Handball Die Punkte sind wichtiger als das Brüder-Duell

Jonas Link
Jonas Link © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / bg 06.12.2018

Das Heimspiel gegen den HC Erlangen wird zur Positionsbestimmung für die Bundesliga-Handballer der SG BBM Bietigheim. Gegen die nur zwei Punkte besseren Franken wollen die Schwaben die richtige Antwort auf die deftige 27:40-Niederlage in Lemgo geben. Für beide Teams geht’s an diesem Donnerstag (19 Uhr) in der MHP-Arena Ludwigsburg um wichtige Punkte im Tabellenkeller.

Der zweite Auftritt der SG-Männer in Ludwigsburg steht unter besonderem Interesse. Nicht nur im Wortsinn wegen des sich abzeichnenden guten Kartenverkaufs. Es gibt da auch noch das Duell der Link-Brüder. Sowohl Nikolai (28) beim HC Erlangen, als auch Jonas (26) beim württembergischen Aufsteiger, spielen zurzeit in bestechender Form. Der hoch aufgeschossene Halblinke ist der erfolgreichste Erlanger Feldtorschütze und erzielte zuletzt den entscheidenden Treffer zum knappen 24:23-Erfolg gegen den SC DHfK Leipzig. Mit 59 Saisontore spielt er in seiner mittlerweile fünften Spielzeit in der Handball-Bundesliga sein bislang bestes Jahr. Und auch wenn er sich vehement dagegen wehrt, dass Rückraumspieler nur an ihren Torerfolgen gemessen werden, für Jonas Link stehen mit 53 Treffern kaum weniger als für seinen älteren Bruder zu Buche.

Der jüngere der Link-Brüder war vor dieser Saison aus Erlangen zum Aufsteiger gewechselt, mit dem Ziel, mehr Spielzeit in der Top-Liga zu erhalten. Der Spielmacher ist schnell zu einer gefährlichen Waffe der SG BBM geworden. Bietigheims stehender Angriff lebt in vielen Partien sowohl von seinen kreativen Ideen, als auch von seiner Torgefährlichkeit. „Das mag schon so sein, dass wir beide persönlich ganz zufrieden sein können“, sagt der Mittelmann der SG BBM. „Wichtiger ist aber, dass beide Teams besser dastehen könnten, als das momentan der Fall ist.“

Die Franken hängen ihrem 13. Platz aus der Vorsaison hinterher. Der Spielplan bis zur Winterpause bringt neben der Partie in Bietigheim noch drei lösbare Heimaufgaben. „Erlangen ist ein Team, das im Mittelfeld mitspielen kann“, findet Jonas Link. „Die Erlanger werden alles daransetzen, möglichst schnell da unten rauskommen.“

Das Bruderduell wird am Donnerstag aber nur ein Aspekt im Spiel zweier eher ungleicher Tabellennachbarn sein. Erlangen hat ein Plus bei der Erfahrung. Für reichlich Bundesligaroutine stehen Akteure wie die Ex-Nationalspieler Michael Haaß und Nikolas Katsigiannis, der im Tor zu den Besten der Liga zählt. Neben der Eingespieltheit gehört die Abwehr zu den Stärken der Gäste. Im Gegensatz zum Aufsteiger weist Erlangen selbst gegen die Top-Teams immer relativ knappe Spielergebnisse aus. Nur einmal punktete allerdings das Team von Adalsteinn Eyjolfsson in der aktuellen Saison bislang auswärts, aber das war im wichtigen Spiel bei den Eulen Ludwigshafen.

„Erlangen ist eine Mannschaft, die sehr anspruchsvoll spielt und gegen die man sich auf viele Dinge einstellen muss“, hat Bader das Spiel der Franken analysiert. Volle Konzentration auf den nächsten Gegner ist vielleicht genau die richtige Therapie, um innerhalb von vier Tagen die Abfuhr aus Lemgo aus den Köpfen zu bekommen. Der Bietigheimer Trainer hat dabei das Talent, aus jeder Situation das positive Momentum herauszuschälen. „Ich hoffe, der Ehrgeiz ist bei den Jungs so groß, zu zeigen: wir können es besser“, sagt Bader.

Ob Patrick Rentschler wieder mitwirken kann, wird sich erst kurz vor dem Spiel zeigen. Der Bietigheimer Kapitän, in Offensive und Defensive eine wichtige Größe, musste mit Adduktorenproblemen in Lemgo passen.

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