Bietigheim-Bissingen / Jan Simecek  Uhr

Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen für die bald beginnende Saison. Zum Testspielauftakt der Bietigheim Steelers gegen die Schwenninger Wild Wings ließ sich die eigentliche Anzeigentafel im Videowürfel der EgeTrans-Arena nicht bedienen. Eine Panne, die wohl von einem Umbau in der Technik herrührt. So stand da am Ende immer noch ein 0:0, die Spielzeit und Strafzeiten ließen sich nicht ablesen. Das Team von Trainer Hugo Boisvert ließ sich davon aber nicht beeindrucken, drückte der Partie gegen den Erstligisten teilweise forsch seinen Stempel auf und musste sich am Ende erst nach Verlängerung mit 2:3 geschlagen geben.

Schüle und Preibisch nicht dabei

Obwohl Tim Schüle angeschlagen auf sein Heimdebüt verzichten musste und auch Alexander Preibisch, wie schon im öffentlichen Training, zur Zuschauerrolle verdammt war, stand dem Trainergespann Boisvert/Marc St.Jean eine komplett gefüllte Bank zur Verfügung. Nicht nur Topscorer Matt McKnight – am Mittwoch noch mit dick bandagiertem Finger in Zivil auf der Bank – war mit an Bord, auch Kooperationspartner Iserlohn schickte zwei Spieler. Tobias Schmitz und Tim Fleischer waren dabei nicht nur Füllmaterial, sondern bekamen ebenso regelmäßig Eiszeit wie die Bietigheimer Eigengewächse Fabjon Kuqi und Robert Kneisler. Lediglich Goalie Cody Brenner hielt sich nur für den Notfall bereit.

Auf der anderen Seite bekamen dagegen beide ehemaligen Bietigheimer Torhüter etwa gleiche Spielanteile. Nationaltorhüter Dustin Strahlmeier fing an, Ilya Sharipov ersetzte ihn in der 27. Minute und bekam großen Applaus von den Steelers-Fans unter den 2750 Zuschauern, die ihren ehemaligen Meister-Torwart auch nach Spielende noch feierten. Strahlmeier hatte im ersten Drittel, in dem die Gastgeber ordentlich Gas gaben und die klassenhöheren Schwarzwälder mit teils brandgefährlichem Tempo-Eishockey überraschten, einiges zu tun. Er wackelte das eine oder andere Mal, musste aber nur einmal hinter sich greifen, als ihn Max Lukes in der 14. Minute mit einem trockenen Schuss vom linken Bullykreis überraschte.

Schwenningen trifft in Überzahl

Bei den Gastgebern lief es in dieser Phase. Zuvor hatten sie schon zwei komplette Minuten lang in doppelter Überzahl agiert und das Schwenninger Tor einige Male ordentlich in Bedrängnis gebracht. Vor allem die erste Powerplay-Formation mit McKnight, Norman Hauner und den Neuzugängen Lukas Laub, Brett Breitkreuz und Chris Owens funktionierte da schon ziemlich gut – traf allerdings nicht. Und just als diese Phase zu Ende ging, kassierte Laub bereits seine zweite Strafe wegen Hakens, die Schwenningen prompt zur Führung nutzte. Dass die Wildschwäne zwei von drei Überzahlsituationen zu Treffern nutzten, lag weniger am überragenden Powerplay. Vielmehr wirkten die Steelers in Unterzahl beim Aufbau des Gegners stellenweise etwas ungeordnet. So wurden sie durch Andreas Thuresson (12.) und Jamie MacQueen (20.) ziemlich überrumpelt.

Ab dem Mittelabschnitt hatte sich der Erstligist besser auf das Bietigheimer Tempo-Eishockey eingestellt, ließ es nicht mehr so sehr zur Geltung kommen. Schwenningen transportierte den knappen Vorsprung bis weit in den letzten Abschnitt. Vor allem in der Anfangsphase der dritten 20 Minuten kam das Boisvert-­Team immer wieder zu Chancen und schließlich in der 50. Minute erneut durch Lukes zum Ausgleich. Weil sowohl Williams als auch Sharipov starke Leistungen zwischen den Pfosten ablieferten, ging es schließlich in die Verlängerung. Und die dauerte gerade einmal 35 Sekunden – weil den Gastgebern im Angriff ein unsauberes Zuspiel unterlief und Thuresson quasi im Alleingang in den rechten Winkel für die Entscheidung sorgte.