So sieht eine eindrucksvolle Antwort aus: Nur zwei Tage nach der 2:10-Schmach bei den Kassel Huskies boten die Bietigheim Steelers am Freitagabend eine bockstarke Leistung und fertigten das DEL2- Schlusslicht Dresdner Eislöwen mit 4:1 ab. Damit verbesserte sich das Team aus dem Ellental auf Rang drei. „Es hat mich gefreut, wie die Jungs aufgetreten sind. Sie haben mit viel Leidenschaft und Herz gespielt“, sagte Trainer Hugo Boisvert und verriet: „Die Jungs waren sehr sauer über die Niederlage am Mittwoch.“

Die krisengeplagten Eislöwen waren um ihr Gastspiel in der EgeTrans-Arena nicht zu beneiden. Zum einen wollten die Steelers nach dem Debakel in Kassel ihr wahres Gesicht zeigen und die Pleite schnell aus der Welt und den Köpfen der Fans schaffen. Zum anderen hatten sie mit den Mannen aus Sachsen noch eine Rechnung offen. Denn sie waren es, die Bietigheim im Playoff-Viertelfinale der Vorsaison ausschalteten und den obligatorischen Finaleinzug verhinderten.

Entsprechend offensiv und engagiert gingen die Gastgeber zur Sache. Die Steelers, die anlässlich des Tags der Deutschen Einheit tags zuvor in schwarz-rot-gold-farbenen Trikots aufliefen, dominierten bereits das erste Drittel. Sie ließen die Scheibe flüssig durch die Reihen laufen, spielten ihre Schnelligkeits-Vorteile aus und standen im Gegensatz zum Mittwoch auch hinten sehr stabil. Die Bietigheimer Überlegenheit mündete in eine verdiente 1:0- Führung zur ersten Drittelpause – und die resultierte ausgerechnet aus einem Treffer in Unterzahl: Nach einem Fehlpass der Dresdner ging Matt McKnight auf und davon und überwand den Eislöwen-Torhüter Florian Proske im zweiten Versuch (17.). Gästetrainer Rico Rossi strich sich an der Bande über die Glatze. Hätte er gekonnt, hätte er sich wohl die Haare gerauft.

Im zweiten Durchgang benötigten die Steelers nur 17 Sekunden zum 2:0: Lukas Laub und McKnight spielten sich mit einem Doppelpass durch die Dresdner Verteidigung, und Laub krönte den Angriff mit seinem vierten Saisontreffer und dem neunten Scorerpunkt. Auch von Mario Lamoureux’ Powerplay-Tor zum 1:2 (23.) ließ sich das Heimteam nicht ins Bockshorn jagen. Bereits drei Minuten später gab Bietigheim die Antwort: Proske lenkte Frédérik Cabanas Schuss nach vorne ab, dort lauerte Norman Hauner auf die Scheibe, doch Dennis Swinnen war noch schneller und hämmerte den Puck zum 3:1 ins Netz (25.).

Fast identisch fiel das 4:1: Wieder entschärfte Proske einen Cabana-Schuss, diesmal mit dem Schoner – und wieder stand Swinnen goldrichtig und war im Nachschuss erfolgreich (39.). Es war ein Steelers-Drittel, das der Perfektion ziemlich nahe kam – auch wenn Coach Boisvert immer mal wieder gern betont, dass es keine perfekten Spiele gäbe.

Williams klärt spektakulär

Die Eislöwen präsentierten sich vor den 2157 Zuschauern keineswegs wie ein Tabellenletzter und Punktelieferant, doch gegen die Qualität der Steelers kamen sie an diesem Abend eben einfach nicht an. Im letzten Durchgang nahm die Mannschaft um Zweitkapitän René Schoofs etwas den Druck vom Kessel, blieb aber jederzeit Herr der Lage und brachte den sechsten Sieg im achten Saisonspiel souverän über die Zeit. Zumal der Gegner nun selbst nicht mehr an eine Chance zu glauben schien.

Sekunden vor Spielende hatte Goalie Stephon Williams noch einen großen Auftritt: Der US-Amerikaner riskierte gegen den auf ihn zustürmenden Timo Walther Kopf und Kragen und klärte weit vor seinem Gehäuse mit einer spektakulären Flugshow. Dafür wurde er mit Sprechchören gefeiert. Von der Blamage in Kassel sprach da schon längst niemand mehr. Die Steelers hatten auf die Kassel-Schlappe eine eindrucksvolle Reaktion gezeigt. Am Sonntag (17 Uhr) geht’s für sie mit einem Gastspiel in Weißwasser bei den Lausitzer Füchsen weiter.

So spielten sie


DEL2, 8. Spieltag
Bietigheim – Dresden

4:1

Drittel: 1:0, 3:1, 0:0.
Tore: 1:0 McKnight (17./Unterzahl), 2:0 Laub (21./Überzahl), 2:1 Lamoureux (23./Überzahl), 3:1 Swinnen (25./Überzahl), 4:1 Swinnen (39./Überzahl).
Strafminuten: 6 (3 Strafen) – 22 (7 Strafen).
Schiedsrichter: Eugen Schmidt (Brackwede), Göran Noeller (Bad Muskau).
Zuschauer: 2157.

Steelers-Amateure spielen beim Erzrivalen


Der zweite Spieltag hat es für den SC Bietigheim-Bissingen in der Eishockey-Regionalliga Südwest in sich: Nach dem 4:3-Heimsieg am Donnerstagabend gegen den ESC Hügelsheim nach Penaltyschießen treten die von Jakob Vostarek trainierten Steelers- Amateure am Sonntag (18.30 Uhr) beim Lokalrivalen Heilbronner EC an. Die Unterländer sind mit einer 2:4-Niederlage beim EHC Zweibrücken in die Runde gestartet. In den vergangenen beiden Spielzeiten hat die Mannschaft aus dem Ellental jeweils die Meisterschaft gewonnen.  ae