Die Bietigheim Steelers haben ihren Durchhänger kurz vor und nach Weihnachten überwunden und scheinen zum Jahresende hin wieder in Fahrt zu kommen. Am Samstagabend feierten sie nach einer starken Leistung einen verdienten 4:2-Sieg bei den Lausitzer Füchsen. In der DEL2-Tabelle machten die Eishockey- Cracks aus dem Ellental einen Platz gut und verdrängten die Tölzer Löwen vom siebten Rang.

Einen Aufwärtstrend zeigte speziell auch Guillaume Leclerc, der nach zwei punktlosen Begegnungen wieder drei Zähler einheimste. Einen Treffer erzielte der französische Nationalspieler selbst, zwei weitere bereitete er vor. „Ich bin extrem stolz auf meine Mannschaft. Das war ein Charaktersieg nach den letzten zwei Niederlagen“, stellte Steelers- Trainer Marc St. Jean zufrieden fest. Sein Team trifft nun zum sportlichen Jahresabschluss an diesem Montag (20 Uhr) auf den Spitzenreiter Kassel Huskies (siehe Infokasten).

Erstes Überzahlspiel, erstes Tor

Eine halbe Stunde lang spielten die Schwaben den bisherigen Tabellenzehnten an die Wand. Das erste Powerplay der Partie mündete sogleich in die Bietigheimer 1:0-Führung: Füchse-Torhüter Maximilian Franzreb wehrte Matt McKnights Schuss noch ab, doch im Nachschuss war Freddy Cabana erfolgreich (4.).

Im zweiten Durchgang benötigten die Gäste nur 36 Sekunden zum 2:0. Nach einem Missverständnis zwischen Joel Keussen und Robert Farmer an der Mittellinie fehlte bei den weit aufgerückten Sachsen die Absicherung. Leclerc schnappte sich den Puck, zog Richtung Gehäuse und verlud Franzreb (21.). In der 31. Minute nutzte auch das Team aus Weißwasser sein erstes Überzahlspiel – Darcy Murphy verkürzte auf 1:2. Nur sieben Sekunden hatte Cabana da auf der Strafbank gehockt. Fünf Minuten später antworteten die Steelers mit ihrem dritten Tor: Bei einer Drei-gegen-eins-Situation parierte Franzreb einen Schuss von McKnight noch mit dem rechten Schoner, aber Brett Breitkreuz war zur Stelle und staubte zum 1:3 ab (36.).

Dessen jüngerer Bruder Clarke besorgte im letzten Drittel den 2:3-Anschlusstreffer für die Füchse, indem er im Slot einen Rückpass von Topscorer Mike Hammond verwertete (46.). Nun hatten die Oberlausitzer Oberwasser, zumal sich die Steelers fleißig Strafzeiten abholten. In der Endphase nahm Weißwasser-Trainer Corey Neilson den Goalie vom Eis und versuchte es mit sechs Feldspielern – vergeblich. Dafür traf Alexander Preibisch zehn Sekunden vor Schluss zum finalen 2:4 in den leeren Kasten.

So spielten sie


DEL2, 32. Spieltag
Weißwasser – Bietigheim

2:4

Drittel: 0:1, 1:2. 1:1.
Tore: 0:1 Cabana (4./Überzahl), 0:2 Leclerc (21.), 1:2 Murphy (31./Überzahl), 1:3 Brett Breitkreuz (36.), 2:3 Clarke Breitkreuz (46.), 2:4 Preibisch (Empty Net).
Strafminuten: 12 (6 Strafen) – 16 (8 Strafen).
Schiedsrichter: Eugen Schmidt (Brackwede), Marc André Naust (Iserlohn); Zuschauer: 2950.

Der Tabellenführer aus Kassel kommt zum letzten Spiel 2019


Auf die Steelers und ihre Fans wartet kurz vor dem Jahreswechsel noch ein Kracher: An diesem Montag (20 Uhr) gibt der Spitzenreiter Kassel Huskies seine Visitenkarte im Ellental ab. Die Nordhessen führen die DEL2-Tabelle punktgleich mit den Heilbronner Falken (beide 60 Zähler) an. Am Samstag setzte es für Kassel im Gipfelduell gegen die Unterländer allerdings eine 2:5-Heimpleite. Die beiden jüngsten Gastspiele gingen ebenfalls verloren – mit 0:1 in Weißwasser und mit 1:2 in Bad Nauheim. In der Auswärtstabelle belegt das Team von Trainer Tim Kehler darum nur Platz fünf. Sieben Erfolgen in der Fremde stehen neun Pleiten gegenüber. Dafür sind die Huskies mit 13 Siegen bei drei Niederlagen die heimstärkste Mannschaft der Liga.

Den roten Helm des Top­scorers trägt aktuell Ben Duffy. Der kanadische Center hat es bisher auf 34 Punkte (12 Treffer, 22 Vorlagen) gebracht. Es folgen der Ex-Heilbronner Justin Kirsch (32) und der Kanadier Corey Trivino (30). Der beste Torschütze der Gäste ist aber Alexander Karachun, der schon 18 Mal zugeschlagen hat. Das erste Kräftemessen mit den Huskies haben die Steelers am zweiten Spieltag mit 4:2 gewonnen. In Kassel gab es dagegen Anfang Oktober ein Bietigheimer 2:10-Debakel. ae