Fußball Die Nullachter und die vergebenen Chancen

Anil Sarak (hinten) – hier im Zweikampf mit Pforzheims Joao Paulo Tardelli – traf per Kopf zum zwischenzeitlichen 1:1 für den FSV 08 Bissingen
Anil Sarak (hinten) – hier im Zweikampf mit Pforzheims Joao Paulo Tardelli – traf per Kopf zum zwischenzeitlichen 1:1 für den FSV 08 Bissingen © Foto: Jan Simecek
Pforzheim / Jan simecek 03.12.2018

Gut gespielt, aber wieder nicht gewonnen. Es ist derzeit das immer gleiche Leid beim FSV 08 Bissingen. Auch am letzten Spieltag der Fußball-Oberliga vor der der Winterpause kam die Elf vom Bruchwald beim 1. CfR Pforzheim nicht über ein 2:2 hinaus – das vierte Unentschieden in Folge.

Man kann es natürlich positiv sehen. Die Nullachter treffen wieder, nachdem sie bis zum späten Ausgleich in der Vorwoche bei den Stuttgarter Kickers mehr als 270 Minuten torlos geblieben waren. Doch das wäre insgesamt ein wenig zu kurz gedacht. Denn einerseits war der 2:2-Ausgleich ein Eigentor der Pforzheimer und zum anderen ließen der eingewechselte Simon Lindner und Marius Kunde in der zweiten Hälfte Chancen liegen, die eigentlich drin sein müssen. Lindner, gerade eingewechselt, tauchte nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld frei vor Manuel Salz auf. Der CfR-Schlussmann stürzte aus seinem Kasten und hielt Lindners Schuss – mit dem Gesicht. Anschließen musste er einige Minuten behandelt werden, konnte aber weiterspielen.

Handelfmeter übersehen

Tragisch an Kundes vergebener Großchance (83.) war, dass Schiedsrichter David Schmidt nicht gesehen hatte, dass sie mit einem Handspiel vereitelt wurde. „Der Pforzheimer Spieler hat zugegeben, dass es ein Handspiel war“, ärgerte sich Bissingens Trainer Alfonso Garcia. Eventuell hätte Kunde das Zuspiel von Lindner von Grundlinie aber auch einfach besser platzieren können. Dann wären die Nullachter wohl als Sieger vom Platz gegangen.

Denn komischerweise spielten in einer zuvor komplett offenen Partie, ab der Gelb-Roten Karte gegen ihren Verteidiger Maurizio Macorig  (79.), fast nur noch die Gäste. Auch schon zuvor hatte die Garcia-Elf, nach zwei brandgefährlichen Kontern der Gastgeber zu Beginn der zweiten Hälfte, sukzessive das Kommando übernommen und sich das 2:2 redlich verdient. Obwohl es ein Pforzheimer erzielte. Das fand auch CfR-Trainer Gökhan Gökce, auch wenn er die Entstehung mehr als unglücklich fand. In der 54. Minute versuchte Julian Grupp eine brandgefährliche Flanke von Oskar Schmiedel vor Marius Kunde zu klären, bugsierte dabei das Spielgerät aber in die eigenen Maschen.

Unglücklich war das 2:2 aus Pforzheimer Sicht zu diesem Zeitpunkt nicht nur aufgrund seiner Entstehung. Und auch nicht wegen der zuvor vergebenen beiden Konter, bei denen die Gastgeber mehr am schlechten Platz als an so etwas scheiterten. Die Führung hatte sich der CfR vor allem in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit verdient. Immer wieder stellten die Goldstädter mit ihren langen Kerls vorne drin die Bissinger Abwehr mit hohen Bällen, egal ob aus dem Mittelfeld oder von den Flügeln, vor größere Probleme. So fiel auch das 1:0 in der 35. Minute, als die Nullachter eine Flanke von rechts zu kurz abwehrten und Geburtstagskind Johnathan Zinram Goldrichtig stand.

Turbulente letzte Minuten

Bissingen war vor allem über Freistöße gefährlich und antwortet mit einem solchen auch umgehend. Schmiedel schlug den Ball von Links mit Schnitt zum Tor in Richtung langer Pfosten, Anil Sarak ließ das Leder nur noch über den Scheitel rutschen. (37.). Doch da waren eben noch die langen Bälle, die den Gästen so viele Probleme bereiteten. Drei Minuten nach dem Ausgleich schlug Akiyoshi Saito einen solchen auf Stanley Ratifo. Zwei Nullachter standen eigentlich bereit, um den Pforzheimer an jeglicher Aktion zu hindern. Doch beide waren zu zögerlich, Ratifo zog unhaltbar von der Strafraumkante ab.

Noch vor der Pause hätte Schmiedel ausgleichen können. Nach einem schnell ausgeführten Einwurf zwang er den CfR-Schlussmann aus 18 Metern zu einer Glanzparade (45.). Pforzheim hätte aber auch durchaus noch erhöhen können. Sven Burkhardt musste sich quasi mit dem Pausenpfiff bei einem Drehschuss von Tim Oman ganz lang machen, um das 1:3 zu verhindern. So gesehen ist am Ende die Punkteteilung in einem temporeichen Spiel auf nur schwer zu bespielenden Grund absolut gerecht.

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