Der Ausfall mehrerer Schlüsselspieler, vier Niederlagen in den vergangenen fünf DEL2-Partien, das erste Wochenende ohne Punkt, die bittere 1:4-Derbypleite am Sonntag bei den Heilbronner Falken, der Absturz auf Rang acht, Auswärtskomplex und Torflaute – viel Positives gibt es derzeit nicht von den Bietigheim Steelers zu berichten. Da tut die Wasserstandsmeldung, die Matt McKnight am trainingsfreien Montag beim Verein abgegeben hat, gut: Der kanadische Topscorer signalisierte, dass er sich normal fühle und verzichtete auch auf einen Arztbesuch. Der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung erhärtete sich bisher nicht.

Quartett schuftet für Comeback

McKnight war in Heilbronn am Ende des ersten Drittels vom Ellbogen seines Gegenspielers Corey Mapes voll an der Kinnspitze getroffen worden und konnte nicht mehr weiterspielen. „Matt war zu Hause und hatte ein bisschen Kopfweh. Wir gehen aktuell davon aus, dass es nichts Großes ist“, sagt Geschäftsführer Volker Schoch. Bei der Übungseinheit an diesem Dienstagmorgen wird der 35-jährige Center wohl mitmischen können – und auch am Freitag (17 Uhr) im Heimspiel gegen den Titelverteidiger Ravensburg Towerstars.

Erst nach der Deutschland- Cup-Pause (7 bis 10. November) sind die vier anderen verletzten Sorgenkinder wieder dabei. Das Comeback von Torhüter Stephon Williams, Tim Schüle und Alexander Preibisch ist für das Duell am 15. November in Landshut geplant, bei Kapitän Nikolai Goc wird es wohl noch etwas länger dauern. Alle vier Rekonvaleszenten arbeiten Schoch zufolge jeden Tag hart mit Fitnesstrainer Fabian Wolpert und Physiotherapeut Pirmin Härle an ihrer Rückkehr.

Für Aktionismus auf dem Spielermarkt sieht der Steelers-Macher allerdings noch keinen Grund, und das gilt insbesondere auch für die Besetzung einer weiteren Ausländerstelle. „Erst an Weihnachten ist die Hälfte der Hauptrunde vorbei, dann sehen wir, wohin die Reise geht. Wir haben noch bis zum 15. Februar Zeit, um zu reagieren“, sagt Schoch.

Die Formkurve der Mannschaft zeigte zuletzt nach unten. In der Offensive fehlen die Ideen und die Durchschlagskraft, auch das Powerplay funktioniert nicht mehr. Entsprechend mager fiel in den vergangenen Begegnungen die Torausbeute aus. Die Quittung: Mit 24 Zählern belegt der Mitfavorit aus dem Ellental nach 15 Spieltagen nur den achten Rang. Der Rückstand zu Platz drei beträgt freilich gerade mal drei Punkte. „Wie viele andere Teams schwimmen wir in dieser ausgeglichenen Liga bisher mit. Wir haben nicht positiv überrascht, aber auch nicht total enttäuscht – und wir sind auch noch nicht abgestiegen“, relativiert Schoch die gegenwärtige Situation und stellt einen blumigen Vergleich aus der Autobranche an: „Wir haben jetzt ein paar Schrammen abbekommen und einen Lackschaden, aber noch keinen Totalschaden. Bevor wir einen Totalschaden erleiden, würden wir reagieren“, so der Geschäftsführer.

Gelassen geht er auch mit den Stimmen mancher Fans um, die vor allem in den sozialen Medien die Ablösung von Coach Hugo Boisvert fordern. „Hugo ist in der Diskussion, seit er in Bietigheim ist. Gewinnen wir, waren es die Spieler oder ein schwacher Gegner, verlieren wir, ist immer der Trainer schuld“, sagt Schoch. Gleichwohl sieht er den Übungsleiter verstärkt in der Pflicht – genauso wie den gesamten Kader: „Hugo ist gefordert und muss jetzt die Mannschaft aufrichten und die Systeme anpassen. Das Team kann mehr, als es aktuell zeigt.“ Mangelnde körperliche Fitness sei jedenfalls nicht der Grund für den jüngsten Abwärtstrend, wie Schoch beteuert: „Alle unsere Spieler haben Topwerte.“