BMX Feuer und Flamme für einen Trendsport

Die BMX-Asse des MSC Ingersheim wollen hoch hinaus. Hier zeigt ein Fahrer einen spektakulären Trainingssprung.
Die BMX-Asse des MSC Ingersheim wollen hoch hinaus. Hier zeigt ein Fahrer einen spektakulären Trainingssprung. © Foto: Martin Kalb
Ingersheim / Simon David 14.04.2018

Am Sonntag steigt auf der BMX-Bahn des MSC Ingersheim der traditionelle Baden-Württemberg-Cup („BaWü-Cup“), bei dem regelmäßig viele Fahrer aus dem ganzen Land an den Start gehen. Das erste Rennen startet um 12.30 Uhr. Aufgrund des großen Zuspruchs gibt es diesmal auch einen Beginners-Cup für Neulinge.

Über den Zuspruch gerade jüngerer Fahrer freut man sich beim MSC, der auf eine bewegte und erfolgreiche Geschichte zurückblickt. Bereits 1959 gründeten begeisterte Fahrer eine Motorsportgruppe. Bald feierten sie nationale und internationale Erfolge bei Geschicklichkeitsturnieren, Orientierungsfahrten und im Geländesport. Zu den Veranstaltungen, die die Ingersheimer ausrichteten, kamen mehrere tausend Zuschauer. 1978 erfolgte die Loslösung vom Sport- und Kulturverein sowie die Gründung als eigenständiger Verein.

Die Ausweisung des Ingersheimer Neckartals als Landschaftsschutzgebiet im Jahr 1987 bedeutete einen Einschnitt in der Vereinsgeschichte, da die Durchführung von Motorradrennveranstaltungen nun nicht mehr möglich war. Nach erfolglosen Versuchen, den Motorradsportbetrieb durch Sondergenehmigungen weiterhin fortsetzen zu können, entschied man sich beim MSC dafür, sich fortan dem Radsport zu widmen, insbesondere dem seit den 1980er-Jahren beliebten BMX-Sport. Seit 1985 gab es eine Jugendgruppe, ab Mitte der 1990er fanden auch immer mehr Erwachsene den Weg zum MSC.

30 Lizenzfahrer starten für MSC

Aktuell gehören dem Klub etwa 125 Mitglieder an, darunter 30 Lizenzfahrer. „Gerade in den letzten Jahren hatten wir einen Zulauf an jungen Mitgliedern“, sagt Carsten Bernauer, der Erste Vorsitzende. „Wir haben unser Trainingsangebot daher erweitert und bieten nun getrennte Übungseinheiten für Anfänger und Fortgeschrittene.“

Seit vielen Jahren richtet der MSC regelmäßig Rennen wie den „BaWü-Cup“ aus, der am Sonntag ausgetragen wird. Aber auch mehrtägige Bundesliga-Rennen und andere Großveranstaltungen fanden bereits auf der BMX-Bahn statt und sind auch für dieses Jahr geplant. Außergewöhnliche Ereignisse waren die Ausrichtung der deutschen Meisterschaft 2013 und der süddeutschen Meisterschaft 2017. Die Rennstrecke mit mehreren 360-Grad-Wendungen und weiteren anspruchsvollen Elementen erfreut sich bei den Fahrern größter Beliebtheit. „Wir machen Ingersheim mit unseren Veranstaltungen weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt“, sagt Carsten Bernauer. „Bei Bundesliga-Rennen haben wir Gäste aus ganz Deutschland. Dann sind alle Hotelzimmer in Ingersheim ausgebucht.“

Mehrere Sportler haben mit nationalen wie internationalen Erfolgen ebenfalls dazu beigetragen, dass der MSC bekannt wurde. Vor allem Kerstin Meyer holte zahlreiche Titel. In verschiedenen Disziplinen wurde sie knapp 30 Mal Deutsche Meisterin, doch auch mehrere Europameister- sowie Weltmeister-Titel sicherte sich die BMX-Fahrerin aus Heilbronn, die ihre Karriere im vergangenen Jahr beendet hat.

Ein großes Talent ist Philip Schaub. Der 20-Jährige, der im September eine Ausbildung zum KfZ-Mechatroniker bei Daimler beginnen wird, hat im Juniorenbereich mehrere deutsche Meistertitel und einen ersten Platz im Europacup geholt. In der Eliteklasse der Erwachsenen wartet der begeisterte BMX-Fahrer, der im Alter von fünf Jahren mit dem Radsport beim MSC begann, noch auf den Durchbruch. Aus der Teilnahme an der WM wird in diesem Jahr allerdings nichts. „Vor drei Wochen habe ich mir die Bänder im linken Fuß gerissen. Bis ich wieder fit bin, sind die Qualifikationsturniere gelaufen“, bedauert Schaub. Bis zur deutschen Meisterschaft in Frankfurt im Juli und der Europameisterschaft in Glasgow im August hofft er, wieder fit zu sein.

Der Leistungssport lässt Schaub nicht viel Zeit für anderes. „Ich spiele Klavier und treffe mich mit Freunden, aber bei zehn oder elf Trainingseinheiten pro Woche bleibt da nicht viel Zeit“, berichtet er. Seine Leidenschaft für den BMX-Sport ist aber riesig, daher nimmt er die Mühen gern auf sich. Auf seiner Heimrennbahn ist er sehr gerne unterwegs, allerdings überschneiden sich die Termine verschiedener Turniere, sodass es nicht immer mit einer Teilnahme in Ingersheim klappt. Den „BaWü-Cup“ am Sonntag wird er aber mit großem Interesse verfolgen. Beim MSC hofft man, dass der große Zulauf an neuen Mitgliedern auch in Zukunft anhalten wird.

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