Bietigheim-Bissingen / Jan Simecek  Uhr

Zwei Kühnhackls sollten kommen, einer stand am Ende auf dem Bietigheimer Eis. „Ich wäre selbst gerne mit ihm auf dem Eis gestanden, aber Tom hat kurzfristig von der NHL Eiszeit bekommen und die musste er nutzen“, entschuldigt die deutsche Eishockey-Legende Erich Kühnhackl seinen Sohn, den zweifachen Stanley-Cup-Sieger. Auch „der Lange“ allein war eine große Attraktion für die rund 50 Teilnehmer der zweiten Woche des 19. Porsche-Camps für den Eishockey-Nachwuchs unter dem Dach des Steelers-Stammvereins SC Bietigheim-Bissingen.

Selbstverständlich wussten die jungen Eishockeyspieler der Altersklassen U7, U9 und U11 wer Erich Kühnhackl ist. Selbst wenn wahrscheinlich nicht einmal ihre Eltern ihn noch spielen sehen haben. Nur bei der Eingangsfrage, wie viele Tore denn der inzwischen fast 69-jährige erzielt habe, herrschte langes Rätselraten. 681, 691 wurden genannt und lagen doch noch unter der tatsächlichen Lösung. 1,7 Millionen löste Kühnhackl scherzend auf.

Anschließend mischte der wohl trotz Uwe Krupp, Leon Draisaitl und seinem Sohn Tom bekannteste deutsche Eishockey-Spieler kräftig bei den Übungen mit. Den Jungs war anzumerken, wie stolz sie waren, mit einer Legende trainieren zu können. Da ging ganz unter, dass eigentlich noch ein anderer ganz Großer des deutschen Eishockeys in der EgeTrans-Arena mitmischte. Den Machern des Camps war es auch gelungen Kühnhackls ehemaligen Mitspieler, den 152-maligen Nationalspieler und vierfachen deutschen Meister Helmut Steiger ins Ellental zu locken. Gemeinsam mit Gerd Truntsch­ka und Dieter Hegen hatte er einen legendären Angriffsblock in der Nationalmannschaft gebildet.

Solche Namen sind natürlich das Salz in der Suppe bei so einem Sommer-Camp. Denn es gibt inzwischen eine ganze Reihe an Angeboten landauf, landab. Und bei so manchem ist auch Kühnhackl dabei – nicht nur in Bietigheim. „Ich reise gerne durch die Gegend und unterstütze die, die sich vor Ort um den Nachwuchs kümmern. Denn Nachwuchs ist im Sport das Ein und Alles“, so der ehemalige Weltklasse-Stürmer. Gerne will Kühnhackl auch wieder nach Bietigheim kommen – trotz seiner 69 Jahre, die er im Oktober erreicht. „Wenn wir den Termin rechtzeitig wissen, kommt auch Tom gerne mit. Er wäre auch diesmal gerne dabei gewesen“, so der Bronzemedaillen-Gewinner von Innsbruck 1976.

Auch bei den Machern in Bietigheim hatte man sich schon auf den einzigen Deutschen, der den Stanley Cup, die Meistertrophäe der besten Eishockeyliga der Welt, schon zweimal in die Höhe stemmen durfte, gefreut. „Wir hatten sogar Autogrammkarten gedruckt“, verrät Vereins-Manager Gregor Rustige. Wegwerfen muss Rustige die Autogrammkarten erst einmal nicht. Schon im nächsten Sommer wird es schließlich das nächste Porsche-Camp geben. Vielleicht klappt es dann auch mit dem doppelten Kühnhackl im Ellental.