Noch zwei Spieltage sind in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) im alten Jahr zu absolvieren. Die Bietigheim Steelers treten an diesem Samstag (17 Uhr) bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser an, ehe sie am Montag (20 Uhr), kurz vor dem Jahreswechsel, zu Hause den Spitzenreiter Kassel Huskies herausfordern.

Die jüngsten Ergebnisse und Leistungen lassen nichts Gutes erahnen. Die vergangenen vier Auswärtsduelle hat das Team um Topscorer Matt McKnight alle verloren. Am zweiten Weihnachtsfeiertag riss nun auch die Heimserie mit vier ungeschlagenen Spielen in der EgeTrans-Arena: Nach einer enttäuschenden Vorstellung gab es ein 1:2 gegen die elftplatzierten Dresdner Eislöwen. Fehlende Durchschlagskraft im Angriff, mangelnde Effektivität, individuelle Fehler und ein grottenschlechtes Powerplay – das waren die Gründe für die zweite Niederlage in Folge und die bereits fünfte Heimpleite. „Dresden hat härter als wir gearbeitet, sowohl in Unterzahl als auch in Überzahl. So hat der Gegner auch das Unterzahl-Tor erzielt. Daraus müssen wir lernen“, meinte Trainer Marc St. Jean, dessen Mannschaft auf den achten Tabellenrang abgerutscht ist.

Der 41-jährige Deutsch-Kanadier hat inzwischen 13 Partien als Verantwortlicher an der Bande hinter sich, doch auch mit ihm glückte noch nicht die Wende. Sein Punkteschnitt ist momentan sogar schlechter als der seines Vorgängers: Unter Hugo Boisvert holten die Steelers bis zu dessen Rauswurf am 21. November in 19 Spielen 1,6 Punkte, unter St. Jean sind es bisher nur 1,3 Zähler.

Auch andere Statistiken legen die Defizite in dieser Saison schonungslos offen. Bietigheim stellt mit durchschnittlich 2,9 Toren pro Begegnung den zweitschwächsten Angriff der Liga – hinter den nur geringfügig schlechteren Eispiraten Crimmitschau. Sogar das Schlusslicht aus Bayreuth (3,2) ist in der Offensive erfolgreicher als der SCB. Unter den besten 50 DEL2-­Scorern befindet sich mit dem kanadischen Mittelstürmer McKnight auf Platz 13 nur ein Bietigheimer Profi. Bei bislang 15 Siegen und 17 Niederlagen ist das Torverhältnis mit minus neun klar negativ.

Beim Überzahlspiel ist mit einer Erfolgsbilanz von 17,9 Prozent ebenfalls noch viel Luft nach oben, auch wenn gleich ein halbes Dutzend Klubs hier noch schwächer abschneidet. Zum Vergleich: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 30,2 Prozent führt ein Powerplay der Tölzer Löwen zu einem Treffer. Um auch etwas Positives zu erwähnen: Das Bietigheimer Penaltykilling (Erfolgsquote 84,6 Prozent) ist hinter dem des EV Landshut (85,4) das zweitbeste im 14er-Feld.

Motivator als Trainer gesucht

Derweil läuft bei den Steelers im Hintergrund die Suche nach einem Chefcoach. Die rund 30 Bewerbungen auf den Posten werden gesichtet und durchgearbeitet. Der Fokus liegt dabei bereits auf der Spielzeit 2020/21, in der erstmals seit langer Zeit ein sportlicher Aufstieg in die DEL möglich sein wird.

Bis der perfekte Kandidat gefunden ist, genießt St. Jean das Vertrauen der Verantwortlichen – notfalls bis zum Saisonende. „Marc ist unser Trainer, solange wir nicht den Kandidaten haben, von dem wir zu 100 Prozent überzeugt sind, dass er uns nach oben führt“, sagte Geschäftsführer Volker Schoch der BZ vor dem Weihnachtsspiel gegen Dresden – und präzisierte das Anforderungsprofil an den künftigen Kommandogeber hinter der Bande: „Er sollte bereits Erfolge vorweisen können, die Liga kennen, einen Blick auf deutsche Spieler haben und eine Mannschaft motivieren können.“