Die Krise bei den Bietigheim Steelers hält an. Dabei gab es viele gute Ansätze, am Ende hat es aber trotz der fünf geschossenen Tore wieder nicht zu Punkten gereicht. Und die Aufgaben werden nicht einfacher. Am Freitag (20 Uhr) gastiert der EC Bad Nauheim in der EgeTrans-Arena, am Sonntag geht es zum Derby bei den Heilbronner Falken.

Die Teilnahme an den Playoffs gerät für die Steelers immer mehr in Gefahr. Selbst die Pre-Playoffs werden ein Selbstläufer. Immerhin beherzigte die Mannschaft um Kapitän Nikolai Goc zumindest streckenweise in dieser abwechslungsreichen und spannenden Partie einige der im offenen Brief genannten Punkte. Dazu gehörten Einsatzwillen und Kampfgeist. Aber eben nicht über die gesamten 60 Minuten. Pech war, dass Cody Brenner im Bietigheimer Tor zweimal patzte. Norman Hauner feierte ein gelungenes Comeback mit zwei Toren. Gefehlt haben Dennis Swinnen und Tim Schüle nach seiner am Freitag in Frankfurt erlittenen Schulterverletzung.

Fünfte Niederlage in Folge

Das 5:6 gegen den ESV Kaufbeuren war die fünfte Niederlage der Bietigheimer in Folge. Zweimal schwache zehn Minuten im ersten und zweiten Drittel kosteten die Steelers mal wieder ein Erfolgserlebnis. Wenigstens gelangen dem Team von Interimstrainer Marc St. Jean nach zwei torlosen Partien wieder mal Treffer. Den ersten erzielte Lukas Laub nach gerade mal 51 Sekunden. Nach fünf Minuten führten die Steelers gar mit 2:0. Aus diesem Rückstand machten die Gäste aus dem Allgäu bis zur 35. Minute eine 5:3-Führung. Danach blitzte bei den Bietigheimern der von den Fans geforderte Kampfgeist auf und sie glichen zum 5:5 aus. Zu Punkten reichte es dennoch nicht, denn auch der für Brenner nach dem 3:5 eingewechselte Torhüter Stephon Williams war nicht fehlerfrei und sah beim 6:5-Siegtreffer der Buron Joker durch Branden Gracel nicht gut aus.

Kaufbeuren hatte in Stefan Vajis einen starken Torwart, der in der Schlussphase seiner Mannschaft den Sieg rettete, im dreifachen Torschützen Sami Blomqvist einen exzellenten Torjäger und in den beiden Verteidigern Antti Kerälä und Kapitän Julian Eichinger zwei Defensivspieler, die ihr Kerngeschäft beherrschen und zudem als versierte Vorlagengeber auftraten.

Für den ESV war es vierte Sieg in den letzten fünf Spielen. Mit dem Sieg bügelte das Team von Trainer Andreas Brockmann die Heimniederlage vom Freitag (2:4 gegen die Lausitzer Füchse) aus.

Laub schiebt flach ein

Die Steelers begannen mit überlegtem Spiel und gingen nach 51 Sekunden in Führung. Nach einem feinen Pass von Benjamin Hüfner behielt Laub frei vor ESV-Keeper Vajs die Übersicht und schob den Puck ins lange Eck. Nach einem abgewehrten Puck hatte Guillaume Leclerc vier Meter vor dem Tor freie Schussbahn und erhöhte auf 2:0.

Erst danach war Kaufbeuren im Spiel, wurde immer stärker. Zweimal konnte Brenner noch das 1:2 verhindern, dann überwand ihn Joseph Lewis. Der Treffer hatte sich abgezeichnet, weil bei den Steelers nicht mehr viel zusammenlief. Die logische Folge war der Ausgleich von Blomqvist aus kurzer Distanz. An beiden Treffern maßgeblich beteilgt war ESV-Kapitän Eichinger.

Mit einer Zeitstrafe gegen Nikolai Goc begann eine schwere Zeit für die Gastgeber, die zuvor schon kaum noch strukturierte Angriffe zustande gebracht und sich viele Fehlpässe erlaubt hatten. Nur wenige Sekunden benötigten die Kaufbeurer zum Führungstreffer durch Blomqvist (28.). Mit zwei Pässen hatten die Gäste ihren Topscorer freigespielt. Auch die nächste Überzahl nutzte der ESV, erneut war Blomqvist erfolgreich (32.). Dabei hatte er Torhüter Brenner den Puck durch die Hosenträger geschossen. Einen Alleingang schloss Daniel Oppolzer mit einem eher harmlos scheinenden Schlenzer, den Brenner über die Fanghand ins Netz rutschen ließ zum 2:5 (34.). Danach durfte Brenner hinter die Bande, für ihn kam Williams aufs Eis.

Eine Energieleistung von Norman Hauner, der sich mit Willen und Entschlossenheit durchsetzte, Vajs aussteigen ließ und zum 3:5 verkürzte (35.), gab den Steelers Aufschwung. Nochmals Hauner (45.), der am kurzen Eck freistand, und erneut Leclerc (47.) glichen für Bietigheim zum 5:5 aus. Aber Kaufbeuren steckte die drei Gegentreffer weg, fand zur Stabilität und Aufmerksamkeit in der Defensive zurück, hatte in Schlussmann Vajs einen starken Rückhalt und kam noch zu Tor Nummer sechs. Lewis hatte aus spitzem Winkel abgezogen und Gracel den Puck ins Bietigheimer Tor abgefälscht (49.).

sO SPIELTEN SIE


DEL2, 37. Spieltag
Bietigheim Steelers – Kaufbeuren

5:6

Drittel: .2:2, 1:3, 2:1.
Tore: .1:0 Laub (1.), 2:0 Leclerc (5.), 2:1 Lewis (14.), 2:2 Blomqvist (16.), 2:3 Blomqvist (28./Überzahl), 2:4 Blomqvist (32./Überzahl), 2:5 Oppolzer (34.), 3:5 Preibisch (35.), 4:5 Hauner (45.), 5:5 Leclerc (47.), 5:6 Gracel (49.).
Strafminuten: 4 (2 Strafe) – 6 (3 Strafen); Schiedsrichter: Tony Engelmann (Iserlohn), Eugen Schmidt (Brackwede); Zuschauer: 2443.