Freiberg / Von Andreas Eberle

Mit einer eindrucksvollen Machtdemonstration hat der SGV Freiberg am Samstagnachmittag seine Aufstiegsambitionen untermauert: Das Team von Trainer Ramon Gehrmann bezwang den 1. Göppinger SV im Topspiel des 25. Oberliga-Spieltags auf dem eigenen Kunstrasen mit 6:1 und behauptete mit dem dritten Sieg in Serie den dritten Platz. Am Samstag (15.30 Uhr) wartet bereits das nächste Verfolgerduell auf die Wasen-Kicker – beim zweitplatzierten Tabellennachbarn Bahlinger SC. „Seit Tag eins ist der Aufstieg unser klares Ziel – und das wird er bis zum Ende der Saison auch bleiben“, sagte SGV- Flügelspieler Denis Latifovic und erklärte die Freiberger Topform wie folgt: „Wir sind zurzeit einfach gut drauf und strotzen vor Spielfreude.“

Der 20-jährige Youngster, der aus der eigenen Jugend stammt, geht selbst mit gutem Beispiel voran. Bereits nach 65 Sekunden schoss Latifovic die Gastgeber in Front: Nach einer Hereingabe von Leon Braun beförderte er den Ball aus 15 Metern flach zum 1:0 ins Eck. Schon in den beiden Partien zuvor gegen Nöttingen (4:0) und Oberachern (3:1) hatte er getroffen. „Ich freue mich sehr, dass ich das Vertrauen des Trainers bekomme und der Mannschaft mit meinen Toren weiterhelfen kann, aber wichtiger ist, dass wir gewinnen“, stellte Latifovic fest.

Auch die beiden SGV-Stürmer stellten wieder ihre Vollstrecker­qualitäten unter Beweis: Spetim Muzliukaj war zweimal erfolgreich, Marcel Sökler sogar dreimal – und erhöhte sein Trefferkonto auf 26 Tore. „So kennt man Marcel ja. Das sind wir nicht anders von ihm gewohnt“, kommentierte Latifovic den Dreierpack des Oberliga-Ausnahmestürmers.

Mit der frühen Führung im Rücken liefen die Freiberger richtig heiß. Der Ball zirkulierte flüssig von ganz hinten nach ganz vorne. Die spielerische Überlegenheit setzte der SGV auch in Chancen und Tore um. Nach einem langen Ball und einem Doppelpass mit Patrick Fossi schlug Sökler das erste Mal zu und erhöhte auf 2:0 (22.). Kurz vor der Pause traf Muzliukaj im Nachschuss zum 3:0. Den ersten Versuch von Innenverteidiger Tobias Fausel, der infolge einer Ecke nach vorne geeilt war, hatte Göppingens Torhüter Kevin Rombach noch abgewehrt (43.).

Für die vom Verletzungspech gebeutelten und stark ersatzgeschwächten Gäste ging es im zweiten Durchgang nur noch um Schadensbegrenzung. Doch das Debakel nahm seinen Lauf. Söklers Doppelschlag bescherte den Freibergern eine 5:0-Führung (53./54.), ehe es der SGV ruhiger angehen ließ. Immerhin kam die Mannschaft des früheren Bissinger Trainers Gianni Coveli noch zum Ehrentreffer: Kevin Dicklhuber jagte die Kugel aus 25 Metern in den rechten oberen Winkel – ein Traumtor, das der zweitbeste Torjäger der Liga allerdings emotionslos zur Kenntnis nahm (59.). Der Schlusspunkt war der Heimelf vorbehalten: Brauns Flanke inspirierte Muzliukaj zu einem Flugkopfball, der zum 6:1-Endstand ins Netz flog (81.).

Reservisten zeigen Größe

Dass im Freiberger Ensemble die Chemie stimmt, zeigen auch die kleinen Dinge. Etwa das Verhalten der Leitwölfe Steven Kröner, Marco Pischorn und David Müller, die nur auf der Bank saßen – und dennoch den Teamgedanken leben. So zitierte Gehrmann bei der Pressekonferenz aus einem Gespräch vom Freitag mit dem wiedergenesenen Leistungsträger Müller am Rande des Abschlusstrainings. „Trainer, es läuft. Lass die anderen spielen“, habe dieser ihm gesagt und signalisiert, dass er kein Problem damit habe, wenn Gehrmann zum dritten Mal in Folge die gleiche Startelf aufbieten würde. Und vor dem Spiel gegen Göppingen sei Kröner, der etatmäßige Kapitän, mit der Anregung zu ihm gekommen, er solle bei einer 2:0- oder 3:0-Führung lieber die jungen Spieler einwechseln. Denn diese hätten im Training Gas gegeben und sich einen Einsatz verdient. „Solche Aussagen freuen mich fast noch mehr als das Ergebnis“, meinte Gehrmann.