Eishockey Ein 6:3 zum 30. Geburtstag

Steelers-Topscorer Matt McKnight verpasst in dieser Situation knapp das Tor von Eispiraten-Goalie Brett Kilar.
Steelers-Topscorer Matt McKnight verpasst in dieser Situation knapp das Tor von Eispiraten-Goalie Brett Kilar. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle 05.11.2018

Die Bietigheim Steelers und ihre Fans haben am Sonntag gemeinsam eine fröhliche Geburtstagsparty gefeiert: Am Ehrentag des Stammvereins SC Bietigheim-Bissingen, der sein 30-jähriges Bestehen zelebrierte, gewann der amtierende Meister sein DEL2- Heimspiel gegen die Eispiraten Crimmitschau mit 6:3 und kann nun entspannt in die Deutschland-Cup-Pause gehen. Das nächste Duell findet erst wieder am 16. November statt – bei den Kassel Huskies.

Eigentlich kommt die zweiwöchige Unterbrechung für die Steelers zur Unzeit, denn die Mannschaft aus dem Ellental ist gerade richtig gut drauf. Schon beim 9:1 in Deggendorf und beim 4:3-Sieg am Freitag nach Verlängerung in Kaufbeuren bot sie eine starke Vorstellung. Daran knüpften die Bietigheimer am Sonntag vor den 2589 Zuschauern in der EgeTrans-Arena nahtlos an.

Besorgt und unaufmerksam

Auch vom unglücklichen Rückstand ließen sich die Gastgeber nicht beirren. Benjamin Hüfner hatte den Puck nach einem Schlagschuss ins Gesicht bekommen, worauf seine Teamkollegen auf dem Eis, einschließlich Torhüter Sinisa Martinovic, auf ihren getroffenen Mitspieler achteten anstatt auf das Spielgeschehen. Diesen unaufmerksamen Augenblick nutzte Patrick McNally nahe der Bande zu einem Fernschuss – und traf zum 0:1. Nur 37 Sekunden waren da absolviert.

Der Titelverteidiger, der in grünen SCBB-Nostalgie-Trikots auflief, antwortete noch im ersten Drittel mit drei Toren in Überzahl. Just in dem Moment, in dem Marcus Sommerfeld von der Strafbank aufs Eis zurückgekehrt war, setzte Alexander „Speedy“ Preibisch die Scheibe platziert zum 1:1 ins Eck (4.).

Vor einer 61 Sekunden währenden doppelten Überzahl nahm Trainer Hugo Boisvert eine Auszeit, um seinem Special Team ein paar Tipps mit auf den Weg zu geben. Seine Spieler kosteten diese 61 Sekunden dann voll aus, ehe Norman Hauner auf den letzten Drücker doch noch zum 2:1 zuschlug (16.). Auch beim dritten Powerplay-Treffer stimmte das Timing. Diesmal fälschte Benjamin Zientek einen Schuss von Bastian Steingroß unhaltbar für Eispiraten-Torhüter Brett Kilar zum 3:1 ab – exakt 24 Sekunden vor Ende des ersten Durchgangs.

Mit einem Zoff zwischen beiden Teams endete das Auftaktdrittel, und mit vier Strafminuten für Crimmitschaus Julian Talbot begann der zweite Spielabschnitt. Fortan bekamen die Steelers aber kein Überzahltor mehr zustande, trotz vieler weiterer Chancen.

Der vierte Bietigheimer Treffer fiel bei Fünf gegen Fünf: Top­scorer Matt McKnight nutzte seinen Freiraum und vollstreckte eiskalt zum 4:1 (33.). Mit einem Distanzschuss, der Freund und Feind passierte, verkürzte Gästekapitän André Schietzold auf 2:4 (36.) und hielt damit die vage Hoffnung seiner Eispiraten auf einen Auswärtssieg am Leben.

Doch im letzten Drittel ließen die Steelers nichts mehr anbrennen. Mit Zienteks zweitem Tor zum 5:2 war die Vorentscheidung gefallen (44.). Der Unterzahl-Treffer von Dominic Walsh zum 3:5 (53.) tat der Partystimmung keinen Abbruch mehr. Die steigerte sich 47 Sekunden vor der Schlusssirene noch mal zu einem Bietigheimer Jubelorkan, als Verteidiger Steingroß aus der Rundung des eigenen Drittels ins leere Gehäuse der Sachsen zum 6:3-Endstand traf.

„Es war ein riesiger Tag für die Steelers und den ganzen Verein. Das hat heute schon auch eine Rolle gespielt. Es hat mich gefreut, wie motiviert die Jungs aus der Kabine gekommen sind“, stellte Steelers-Coach Boisvert nach der Geburtstag-Gala im Ellental zufrieden fest.

So spielten sie

DEL2, 16. Spieltag
Bietigheim – Crimmitschau

6:3

Drittel: 3:1, 1:1, 2:1.
Tore: 0:1 McNally (1.), 1:1 Preibisch (4./Überzahl), 2:1 Hauner (16./Überzahl), 3:1 Zientek (20./Überzahl), 4:1
McKnight (33.), 4:2 Schietzold (36.), 5:2 Zientek (44.), 5:3 Walsh (53./Unterzahl), 6:3 Steingroß (59./Unterzahl/Empty Net).
Strafminuten: 8 (4 Strafen) – 20 (10 Strafen); Schiedsrichter: Dominik Erdle (Landsberg), Eugen Schmidt (Brackwede); Zuschauer: 2589.

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