Frauenhandball Eckerle trumpft an künftiger Wirkungsstätte groß auf

Dinah Eckerle ballt die Fäuste. Die gebürtige Leonbergerin reifte beim Thüringer HC zur deutschen Nationaltorhüterin.
Dinah Eckerle ballt die Fäuste. Die gebürtige Leonbergerin reifte beim Thüringer HC zur deutschen Nationaltorhüterin. © Foto: Marco Wolf
Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle 03.04.2018

Viel Lob von allen Seiten bekam Dinah Eckerle am Samstag nach dem Bundesliga-Knüller zwischen der SG BBM und dem Thüringer HC. Die 22-jährige deutsche Nationaltorhüterin, die im Sommer nach Bietigheim wechseln wird, hatte maßgeblichen Anteil am 26:23-Erfolg des THC. Speziell im ersten Durchgang vereitelte sie viele Riesenchancen der Gastgeberinnen. „Ich bin glücklich, dass wir Dinah geholt haben – sie hat uns in der ersten Halbzeit ,getötet’“, kommentierte SG-Trainer Martin Albertsen plakativ den Galaauftritt seiner künftigen Torfrau.

Bei der Spielgemeinschaft bildet Eckerle ab der Saison 2018/ 2019 mit Valentyna Salamakha (31) und der talentierten Nicole Roth (22) das Torhüter-Trio. Bereits Mitte Januar hatte der deutsche Meister den Transfercoup verkündet. Im Gegenzug verlässt die Niederländerin Tess Wester nach drei Jahren den Verein.

„Es war ein besonderes Spiel für mich. Der Abschied vom Thüringer HC fällt mir schwer, ich freue mich aber auf die kommende Zeit“, sagte Eckerle nach dem Topspiel in der Ludwigsburger MHP-Arena. Die gebürtige Leonbergerin spielte in der Jugend für den GSV Hemmingen und die TSF Ditzingen, ehe es sie im Alter von 14 Jahren nach Thüringen zog. Dort reifte sie zu einer der besten Torfrauen der Welt.

Herbert Müller bedauert ihren Weggang. „Dinah war fast neun Jahre bei uns und ist quasi unser Kind. Sie ist bei uns zur Nationalspielerin geworden“, stellte der THC-Coach fest. „Wir wollten sie nicht gehen lassen und gerne mit ihr weiterarbeiten, aber so ist das Geschäft.“ Nach den verbalen Scharmützeln in den vergangenen Wochen zwischen beiden Klubs nutzte Müller nach dem Gipfelduell die Gelegenheit zu einer Klarstellung. „Ich bin froh, dass es Bietigheim gibt. Dadurch wird die Liga interessant und spannend – und das ist auch für uns eine große Herausforderung“, sagte der 55-Jährige und betonte: „Wenn Bietigheim ins Final Four der Champions League kommen sollte, bin ich der Erste, der aufsteht und applaudiert.“ Zum wiederholten Mal bezeichnete Müller die SG BBM „rein finanziell“ als den FC Bayern im Frauenhandball. Einen kleinen Seitenhieb konnte sich der THC-Trainer auf den Erzrivalen allerdings nicht verkneifen: „Sie müssen sich fragen lassen, warum Talente wie Bölk und Stolle zu uns nach Thüringen wechseln – und nicht nach Bietigheim.“

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