite spielten sowohl Amelie Berger als auch Angela Malestein eher unauffällig, trafen jedoch beide viermal. Einmal blitzte aber auch so richtig die handballerische Brillanz von Malestein auf, als sie zum Wurf absprang, im letztem Moment aber auf Kudlacz-Gloc passte, die nun völlig freie Bahn zum 30:18 hatte.

So zeigte sich dann auch Albertsen sehr zufrieden. „Wir haben eine wirklich gute Leistung gezeigt, um so deutlich zu gewinnen. Mit etwas Glück und noch einmal so einer Leitung könnte es auch am Samstag gegen Herning-Ikast reichen“, meinte der SG-Coach. „Wenn es in der Abwehr eine Lücke gab, haben wir sie immer erkannt und konnten sie dann schließen. Hinter dieser starken Defensive haben auch die Torhüterinnen sehr gut gehalten und uns so viele Tempogegenstöße ermöglicht.“

So spielten sie


Bietigheim – Ketsch