Meister gegen Pokalsieger – am sechsten Spieltag der Handball- Bundesliga Frauen (HBF) steigt in der Ludwigsburger MHP-Arena an diesem Mittwoch (20 Uhr) das Spitzenspiel zwischen der SG BBM Bietigheim und dem Thüringer HC. Bereits Ende August sind die beiden Erzrivalen an gleicher Stelle im Supercup aufeinandergetroffen. Damals behielten die Bietigheimerinnen knapp mit 27:26 die Oberhand. Überhaupt endeten die letzten drei Partien stets mit einem Tor Differenz.

SG-Coach Martin Albertsen rechnet bei der Neuauflage des Prestigeduells mit einem ähnlich packenden Thriller – und mit Frauenhandball vom Feinsten. „Ich wünsche mir, dass die Zuschauer mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass beide Mannschaften alles gegeben haben und sie eine super Show gesehen haben“, sagt der Däne. Und natürlich hofft er auch auf den fünften Saisonsieg, der mit der Unterstützung des Publikums gelingen soll: „Wir haben den Heimvorteil. Ich hoffe, dass die Zuschauer uns zu den zwei Punkten tragen.“

THC hat schon einmal verloren

Aktuell liegt Bietigheim hinter Spitzenreiter Borussia Dortmund und der HSG Blomberg-Lippe (beide 10:0 Punkte) mit einem Minuspunkt auf Rang drei, der THC folgt mit 8:2 Zählern als Vierter. Die bisher einzige Niederlage kassierte der Vizemeister aus Bad Langensalza daheim gegen Dortmund (25:26).

Beide Mannschaften waren schon am Wochenende im Einsatz. Die Thüringerinnen zogen mit einem 30:22 in Blomberg ins DHB-Pokal-Viertelfinale ein. Die SG BBM kehrte dagegen mit einer 30:36-Pleite bei Brest Bretagne aus Frankreich zurück. Es war die vierte Niederlage im vierten Champions-League-Gruppenspiel. Besser läuft es beim THC auf internationaler Bühne: Nach zwei Siegen gegen Byasen aus Norwegen hat das Star-Ensemble von Trainer Herbert Müller als einziger deutscher Vertreter die dritte Runde erreicht.

In der Woche der Wahrheit mit dem Knaller am Mittwoch gegen den THC und dem Champions- League-Schlüsselspiel am Sonntag (18 Uhr) gegen Rumäniens Meister Valcea kann Albertsen auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Luisa Schulze hat am Dienstag erstmals wieder voll mittrainiert und kehrt nach sechswöchiger Pause ins Team zurück. Die 1,90 Meter große Kreisläuferin und Abwehrspezialistin hatte sich am 25. September im Länderspiel der DHB-Auswahl gegen Weißrussland den Zeigefinger der linken Hand gebrochen. „Ihr Ausfall war ein Mega-Minus für uns. Wir sind froh, dass sie wieder dabei ist“, sagt Coach Albertsen, der in den vergangenen Wochen mit drei statt vier Abwehrkräften auskommen musste.

Ein Wiedersehen gibt es in Ludwigsburg mit Mia Biltoft. Die dänische Kreisläuferin hat bis zu ihrer Babypause für die SG gespielt – von 2016 bis 2018. Anfang Oktober verpflichtete der Thüringer HC sie nun als Ersatz für die verletzte Josefine Huber bis zum Saisonende.

In den Aufgeboten der beiden Ausnahmeteams tummeln sich insgesamt 24 A-Nationalspielerinnen. Zehn von ihnen stehen auch im deutschen Kader, den Bundestrainer Henk Groener vor einer Woche für die diesjährige Weltmeisterschaft in Japan bekannt gegeben hat. Von der SG BBM sind Torfrau Dinah Eckerle, Amelie Berger, Kim Naidzinavicius, Antje Lauenroth und Schulze nominiert, vom THC Keeperin Ann-Cathrin Giegerich, Meike Schmelzer, Emily Bölk, Ina Großmann sowie Alicia Stolle.

Die Bilanz spricht für den Thüringer HC


19 Mal sind die SG BBM Bietigheim und der Thüringer HC in den einzelnen Wettbewerben bisher aufeinandergetroffen. Der siebenfache Deutsche Meister aus Bad Langensalza feierte zwölf Siege, die Spielgemeinschaft sieben. Ein Remis gab es noch nie. Zur Saisoneröffnung setzten sich die Bietigheimerinnen am 31. August in der Ludwigsburger MHP-Arena mit 27:26 durch und revanchierten sich damit für das 23:24 im DHB-Pokal-Finale drei Monate zuvor beim Olymp Final Four in der Stuttgarter Porsche-Arena. In der Bundesliga-Spielzeit 2018/19 entschieden beide Klubs jeweils ihr Heimspiel für sich. Am Ende gab zwischen den mit 50:2 Zählern punktgleichen Erzrivalen das Torverhältnis den Ausschlag – und da war die SG BBM um 29 Treffer besser. Die Bundesliga-Bilanz spricht dagegen für die Thüringerinnen: Neun THC-Siegen stehen fünf Niederlagen gegenüber. ae