Eigentlich hatte man geglaubt, dass die Bietigheim Steelers nach einer kleinen Durststrecke durch den 4:2-Sieg in Weißwasser wieder zurück in der Bahn seien. Doch dann folgte zum Jahresausklang die böse 1:7-Klatsche gegen DEL2-Tabellenführer Kassel Huskies. Nun geht es in einem Doppel-Duell gegen die Tölzer Löwen darum, den Platz in der oberen Tabellenhälfte zu sichern. An diesem Freitag (20 Uhr) ist das Team des ehemaligen Steelers-Trainers Kevin Gaudet zu Gast in der Bietigheimer EgeTrans-Arena, am Sonntag (18.30 Uhr) sehen sich die beiden Kontrahenten in der Tölzer Wee-Arena bereits wieder.

„Wir wissen nicht, warum wir 1:7 verloren haben“, blickt Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch noch einmal auf die Partie gegen Kassel zurück. „Am Trainer liegt es jedenfalls definitiv nicht. Irgendwie gibt es eine Blockade in den Köpfen der Spieler, die wir nicht nachhaltig gelöst bekommen“, so Schoch weiter. Negativ ins Gewicht fiel allerdings, dass gleich drei Schlüsselspieler gegen den Klassenprimus ausfielen. Neben Lukas Laub und Dennis Swinnen musste auch Norman Hauner nach einem Pferdekuss im Spiel in der Lausitz passen. „Ich bin froh, dass Lukas am Freitag wieder dabei ist, auch wenn er konditionell noch ein paar Defizite hat. Aber er ist komplett schmerzfrei“, berichtet der Geschäftsführer. Womöglich zum Auswärtsspiel am Sonntag soll auch Hauner wieder zur Verfügung stehen. Nur Swinnen wird noch eine Weile fehlen.

Neuzugänge für die Löwen

Eigentlich könnte man meinen, dass die Tölzer Löwen ein willkommener Gegner seien, nachdem Gaudet so lange im Ellental das Zepter geschwungen hat und dort bestens bekannt sein müsste. Dem widerspricht Schoch aber. „Wir wissen nie, wie Kevin seine Mannschaft einstellt. Zumal er ja auch noch einen neuen Spieler hat.“ Genau genommen sind es sogar zwei Spieler. Denn nicht nur der langjährige Bietigheimer Mark Heatley trägt nun das gelb-schwarze Trikot, auch Maximilian Franzreb, beim 4:2-Sieg der Steelers noch in Weißwasser zwischen den Pfosten, kehrt zu seinem Heimatverein zurück. Dies gaben die Eisbären Berlin, bei denen er unter Vertrag stand, am Donnerstag bekannt. Möglicherweise feiert er gleich in der EgeTrans-Arena sein Debüt. Denn Sinisa Martinovic stand zuletzt deutlich in der Kritik.

Kein Aktionismus

Heatley, von dem Gaudet einst sagte „Wir wissen nie, was er macht. Der Gegner zum Glück auch nicht“, kommt als unberechenbarer Faktor bei den Löwen hinzu. Zumal Schoch betont, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann. Das ist auch der Grund, warum er trotz der herben 1:7-Schlappe einigermaßen ruhig bleibt. „In Aktionismus zu verfallen wäre ein Fehler. Wir wissen, dass bei uns alle Eishockey spielen können und dass wir auch jeden schlagen können, wenn wir voll konzentriert sind“, sagt der Geschäftsführer. Ruhig weiterzuspielen und die Konzentration zu finden, sei deshalb angesagt.

Dabei muss seiner Ansicht nach nicht immer schön gespielt werden. „Ein Tor mehr reicht mir. Das darf auch ruhig dreckig reingewurstelt sein“, meint Schoch. Dabei hat er durchaus auch noch das spektakuläre 9:5 beim ersten Duell im Ellental im Hinterkopf, als die Steelers viermal den Ausgleich hinnehmen mussten und dann im letzten Drittel so richtig aufdrehten. Ähnliches wäre aber auch jetzt möglich, denn Schoch sagt zwar, dass die Mannschaft grundsätzlich gegen jeden Gegner voll motiviert ist, „gegen den Ex-Trainer, das ist aber natürlich das Sahnehäubchen, da will man besonders zeigen, wie gut man ist“. Auf der anderen Seite wollen aber natürlich auch Shawn Weller, Tyler McNeely und Co. unter Beweis stellen, dass sie den Steelers in dieser Saison durchaus noch gut zu Gesicht stünden.