Bei der Generalprobe vor dem Rundenauftakt in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) haben die Bietigheim Steelers einen Achtungserfolg gefeiert: Sie schlugen am Sonntagabend die Nürnberg Ice Tigers aus der DEL vor 2109 Zuschauern in der EgeTrans-Arena mit 4:2 (0:1, 2:0, 2:1). „Wir haben in der Vorbereitung hart gearbeitet und viel gelernt. Jetzt sind wir bereit für eine erfolgreiche Saison“, sagte Trainer Hugo Boisvert nach dem letzten der sieben Testspiele, von denen Bietigheim vier gewann und drei verlor. Am Freitag (19.30 Uhr) wird es für seine Schützlinge nun erstmals richtig ernst – im DEL2-Auswärtsduell beim EC Bad Nauheim. Am Sonntag (17 Uhr) folgt dann die Heimpremiere gegen die Kassel Huskies.

Das Team aus dem Ellental hielt die Partie gegen Nürnberg jederzeit offen. Torhüter Stephon Williams war dabei der herausragende Bietigheimer Akteur auf dem Eis. Der 26-jährige US-Amerikaner überzeugte mit einer abgeklärten Spielweise und zahlreichen Paraden – und bekam immer wieder Szenenapplaus von den Rängen. „Er hat eine Topleistung gezeigt – so muss ein Torhüter spielen“, lobte Boisvert seinen neuen Goalie.

Die Steelers-Abwehr hinterließ wie schon in den Tests davor ebenfalls einen guten Eindruck, doch im Angriff fehlte zunächst die Durchschlagskraft. Auch der Paradesturm – mit Center Matt McKnight, Benjamin Zientek und dem erst am Freitag nach monatelanger Verletzungspause ins Aufgebot zurückgekehrten Alexander Preibisch – tat sich gegen die kompakte Nürnberger Deckung schwer. Noch geschont wurden Verteidiger Eric Stephan und Youngster Robert Kneissler.

Nürnberg hat neun Verletzte

Die vom Verletzungspech gebeutelten Franken – auf gleich neun Profis muss der neue Ice-Tigers-Coach Kurt Kleinendorst derzeit verzichten – waren in Durchgang eins die aktivere Mannschaft und beschäftigten Williams ordentlich. Gleich zweimal hatten die Schwaben bei Pfostentreffern Glück. In der 18. Minute ging der Erstligist verdient in Führung: Angreifer Will Acton nutzte bei Nürnberger Unterzahl eine Unaufmerksamkeit der Steelers-Defensive.

Im Mitteldrittel legte Bietigheim den Respekt ab und wurde mutiger. Verteidiger Chris Owens gelang bei einem Powerplay der Ausgleich – mit einem Schuss aus spitzem Winkel, der zum 1:1 im langen Eck einschlug (31.). Der aus Weißwasser gekommene kanadische Neuzugang überzeugte auch sonst bei seinen Ausflügen in die Offensive.

Bereits bei einer 46 Sekunden währenden doppelten Überzahl lag die erste Bietigheimer Führung in der Luft. So hatte McKnight mit einem Pfostenschuss Pech. Jetzt waren die Steelers ebenbürtig – mindestens. Kurz vor dem Drittelende war’s soweit: Freddy Cabana feuerte den Puck, aus nahezu identischer Schussposition wie beim Ausgleich, zum 2:1 ins Netz (39.).

Im letzten Spielabschnitt drückten die Ice Tigers auf das 2:2, aber mit vereinten Kräften hielten Williams und seine Vorderleute dagegen. Als Preibisch in der 55. Minute auch noch das dritte Tor für den SCB nachlegte, schien die Begegnung entschieden. Brett Festerling machte die Partie mit dem 2:3-Anschlusstreffer kurzzeitig noch mal spannend (58.). Nach Cabanas Empty-Net-Goal (59.) war der 4:2-Prestigeerfolg über den DEL-Vertreter jedoch endgültig im Sack.

„Das Ergebnis ist heute zweitrangig. Wichtiger ist, dass die Mannschaft funktioniert“, sagte Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch und betonte: „Erst am Freitag in Bad Nauheim zählt es.“

Verletzungspech beim Steelers-Auftaktgegner


Der EC Bad Nauheim, am Freitag (19.30 Uhr) erster Gegner der Bietigheim Steelers in der DEL2-Spielzeit 2019/20, geht mit einem großen Handicap in die Runde: Der deutsch-amerikanische Verteidiger Aaron Reinig (23) erlitt beim Testspiel der Hessen in Bayreuth (5:4-Sieg nach Penaltyschießen) einen Kreuzbandriss. „Wir müssen von einer Ausfallzeit von sechs bis neun Monaten ausgehen, was unterm Strich heißt, dass die Saison für Aaron beendet ist. Sein Ausfall schmerzt uns sehr, weil es sicher nicht einfach werden wird, hier gleichwertigen Ersatz am Spielermarkt zu bekommen“, sagte Bad Nauheims Trainer Christof Kreutzer. ae