Für den deutschen Meister ist das Kapitel Champions League für diese Saison beendet. Ab Januar 2020 geht es für die SG BBM Bietigheim auf der international zweitklassigen Bühne im EHF-Cup weiter. Die Gruppenauslosung findet am Donnerstag in Wien statt.

Die Bietigheimerinnen konnten die Steilvorlage aus Rumänien, die Brest Bretagne pünktlich zum Spielbeginn in Podgorica mit dem 26:23-Sieg bei Ramnicu Valcea geliefert hatte, nicht nutzen. Durch dieses Ergebnis hätte der SG BBM ein Punkt zum Weiterkommen in die Hauptrunde der Königsklasse gereicht. Doch dazu kassierten die Gäste zu viele – häufig auch einfache – Gegentore, bei denen sie es Buducnost Podgorica oft zu einfach machten. Der Angriff der SG BBM mit einem torgefährlichen und treffsicheren Rückraum dagegen entsprach mit schönen Spielzügen, schnellen, variantenreichen  Angriffen und 28 Auswärtstoren Champions-League-Niveau.

Kurzfristig ersetzen musste SG-Trainer Martin Albertsen Rechtsaußen Angela Malestein, die einen Muskelfaserriss erlitten hat und deren WM-Teilnahme mit den Niederlanden gefährdet sein könnte (siehe Infokasten). „Wir haben alles versucht, aber die Heimmannschaft war heute eindeutig besser. Es hätte alles klappen müssen, um hier zu gewinnen, das hat leider nicht funktioniert. Bundesliga und Champions League sind zwei unterschiedliche Welten“, meinte SG-Coach Albertsen nach den Aus.

Naidzinavicius trifft doppelt

Die Zuschauer in Podgorica bekamen ein interessantes und abwechslungsreiches Spiel mit zahlreichen Treffern geboten. Die Gastgeberinnen stellten erneut eine robuste Abwehr und glänzten im Angriff mit schnellen Kombinationen und in der zweiten Halbzeit vor allem mit ihrem Tempospiel nach abgefangenen Offensivaktionen. Das war dann häufig schwer zu verteidigen für die Gäste. Nur beim 3:2 lag Bietigheim in Führung, ansonsten war bis auf ganz wenige zwischenzeitlichen Gleichständen das Team aus Montenegro vorne. Kim Naidzinavicius verwandelte in der Anfangsphase bei Höllenlärm in der Halle nervenstark zwei Siebenmeter und Laura van der Heijden sorgte nach dem Ausgleich der Gastgeberinnen für das 3:2. Nach zehn Minuten sah es beim Stand von 6:6 noch ganz gut aus für Bietigheim.

Doch mehr und mehr übernahm die Ausnahmespielerin Milena Raicevic bei Podgorica das Kommando. Um die 20. Minute setzte sich der montenegrinische Meister etwas deutlicher ab und führte mit drei, vier Toren. Der Versuch der SG BBM, in der zweiten Halbzeit mit einer Umstellung auf eine offensive Abwehr doch noch in die Nähe der Hauptrunde in der europäischen Königsklasse zu kommen, scheiterte. Podgorica spielte clever, baute auf eine stabile Deckung und kam häufig zu Tempogegenstößen. Vor allem mit Rechtsaußen Jovanka Radicevic hatte die SG BBM große Probleme. In einer wilden Fahrt mit offener Deckung holten die deutschen Gäste mit fünf Toren in Folge in der Schlussphase auf und schönten das Ergebnis. Für einen Sieg kamen sie aber nicht infrage.

Nach der WM-Pause geht es für Bietigheim in der Bundesliga mit dem Heimspiel in der MHP-Arena in Ludwigsburg gegen den Buxtehuder SV am 26. Dezember weiter.

Sieben Spielerinnen von der SG BBM bei der WM


Bei der Handball-Weltmeisterschaft der Frauen vom 30. November bis zum 15. Dezember 2019 in Japan ist die SG BBM Bietigheim mit sieben Spielerinnen vertreten. Angela Malestein, sofern sie ihre Verletzung überwunden hat, und Laura van der Heijden stehen im Aufgebot der Niederlande. Kim Naidzinavicius, Dinah Eckerle, Luisa Schulze, Antje Lauenroth und Amelie Berger gehören dem deutschen Kader an. Deutschland trifft in den Gruppenspielen der WM auf Frankreich, Dänemark, Südkorea, Brasilien und Australien. Um sich für die Olympischen Spiele 2020 zu qualifizieren, müsste die deutsche Auswahl mindestens Platz sieben bei der WM erreichen. cp