Das Gipfelduell in der Deutschen Eishockey- Liga 2 (DEL2) steigt an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) in der Eissporthalle Kassel. Die dort beheimateten Huskies fordern als Tabellenzweiter den Spitzenreiter Bietigheim Steelers heraus. Mit einem Heimsieg würden die Nordhessen die Gäste aus dem Ellental überflügeln. Schließlich trennen die zwei Topklubs in der Tabelle nur zwei Zähler.

Steelers-Sieg im ersten Duell

Beide Teams sind spektakulär in die neue Saison gestartet. Die Steelers haben in der regulären Spielzeit noch keine Partie verloren – das 2:3 nach Penaltyschießen zum Auftakt beim EC Bad Nauheim war die bisher einzige Niederlage. Es folgten fünf Siege, die das Boisvert-Ensemble auf Rang eins katapultierten. Die Huskies haben bisher ebenfalls erst einmal den Kürzeren gezogen – und das ausgerechnet gegen Bietigheim: Am zweiten Spieltag setzten sich die Schwaben zu Hause verdient mit 4:2 durch. Da die Hessen außerdem noch das auf einen späteren Zeitpunkt verschobene Gastspiel in Landshut in der Hinterhand haben, ist die Tabelle noch etwas krumm. „Dass Kassel so weit vorne steht, ist für mich keine Überraschung. Die Huskies sind tief besetzt, im Angriff sehr gefährlich und haben mit Gerald Kuhn einen Top-Torhüter“, sagt Steelers- Trainer Hugo Boisvert.

Er selbst hat in der Defensive ein Problem zu lösen. Denn nach Eric Stephan und Fabian Ribnitzky fällt nun mit Nikolai Goc schon der dritte Verteidiger verletzt aus. Der 33-jährige Kapitän zog sich am Sonntagabend beim 3:2-Erfolg in Freiburg wenige Sekunden vor Spielende bei einer Massenrangelei vor dem Bietigheimer Tor eine Blessur am Unterkörper zu. Seine Ausfallzeit gibt der Klub mit sechs Wochen an. „Niki ist unser Anführer und hat bisher super gespielt. Wir werden ihn vermissen“, bedauert Boisvert, fügt aber pragmatisch hinzu: „Zum Eishockey gehören nun mal auch Verletzungen. Das bedeutet mehr Eiszeit für die anderen.“

Summa summarum haben die Steelers aktuell nur noch fünf Abwehrkräfte im Aufgebot, Allrounder René Schoofs bereits eingeschlossen. Der 34-jährige Bietigheimer Rekordspieler teilt sich jetzt mit Alexander Preibisch die Kapitänsrolle und führt das Team während der Abwesenheit von Goc in den Heimpartien aufs Feld, „Speedy“ Preibisch ist auswärts an der Reihe. „René hat in den Playoffs der vergangenen Saison und zuletzt auch in Freiburg stark verteidigt. Egal, auf welcher Position oder in welcher Reihe er aufläuft – er macht immer einen super Job“, lobt Boisvert den Dauerbrenner, der seit der Saison 2001/02 für die Steelers-Profis aufs Eis geht.

Besonderes Spiel für Boisvert

Abgesehen von der Tabellenkonstellation hat das Topspiel für den Coach auch eine persönliche Note. Denn von 2006 bis 2010 sowie von 2015 bis 2018 stand er selbst bei den Huskies unter Vertrag. Mit dem Klub wurde er zweimal Zweitliga-Meister – erst als Spieler (2007/08), dann als Co-Trainer an der Seite von Rico Rossi (2015/16). Mit Kapitän Alexander Heinrich, Derek Dinger, Michael Christ und Richard Mueller hat Boisvert noch selbst zusammengespielt. Vier weitere Akteure aus dem Kader kennt er noch von seiner damaligen Tätigkeit im Trainerstab. „Es ist immer schön, nach Kassel zurückzukehren. Ich hatte dort eine tolle Zeit und habe viel gelernt – auch für meinen jetzigen Job“, stellt der Bietigheimer Trainer fest. „Für unsere Mannschaft ist es dagegen ein ganz normales Spiel gegen einen Topgegner.“