Für Sportdirektor Gerit Winnen von der SG BBM Bietigheim hat sich der Thüringer HC „namhaft verstärkt und den besten Kader seiner Geschichte“. An diesem Samstag (19.30 Uhr) treffen in der MHP-Arena in Ludwigsburg die beiden besten deutschen Frauenmannschaften der vergangenen Jahre im Finale um den Supercup aufeinander. Während der deutsche Meister Bietigheim mit einer eingespielten und punktuell verstärkten Mannschaft, in der die angeschlagenen Anna Loerper und Fie Woller fehlen werden, aufs Feld gehen, tritt der Thüringer HC mit einem gegenüber der Vorsaison stark veränderten Aufgebot an. Neu beim THC ist auch die künftige Heimspielstätte mit der Riethsporthalle in Erfurt.

Geblieben ist der Name des Trainers: Herbert Müller arbeitet seit 2010 für den Klub aus Bad Langensalza und hat den THC zwischen 2011 und 2016 sowie 2018 zu insgesamt sieben deutschen Meisterschaften geführt. Den Supercup hat das Team aus Thüringer 2015, 2016 und 2018 gewonnen. Unterbrochen wurde die Meisterserie 2017 und 2019 durch die SG BBM Bietigheim. In der vergangenen Saison lösten die Bietigheimerinnen den punktgleichen Titelverteidiger mit einer um 29 Toren besseren Trefferdifferenz ab.

Knapper Sieg im Pokalfinale

Die beiden Minuspunkte handelten sich die Teams jeweils im direkten Vergleich ein. Das war bei der ersten deutschen Meisterschaft der SG BBM 2017 anders, da holte sich das Albertsen-Team ohne Punktverlust den Titel. Das diesjährige Pokalfinale gewann der Thüringer HC in Stuttgart durch einen Treffer in letzter Sekunde mit 24:23 gegen die SG BBM. Damit stehen sich im Supercup  der deutsche Meister und der Pokalsieger gegenüber.

„Wir wollen gleich zu Beginn der Saison ein Zeichen setzen, den Supercup und damit den ersten Titel gewinnen“, steckt THC-Trainer Müller das Ziel für den Samstag ab. Für die neue Saison hat er sich mit seinem Team auch viel vorgenommen: „Was soll ich denn dazu sagen, wenn wir in den letzten neun Jahren siebenmal deutscher Meister geworden sind, dreimal Pokalsieger und dreimal den Supercup gewonnen haben? Wir wollen den Meistertitel zurück, und damit nicht genug, auch den DHB-Pokal verteidigen und im EHF Cup so weit wie möglich vorstoßen.“

Während sich die Bietigheimerinnen mit einem deutlichen Sieg bei der HSG Bensheim-Auerbach am Mittwoch auf das Finale in Ludwigsburg einwarfen, testete der THC in Erfurt gegen  Kopenhagen HB aus Dänemark und gewann mit 28:20. Überragende Akteurin war Ann-Cathrin Giegerich im THC-Tor mit 18 Paraden. Kurz zuvor hatte das Müller-Team gegen Kopenhagen in Sömmerda mit 22:27 verloren.

Rückraum neu formiert

Mit dem Pokalsieg haben sich langjährige Stammkräfte wie Anne Hubinger, Jana Krause, Kerstin Wohlbold, Saskia Lang sowie Julia Redder und Kristy Zimmerman verabschiedet, Nina Müller hat ihr kurzes Gastspiel in Thüringen wieder beendet. Neu dabei sind als Krause-Nachfolgerin im Torhüterduo mit Giegerich Marie Skurtveit Davidsen vom norwegischen Erstligisten Bergen. Die 25-Jährige hat ihre Stärken bei Würfen aus dem Rückraum und bei langen Anspielen für Tempogegenstöße. Neu formiert ist der Rückraum des THC mit der schwedischen Nationalspielerin Mikaela Mässing, der spanischen Auswahlspielerin Almudena Rodriguez vom rumänischen Spitzenklub Gloria Bistrita und Marianna Ferreira Lopes vom SV Union-Halle Neustadt. Lopez hat 22 Länderspiele für Portugal absolviert und gilt als wurfgewaltig.