Das Beständige bei den Bietigheim Steelers ist in dieser DEL2-Saison die Unbeständigkeit. Da gewinnen sie am Freitag dank einer grandiosen kämpferischen Vorstellung gegen den Meister Ravensburg Towerstars mit 4:1, um dann zwei Tage später beim Drittletzten Bayreuth Tigers mit 2:3 nach Verlängerung zu verlieren. Nach fünf Niederlagen in den vergangenen sieben Partien und sechs Auswärtspleiten in Serie geht der Klub aus dem Ellental als Tabellenachter in die Deutschland-Cup-Pause.

Danach sollen auch die fünf verletzten Leistungsträger Stephon Williams, Nikolai Goc, Tim Schüle, Matt McKnight und Norman Hauner bald wieder ins Team zurückkehren. Und das scheint auch bitter nötig. Denn in Bayreuth klemmte es vor allem im Bietigheimer Angriffsspiel wieder an allen Ecken und Enden. Ohne die Powerplay-Spezialisten Schüle und McKnight ist gerade das Überzahlspiel momentan ein großer Schwachpunkt. 14 Powerplays in Folge haben die Steelers zuletzt nicht zu nutzen vermocht, in Bayreuth waren es wieder deren drei ohne Torerfolg. Der letzte Treffer in Überzahl – beim 3:2 gegen Kaufbeuren – liegt bereits fünf Spiele zurück.

Zum Leidwesen der Schwaben kam hinzu, dass die heimstarken Bayreuther am Sonntag einen sehr guten Tag erwischt hatten. Das galt speziell für ihren Torjäger Tyler Gron. Der 30-jährige Deutsch-Kanadier biss gleich dreimal für die Tigers zu und erzielte nach 52 Sekunden in der Verlängerung auch das entscheidende 3:2. In den vergangenen zehn Tagen hat Gron nun gleich drei Dreierpacks geschnürt – so gut in Schuss ist derzeit kein anderer Profi in der Liga.

Rückstand nach 22 Sekunden

Kalt erwischt wurden die Steelers bereits nach 22 Sekunden: Gron hängte nach Juuso Rajalas Steilpass seinen Bietigheimer Bewacher ab und überwand SCB-Keeper Cody Brenner zum 1:0 – erster Schuss, erstes Tor, ein denkbar schlechter Auftakt für die Schwaben. Das Rumpfteam von Trainer Hugo Boisvert übernahm jetzt zwar das Kommando, kam aber nicht richtig auf Touren. Die größte Gefahr strahlte noch Freddy Cabana aus – etwa bei einer Einzelaktion in der sechsten Minute. Allerdings scheiterte der Stürmer da am nicht nur in dieser Szene stark haltenden Torhüter Timo Herden.

Zumindest das Unterzahlspiel der Steelers funktionierte so wie schon am Freitag gegen Ravensburg wieder einwandfrei. Mit einem Mann weniger auf dem Feld gelang Bietigheim im Mitteldrittel sogar der Ausgleich. Beim ersten Bayreuther Powerplay fuhren René Schoofs und Alexander Preibisch einen Konter, und „Speedy“ Preibisch nutzte den Querpass seines Sturmpartners zum 1:1, indem er den Puck rotzfrech zwischen Herdens Schonern hindurchschoss (30.). Doch mehr Sicherheit gab den Gästen dieses Tor nicht. Dafür traf Gron noch vor Drittelende mit einem Schlagschuss aus kurzer Distanz zum 2:1 für die Oberfranken (38.).

Im letzten Durchgang hatte Bayreuth Vorteile, dennoch konnte Bietigheim in der 57. Minute noch egalisieren: Brett Breitkreuz zog von rechts außen nach innen und vollstreckte eiskalt zum 2:2. Ein regulärer Treffer, wie auch die Schiedsrichter nach dem Video­studium feststellten.

In der Verlängerung schlug dann Gron zum dritten Mal zu: Er schob die Scheibe gedankenschnell zum 3:2 ein, während alle Bietigheimer Akteure – der mit den Schonern bereits auf dem Eis kniende Brenner eingeschlossen – den Puck aus den Augen verloren hatten. „Wir sind jetzt froh über die Pause, damit sich die Spieler körperlich erholen können“, sagte Steelers-Trainer Boisvert. Die nächste DEL2-Partie findet erst am 15. November beim Aufsteiger EV Landshut statt.

So spielten sie


DEL2, 17. Spieltag
Bayreuth – Bietigheim

3:2 n.V.

Drittel: 1:0, 1:1, 0:1; 1:0.
Tore: 1:0 Gron (1.), 1:1 Preibisch (30./Unterzahl), 2:1 Gron (38.), 2:2 Breitkreuz (57.), 3:2 Gron (60.+1).
Strafminuten: 6 (3 Strafen) – 4 (2 Strafen).
Schiedsrichter: Bastian Haupt (Kempten), Martin Holzer (Altusried).
Zuschauer: 1617.