Die Bietigheim Steelers können’s auswärts auch in der regulären Spielzeit: Nachdem die ersten zwei DEL2-Gastauftritte in Bad Nauheim und Ravensburg jeweils im Penaltyschießen entschieden worden waren, setzte sich das Team aus dem Ellental am Sonntagabend bei den Wölfen Freiburg schon nach 60 Minuten durch. Beim 3:2-Sieg trafen mit Tim Schüle und Chris Owens gleich zwei Verteidiger für Bietigheim. Das dritte Gästetor zur 1:0-Führung hatte Lukas Laub erzielt. „Wir haben gut gespielt und gut gekämpft. Es ist nie einfach, in Freiburg Punkte zu holen. Der Sieg tut meiner Mannschaft gut“, sagte Steelers-Trainer Hugo Boisvert nach dem fünften Erfolg im sechsten Saisonspiel.
Mit nun 14 Zählern führt Bietigheim die Tabelle vor Kassel und Bad Tölz (beide 12) an. Bereits am Mittwoch (19.30 Uhr) geht es für die Steelers erneut in der Fremde weiter – beim Verfolger Kassel Huskies, dem früheren Verein von Coach Boisvert.
Von der ersten Sekunde lieferten sich beide Mannschaften vor den 2482 Zuschauern in der Freiburger Echte-Helden-Arena eine temporeiche Begegnung. Vom ersten Drittel an zeigten die Wölfe den Gästen ihre Klauen und hielten die Partie offen: Nur 10:8 lautete das Torschuss-Verhältnis zugunsten der Steelers, die noch mit angezogener Handbremse zu spielen schienen. Ben Meisner und Stephon Williams demonstrierten mehrfach, warum sie zu den besten Goalies der Liga gehören, und ließen sich nicht bezwingen. „Wir waren am Anfang nicht da und nicht bereit für die ersten 20 Minuten“, stellte Steelers-Topverteidiger Tim Schüle im Interview mit Sprade-TV selbstkritisch fest.
Offenbar fand Boisvert in der Kabine die richtigen Worte. Der zweite Durchgang begann mit viel Bietigheimer Offensivelan. In der 28. Minute war der Torbann gebrochen: Nach einem Zuspiel von Max Prommersberger hielt Neuzugang Laub seinen Schläger hin und schoss die Schwaben in diesem Baden-Württemberg-Duell verdient in Front – sein bereits siebter Scorerpunkt im sechsten Einsatz für seinen neuen Klub.

Erste Strafe in der 38. Minute

Bis zur 38. Minute dauerte es, ehe die beiden Hauptschiedsrichter Sascha Westrich und Andreas Koch die erste Strafzeit verhängten: Es erwischte Gästekapitän Nikolai Goc. Das erste Powerplay der Partie bescherte den Breisgauern prompt den Ausgleich: Alexander Brückmann durfte sich auf dem linken Flügel ungestört dem Bietigheimer Kasten nähern und hämmerte die Scheibe mit Schmackes an den Innenpfosten, von wo sie zum 1:1 ins Netz flog.
In der 44. Minute profitierte der Favorit wieder mal von Schüles Schussgewalt: Der langjährige DEL-Profi zog nahe der blauen Linie kurzerhand ab; der Puck passierte Freund und Feind und auch den bisher so stark haltenden Meisner – 1:2. Doch Freiburg blieb ein aufmüpfiger Gegner. Kurz nach dem ersten und einzigen Bietigheimer Überzahlspiel gelang den Hausherren der erneute Ausgleich: Der US-Amerikaner Cam Spiro nutzte den Raum, den ihm die Steelers gewährten, zu einem Alleingang und überwand seinen Landsmann Williams mit einem Schuss ins lange Eck (53.).
In der Schlussphase schlug mit Owens ein weiterer Verteidiger im weißen Trikot zu: Wölfe-Defensivmann Marvin Neher leistete sich am eigenen Gehäuse einen Scheibenverlust. Yannick Wenzel bediente Owens mit einem Rückpass, und der Kanadier vollstreckte zum 2:3 (57.). Nach einer Auszeit von EHC-Trainer Peter Russell, einst britischer Nationalcoach, riskierten die Südbadener noch mal alles und agierten in den letzten 132 Sekunden ohne Keeper. Mit viel Einsatz und dem weiter überzeugenden Williams im Kasten behaupteten die Steelers aber ihren knappen Vorsprung.

So spielten sie

DEL2, 6. Spieltag
Freiburg – Bietigheim

2:3

Drittel: 0:0, 1:1, 1:2.
Tore: 0:1 Laub (28.), 1:1 Brückmann (38./Überzahl), 1:2 Schüle (44.), 2:2 Spiro (53.), 2:3 Owens (57.).
Strafminuten: 2 (1 Strafe) – 4 (2 Strafen).
Schiedsrichter: Sascha Westrich (Zweibrücken), Andreas Koch (Schweiz); Zuschauer: 2482.

Herm erzielt den schönsten Treffer der Vorsaison

Jannik Herm vom EHC Freiburg ist für das Tor des Jahres aus der vergangenen DEL2-Spielzeit geehrt worden. Der 28-jährige Stürmer, der 2010/11 auch mal für die Bietigheim Steelers auf Torejagd ging, setzte sich in einem Facebook- Voting durch. Den besagten Powerplay-Treffer erzielte Herm am zweiten Spieltag der Saison 2018/19 gegen die Tölzer Löwen. Dabei ließ der gebürtige Karlsruher den damaligen EC-Goalie Ben Meisner mit einer frechen Stockbewegung entlang der Torlinie aussteigen und schob den Puck ins Netz. Kurios: Der damals überwundene Meisner hütet inzwischen selbst den Wölfe-Kasten. Das Video von dem Traumtor ist unter anderem auf der Homepage der DEL2 zu sehen. ae
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