Basketball Endet Pleitenserie im Schwabenduell?

Trainer Thorsten Leibenath spielt am Samstag mit Ulm gegen den Erzrivalen aus Ludwigsburg.
Trainer Thorsten Leibenath spielt am Samstag mit Ulm gegen den Erzrivalen aus Ludwigsburg. © Foto: Stefan Puchner/dpa
Ludwigsburg / bz 10.11.2018

Fünfzehnter gegen Vierzehnter, Orange-Schwarz gegen Gelb-Schwarz, Ratiopharm Ulm gegen MHP Riesen Ludwigsburg: Das Schwabenduell der Basketball-Bundesliga steht an – und elektrisiert, ob des Abstiegs des „richtigen“ Derbygegners aus Tübingen, die Lager beider Fans. Vor allem hinter der Bande geht es deshalb an diesem Samstag (18 Uhr) um mehr als zwei Punkte.

Auch wenn beide Mannschaften in den vergangenen Wochen nicht an ihr Leistungsmaximum kamen, sind die Rollen vor dem Sprungball klar verteilt sein: Ulm, das in der vergangenen Spielzeit zu den Negativüberraschungen der Liga zählte, hat sich zuletzt mehr und mehr gefangen, am Mittwoch Eurocup-Favorit Roter Stern Belgrad 95:80 bezwungen und damit die Chance aufs Weiterkommen erheblich gesteigert. Die Moral in der Mannschaft scheint intakt, obwohl gute Ergebnisse angesichts des schweren Auftaktprogramms mehrfach ausblieben. Die Donaustädter befinden sich nun aber im Aufwind.

Die Gäste aus Ludwigsburg haben zuletzt wettbewerbsübergreifend zehn Pleiten iin Folge kassiert und sind entsprechend angeschlagen. Schwer wiegt das abermalige Verspielen des Sieges in Ventspils (92:93 nach Verlängerung), zu sehr der mehrfach selbst verursachte Genickschlag. Dennoch steckt deshalb keiner der beteiligten Riesen-Akteure den Kopf in den Sand. Vielmehr möchten sie es nun erst recht allen zeigen – und am liebsten die Ulmer im prestigeträchtigen Derby überraschen.

Wiedersehen mit Ex-Spielern

Wie bereits in der Vergangenheit (ewige Bilanz: Ludwigsburg 18 Siege, Ulm 13 Siege) ist das Gastspiel in der Neu-Ulmer Ratiopharm- Arena kein leichtes. Denn vor eigener Kulisse sind die Ost-Württemberger zumeist eine Macht und können sich auf den Rückhalt ihrer Anhänger verlassen. Auch am Samstag wird die Halle ausverkauft sein. Besonders motiviert sind aber nicht nur die Fans beider Seiten, sondern auch zwei Ulmer-Neuzugänge: Dwayne Evans wechselte im vergangenen Sommer von Ludwigsburg nach Ulm. Bogdan Radosavljevic ging selbigen Weg erst vor zwei Wochen. Am Donauufer präsentiert sich der 25-Jährige verbessert und verbuchte in den ersten beiden Spielen im Ulmer Trikot im Schnitt sieben Punkte und 3,5 Rebounds.

Leistungsträger sind im Team von Coach Thorsten Leibenath aktuell aber noch andere Akteure: Neben Allrounder Evans (10,6 Punkte pro Partie) sind dies allen voran die Guards Javonte Green (13) und Patrick Miller (12,6). Die US-Amerikaner lassen mit ihrer athletischen und teils spektakulären Spielweise die Herzen der Ratiopharm-Fans höher schlagen – und finden sich regelmäßig in den Highlight-Tapes der BBL wieder.

Den Riesen schlottern aber trotzdem nicht die Knie. Denn die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass das Ludwigsburger Team sich vor keiner Mannschaft verstecken muss und gerade in lautstarken Auswärtshallen zu überzeugen weiß. Um die mitreisende Fan-Hundertschaft zu beglücken und die eigene Krise zu beenden, wäre ein Derbysieg Gold wert.

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