Das war knapp. Mit ihrem Treffer 13 Sekunden vor Schluss zum 25:25-Endstand sicherte Maren Nyland Aardahl dem deutschen Meister SG BBM Bietigheim am fünften Bundesliga-Spieltag beim VfL Oldenburg einen Punkt. Damit bleibt der Titelverteidiger an der Tabellenspitze vor dem verlustpunktfreien BVB Borussia Dortmund, der mit einer Partie in Rückstand ist. Der Vizemeister Thüringer HC hat mit dem 36:21-Sieg gegen den Buxtehuder SV gegenüber der SG BBM einen Zähler gutgemacht. Im nächsten Ligaspiel am 6. November erwarten die Bietigheimerinnen den THC.

In Oldenburg musste SG-Trainer Martin Albertsen auf Kreisläuferin Luisa Schulze (krank) und die angeschlagene Rechtsaußen Angela Malestein verzichten. Er gab den  jungen Spielerinnen wie Daphne Gautschi, die in der ersten Halbzeit doppelt traf, und Kim Braun ehr Spielanteile. Beste Werferin bei der SG BBM war Amelie Berger mit fünf Treffern. Beim VfL war die junge Toni-Luisa Reinemann mit sechs Treffern am erfolgreichsten.

VfL legt mächtig los

Die SG BBM Bietigheim ließ sich von den Oldenburgerinnen überraschen und lag nach sechs Minuten mit 0:4 in Rückstand. Erst dann gelang Karolina Kudlacz-Gloc der erste Treffer für die Gäste, die sich in der ersten Halbzeit zu viele Fehler im Angriff und in der Abwehr erlaubten. Der VfL spielte mutig, schloss ohne Schnörkel entschlossen ab. Das 1:0 durch einen Kempa-Trick von Jane Marten erzielt hatte dem Team offenbar zusätzliches Selbstvertrauen gegeben. Beim Stand von 0:3 scheiterte Kim Naidzinavicius zudem mit einem Siebenmeter an VfL-Torhüterin Jana Renner.

Die Gastgeberinnen kamen gar zu einem 7:1-Vorsprung, ehe der deutsche Meister besser ins Spiel kam. Trainer Albertsen hatte seine Deckung auf eine 5:1-Formation umgestellt. Nach und nach kam seine Mannschaft ergebnismäßig in der offenen Partie heran. Das 3:7 resultierte sogar aus einem Treffer von Torhüterin Dinah Eckerle, als ihre Oldenburger Kollegin Julia Renner bei einer Strafzeit gegen den VfL Platz gemacht hatte für eine sechste Feldspielerin.  In der 20. Minute gelang Antje Lauenroth der erste Ausgleich zum 9:9. Die SG BBM kam danach zur ersten Führung, die war aben ebenso schnell wieder weg wie das 13:12. Zur Pause führte dann Oldenburg wieder mit 14:13. Und legte gleich zu Beginn der zweiten Halbzeoit das 15:13 nach. Nach dem 15:17-Rückstand gaben die Bietigheimerinnen kurz Gas und erzielten drei Treffer in Folge. Sie bekamen aber ihre Qualitäten trotz einer Steigerung ind er Abwehr nicht wie gehabt aufs Feld. Oldenburg kämpfte, spielte mutig weiter und hatte in Renner eine überragende Torhüterin. Sie parierte nach dem 24:22 durch einen Freiwurf von Kathrin Pichlmeier vier Würfe der Gäste nacheinander. Jenny Behrend erhöhte gar auf 25:22, doch das war in der 56. Minute das letzte Tor des VfL. Denn die Bietigheimerinnen wehrten sich mit einer offenen Deckung gegen die drohende Niederlage und kam trotz zweier weiteren Paraden von Renner durch Treffer nach Ballgewinnen von Fie Woller und Berger auf 24:25 heran. Und dann gelang Aardahl doch noch der Ausgleich.

Jetzt geht es für die SG BBM auf internationalem Parkett weiter. Am Samstag (15.15 Uhr) steigt in der Bietigheimer EgeTrans-Arena das dritte Spiel in der ersten Gruppenphase der Champions League gegen Brest Bretagne.  Anschließend sind zahlreiche Spielerinnen des deutschen Meisters mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Eckerle, Naidzinavicius, Lauenroth,  Berger und  Braun  spielen mit der deutschen Auswahl am Mittwoch in Zagreb gegen Kroatien. Zum Test-Rückspiel am Samstag beim „Tag des Handballs“ in Hannover gegen Kroatien soll auch Schulze in der Auswahl wieder dabei sein. Talent Leonie Patorra weilt bei der deutschen U20.