Mehr Spitzenklasse im deutschen Frauen-Handball geht nicht: Im Viertelfinale des deutschen Pokalwettbewerbs empfängt der Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) in der Sporthalle in Dortmund-Wellinghofen den Tabellenzweiten und deutschen Meister SG BBM Bietigheim. Dabei geht es um den Einzug ins Olymp-Final-Four, der Endrunde mit zwei Halbfinals und dem Finale am 23. und 24. Mai in der Porsche-Arena in Stuttgart. Als quasi Gastgeber und durch die Bietigheimer Firma Olymp als Namensgeber ist die SG BBM praktisch zur Teilnahme im Halbfinale verpflichtet. 2019 unterlag die SG BBM im Finale dem Thüringer HC, 2018 kam das überraschende Aus im Halbfinale gegen den späteren Titelträger VfL Oldenburg.

Erst vor wenigen Tagen standen sich die beiden Ausnahmeteams in der Bundesliga gegenüber. „Das war nicht das Bietigheim, das ich kenne“, meinte SG-Trainer Martin Albertsen enttäuscht nach der 32:38-Niederlage seiner Mannschaft. Mittlerweile haben die Dortmunderinnen mit dem 29:22 beim TSV Bayer Leverkusen auch ihr zehntes Saisonspiel gewonnen und führen die Tabelle mit der makellosen Bilanz von 20:0 Punkten an. Beste Spielerin beim Sieg in Leverkusen war Kelly Dulfer mit neun Toren. Sehr zufrieden war BVB-Trainer André Fuhr mit seiner Abwehr und den Torhüterinnen, die nur 22 Gegentore zuließen.

Zwei Siege nach der Niederlage

Bietigheim feierte nach der Niederlage in Dortmund zwei Siege. Einen bei der HSG Blomberg-Lippe (38:30), einen vor ein paar Tagen im EHF-Cup gegen den russischen Vizemeister HC Lada (31:29). Dabei fehlten die erkrankten Angela Malestein und Luisa Schulze, die nun aber bei der Revanche im Pokal wieder dabei sein werden. „Wir wissen, was wir im letzten Match gegen den BVB falsch gemacht haben – das wird uns nicht mehr passieren. Gegen Lada hat mein Team zuletzt ein klasse Spiel gezeigt, daran gilt es anzuknüpfen. Klar ist auch, dass wir am Mittwoch unsere beste Leistung abrufen müssen“, sagt der Bietigheimer Trainer Albertsen vor dem Pokalduell voll Entschlossenheit. Die Bietigheimerinnen haben sich fest vorgenommen, diesmal weitaus weniger Lücken im Abwehrverbund zuzulassen als noch vor ein paar Tagen im Bundesligaspiel.

Erneut kommt es in Dortmund zum Aufeinandertreffen von insgesamt sechs Spielerinnen, die im Dezember mit den Niederlanden in Japan die Weltmeisterschaft gewonnen haben. Für die SG BBM spielen Malestein und Laura van der Heijden, für die Borussia Rinke Duijndam, die mit Isabell Roch ein bärenstarkes Torhüter-Duo bildet, Dulfer, Inger Smits und Merel Freriks. Vom BVB waren auch die Japanerin Asuka Fuijita sowie Alina Grijsels und Roch für Deutschland im Einsatz. Die SG BBM war in Japan noch mit Dinah Eckerle, Antje Lauenroth, Luisa Schulze und Amelie Berger vertreten. Berger vertrat gegen Lada die erkrankte Malestein auf Rechtsaußen vorzüglich und erzielte fünf Treffer.

Sobiech trumpft auf

Neben den Weltmeisterinnen und deutschen Nationalspielerinnen glänzt bei Borussia Dortmund auch die Polin Bogna Sobiech, die zur laufenden Saison von der HSG Bensheim-Auerbach nach Westfalen gekommen ist. Möglich, dass bald wieder auch ihr Ehemann Artur Sobiech in Deutschland auftaucht. Der Fußball-Profi spielt derzeit wieder in Polen, wird aber beim Zweitligisten Hannover 96 gehandelt, für den er vor Jahren bereits gespielt hat und von wo er zu Darmstadt 98 gewechselt ist.

Der Bundesliga-Tabellenführer, der den deutschen Pokal 1997 gewonnen hat, erreichte das Pokal-Viertelfinale mit Siegen gegen Leverkusen (26:24) und beim SV Werder Bremen (38:23). Bietigheim setzte sich bei der SG 09 Kirchhof (41:15) und beim 1. FSV Mainz 05 (35:20) durch.

Einziger Zweitligist im Pokal-Viertelfinale ist der TSV Nord Harislee, der an diesem Mittwoch das Topteam des Thüringer HC empfängt. Der THC ist nach seinem Finalsieg 2019 über die SG BBM Titelverteidiger im Wettbewerb. Die HSG Bensheim-Auerbach spielt am Freitag gegen TuS Metzingen um den Einzug ins Final Four, den Abschluss des Viertelfinales bildet am Sonntag das schwäbische Derby zwischen der Neckarsulmer Sport-Union und Frisch Auf Göppingen. Es ist also durchaus möglich, dass drei württembergische Mannschaften beim Olymp-Final-Four in der Schwaben-Metropole vertreten sind