Eishockey Die Steelers legen im Finale den ersten Sieg vor

Der Puck liegt hinter Schlussmann Andrew Hare im Tor des SC Riessersee, die Bietigheim Steelers führen in Garmisch-Partenkirchen mit 2:1. Erzielt hat den Treffer Matt McKnight, der Mann mit dem Goldhelm im Steelers-Angriff.
Der Puck liegt hinter Schlussmann Andrew Hare im Tor des SC Riessersee, die Bietigheim Steelers führen in Garmisch-Partenkirchen mit 2:1. Erzielt hat den Treffer Matt McKnight, der Mann mit dem Goldhelm im Steelers-Angriff. © Foto: Oliver Rabuser
Von Oliver Rabuser 14.04.2018

Einen Start nach Maß legten die Bietigheim Steelers zum Auftakt der Playoff-Finalserie mit dem 3:1-Sieg beim SC Riessersee hin. Damit benötigen sie zum Titelgewinn in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) noch drei Siege. Spiel zwei findet am Sonntag ab 17 Uhr in der EgeTrans-Arena in Bietigheim statt.

Die Zutaten passten durchaus für den Beginn einer Finalserie. Hohes Tempo und intensives Bemühen um Scheibenbesitz würzten die Mehrzahl der Spielszenen. Der Rückstand der Steelers zur ersten Pause passte eigentlich nicht zur Verteilung der Spielanteile und auch nicht zu den Kräfteverhältnissen. Die Bietigheimer kontrollierten die Begegnung, traten körperlich ungemein präsent auf, arbeiteten den Playoff-Modus stärker heraus. Bietigheim versäumte es aber auch in Führung zu gehen. Matt McKnight scheiterte beim Bauerntrick nur haarscharf am heranfahrenden Schoner von SCR-Goalie Andrew Hare.

Ein flüssig vorgetragenes Powerplay mit zahlreichen Abschlüssen blieb ebenfalls ohne Erfolg. Auf der anderen Seite scheiterten Matthias Beck und Florian Vollmer binnen weniger Sekunden an Silo Martinovic. Der folgenschwere Patzer unterlief Gästen ausgerechnet in Überzahl. Marcus Sommerfeld konnte eine fahrig zurückgespielte Scheibe nahe der blauen Linie nicht mehr kontrollieren, sodass Jared Gomes zum Fastbreak durchstarten und verwandeln konnte. Der Mittelstürmer traf unter Martinovics Fangarm hindurch zum 0:1.

Hoher Aufwand

Der Aufwand, dieses Missgeschick zu beheben, war gegen einen keineswegs schüchternen Kontrahenten immens. Immer wieder liefen die Steelers an, ohne den Kasten der Werdenfelser in Bedrängnis zu bringen. Andrew McPherson scheiterte bestens bedient unmittelbar vor Hare, für den SCR verpasste indes Tim Richter das mögliche 2:0. Nach der Hälfte der regulären Spielzeit dann aber die Erlösung. Sommerfeld traf aus spitzem Winkel zum 1:1, zuvor hatten sich die Gäste entschlossen im Angriffsdrittel festgesetzt; der entscheidende Pass kam letztlich von McKnight.

Die optische Dominanz der Schwaben verfälschte ein wenig das tatsächliche Geschehen. Auch der SCR hatte durchaus seine Möglichkeiten zu weiteren Treffern. Ein Schuss von Felix Thomas landete über Umwegen am Außenpfosten, wenig später scheiterte Lubor Dibelka aus kurzer Distanz.

Jetzt waren die Bietigheimer das effektivere Team. Ein Konter brachte den Vorsprung. Torschütze McKnight profitierte dabei von der ausgezeichneten Übersicht seines Centers. Justin Kelly hatte ob seines Auges großen Anteil am zweiten Torerfolg. Riessersee suchte im Schlussdrittel nach Lösungen. Angesichts der Routine im Bietigheimer Kader ein schwierigen Unterfangen. Die Steelers ließen keinen weiteren Hochkaräter der Oberbayern zu.

Anderthalb Minuten vor Spielende zog SCR-Coach Toni Söderholm die letzte Option. Auszeit und sechster Feldspieler. Gegen Kaufbeuren fruchtete die Maßnahme in letzter Sekunde. Nicht so gegen Biertigheim, das in Person von Shawn Weller den Shorthander vergab, ihn durch Frédérik Cabana aber neun Sekunden vor Spielende doch noch realisierte.

 „Die Steelers waren viel, viel besser. Wir waren nicht gut genug. Wir haben viel zu viele Chancen zugelassen und waren nicht entschlossen genug. Das war kein gutes Spiel von uns“, meinte der Riessersees Trainer Söderholm. Zufrieden war dagegen sein Bietigheimer Kollege Kevin Gaudet. Er sagte: „Im ersten Drittel wollte keine Mannschaft Fehler machen. Ausgerechnet unser einziger Fehler hat dem SCR das Momentum gegeben.  Das hatten wir dann mit unserem zweiten Tor. Im letzten Drittel haben wir nicht mehr viel zugelassen. Justin Kelly ist einer unserer Schlüsselspieler. Wir sind sehr glücklich.“ Noch keine genaue Auskunft konnte Gaudet über die Verletzung von Max Lukes abgeben, der sich im zweiten Drittel verletzte und einen Versuch aufs Eis zurückzukehren abbrechen musste.

So spielten sie

DEL2, Playoff-Finale, Spiel 1
SC Riessersee – Bietigheim 

1:3

Drittel: 1:0, 0:2, 0:1.
Tore: 1:0 Gomes (5./Unterzahl), 1:1 Sommerfeld (31.), 1:2 McKnight (37.), Cabana (60./Empty Net);  Strafminuten: 4 (2 Strafen) – 2 (1 Strafe);  Schiedsrichter: Ralph Bidoul (Kaufbeuren), Florian Zehetleitner (Sonthofen);  Zuschauer: 3546.

Cabana bleibt

Die Vertragsverlängerung mit Frédérik Cabana vermeldeten die Bietigeim Steelers am Tag des ersten Finalspiels beim SC Riessersee. Mit dem 31-jährigen Stürmer bleibt eine weitere Stütze des Teams den Steelers erhalten. Der Rechtsschütze spielt seit Januar 2015 im Trikot der Steelers und kommt seitdem auf 150 Spiele, in denen er 70 Tore und 78 Assists erzielte. Am Ende der Saison 2014/2015 Cabana mit Bietigheim die Meisterschaft in der DEL 2. bz