Markgröningen Florian Roller rudert bei der WM in Rotterdam

Das deutsche Doppelvierer-Team für die WM (von links): Patrik Stöcker, Florian Roller, Johannes Ursprung, Cedric Kulbach und Ersatzmann Paul Weidemüller.
Das deutsche Doppelvierer-Team für die WM (von links): Patrik Stöcker, Florian Roller, Johannes Ursprung, Cedric Kulbach und Ersatzmann Paul Weidemüller. © Foto: Peter Roller
Markgröningen / BZ 19.08.2016
Der Markgröninger Ruderer Florian Roller startet bei der FISA-Weltmeisterschaft 2016 in Rotterdam im deutschen Männer-Doppelvierer Leichtgewicht.

Der Ruderweltverband FISA trägt vom 22. bis 28. August die Weltmeisterschaft in den nicht olympischen Bootsgattungen auf der „Willem Alexander Roeibaan“ in der Nähe von Rotterdam aus. Im deutschen Männer-Doppelvierer Leichtgewicht (LG) sitzt der Markgröninger Ruderer Florian Roller, der 2015 Weltmeister im Achter war.

Die FISA hatte Ende 2015 beschlossen, den Männerachter LG bei der WM 2016 nicht auszufahren. Damit kann Roller seinen Titel in dieser Bootsgattung nicht verteidigen. Zu Beginn des Jahres musste er sich darum für eine neue Bootsgattung qualifizieren. Für ihn bedeutete das einen Wechsel vom Riemenrudern (ein Ruder wird mir beiden Händen geführt) zum Skullen (jede Hand führt ein Ruder) und den Einstieg in ein vom DRV neu formiertes Team.

Der Deutsche Ruderverband (DRV) hat erst Anfang Juni, auf der internationalen Regatta in Ratzeburg, durch die Nachnominierung von Patrik Stöcker das Boot endgültig besetzt. Die Ruderer Cedric Kulbach (Karlsruher RV Wiking), Stöcker (Siegburger RV), Florian Roller (Stuttgarter RG), Johannes Ursprung (Frankfurter RG Germania) und Ersatzmann Paul Weidemüller (Allemannia Hamburg) bilden nun den deutschen Männer-Doppelvierer Leichtgewicht (70 Kilogramm) bei der Weltmeisterschaft in Rotterdam. Trainiert wird das Boot von Ralf Hollmann und Martin Strohmenger. Mit Kuhlbach/Roller haben es gleich zwei Ruderer aus Baden-Württemberg in dieses Boot geschafft.

Der erste Härtetest gelang dem neu gebildeten deutschen Boot gut. Überraschend führte die Mannschaft auf der internationalen Regatta in Ratzeburg auf den ersten 1000 Metern das Feld vor dem amtierenden Weltmeister Frankreich und Bronzemedaillengewinner Dänemark an. Erst auf der zweiten Streckenhälfte spielten die Franzosen und Dänen ihre größere Erfahrung aus und zogen am DRV-Boot vorbei. Ein beachtlicher Erfolg, wenn man bedenkt, dass das deutsche Team niemals zuvor in dieser Besetzung zusammen gerudert ist.

Anders als bei anderen Nationen besetzt der DRV seine Boote jedes Jahr neu. Die Ruderer müssen sich bei verschiedenen Tests qualifizieren und auf vorgeschriebenen Prüfungsregatten ihre Leistung unter Beweis stellen. Durch das Olympiajahr ist die Besetzung der nicht olympischen Boote erst spät erfolgt.

In Trainingslagern in Frankfurt, Hannover, Mölln und Ratzeburg hat sich die Mannschaft auf die WM vorbereitet. Dabei musste das Team einen Rückschlag hinnehmen. Der Vierer war für die Teilnahme am Worldcup III in Pozan (Polen) Mitte Juni nominiert. Ein paar Tage vorher verletzte sich der Schlagmann Cedric Kulbach am Fuß. Der Deutsche Ruderverband musste die Meldung kurzfristig zurückziehen.

Inzwischen hat die FISA das Meldeergebnis für Rotterdam bekannt gegeben. Im Männer-Doppelvierer Leichtgewicht treten zwölf Nationen an. Die Ruderer aus Frankreich hatten bei der WM 2015 in Aiguebelette Gold in dieser Bootsgattung gewonnen und gehen als Titelverteidiger an den Start. Vor wenigen Wochen hatten die Dänen beim Worldcup III in Polen Gold und das Boot der Niederlande Silber geholt. Die Franzosen waren nicht am Start.

Griechenland hat den amtierenden Weltrekordinhaber, Weltmeister von 2013 und 2014 und Vizeweltmeister 2012 gemeldet. Die Ruderer Konsolas Eleftherios, Panagiotis Magdanis, Spyridon Giannaros und Georgios Konsolas hatten diesen Rekord 2014 bei der WM in Amsterdam aufgestellt. Magdanis und Giannaros wurden vom griechischen Verband, nach dem Ausschluss Russlands, für Olympia im Riemenvierer in Rio nachnominiert, wo der Vierer im A-Finale Platz sechs erreichte. Ob das griechische Boot deshalb in Rotterdam in der gemeldeten Besatzung antreten wird, ist noch offen.

Die Vorläufe finden am nächsten Montag statt. Die ersten Boote des jeweiligen Vorlaufs erreichen direkt das A-Finale. Alle übrigen Boote kämpfen im Hoffnungslauf um den Einzug in die Finals A/B, die am 27. August stattfinden.

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