Eishockey Die Mannschaft der Stunde kommt

Tyler McNeely (links) bedrängt das Tor der Kassel Huskies. An diesem Mittwoch tritt der Steelers-Topscorer zum Scheibenschießen gegen drei weitere Topstürmer der Liga an: Richard Mueller, Andreas Driendl und Lubor Dibelka vom SC Riessersee stehen in der Scorerliste ebenfalls weit vorne.
Tyler McNeely (links) bedrängt das Tor der Kassel Huskies. An diesem Mittwoch tritt der Steelers-Topscorer zum Scheibenschießen gegen drei weitere Topstürmer der Liga an: Richard Mueller, Andreas Driendl und Lubor Dibelka vom SC Riessersee stehen in der Scorerliste ebenfalls weit vorne. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle 03.01.2018

Das neue Jahr beginnt für die Vereine und Profis der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) mit einem Hammerprogramm: Innerhalb von fünf Tagen sind sie dreimal gefordert. Den Bietigheim Steelers stehen dabei zwei Heimspiele hintereinander ins Haus: An diesem Mittwoch (19.30 Uhr) ist der SC Riessersee zu Gast im Ellental. Am Freitag (19.30 Uhr) kommt das Schlusslicht Tölzer Löwen. Und am Sonntag (17 Uhr) bestreitet das Team um Topscorer Tyler McNeely bei den Heilbronner Falken das dritte Derby in der laufenden Hauptrunde. „Garmisch und Heilbronn sind zurzeit die heißesten Teams der Liga. Das sind für uns zwei ganz große Herausforderungen“, sagt SCB-Trainer Kevin Gaudet.

Das Kräftemessen mit dem SC Riessersee ist das Topduell des 32. Spieltags. Die Cracks aus dem Werdenfelser Land haben die vergangenen acht Begegnungen für sich entschieden und so den Ex-Meister Kassel Huskies von Rang drei verdrängt. Zum zweiten Platz, den der Titelverteidiger Löwen Frankfurt belegt, beträgt der Rückstand nur noch drei Zähler. „Die Garmischer haben sich im Vergleich zur Vorsaison am meisten verbessert. Sie gehören zu den Mannschaften, denen ich das Playoff-Finale zutraue“, sagt Gaudet. Vor allem auf die Ausnahmestürmer Richard Mueller, Andreas Driendl und Lubor Dibelka hält der 54-jährige Kanadier große Stücke: „Diese drei Spieler müssten eigentlich in der DEL auflaufen.“

Mueller war es auch, der am Samstag beim 4:3-Heimerfolg über Crimmitschau 26 Sekunden vor der Schlusssirene das entscheidende Tor erzielte. Um ein Haar hätten die Garmisch-Partenkirchener kurz vor dem Jahreswechsel erstmals seit einem Monat wieder eine Niederlage kassiert, denn bis zur 54. Minute lagen die Eispiraten mit 3:1 vorne. Doch mit drei Treffern in der Endphase drehten die Oberbayern die bereits verloren geglaubte Partie noch.

Siegtorschütze Mueller führt aktuell die Scorerliste der DEL 2 mit 50 Punkten (24 Tore, 26 Vorlagen) an. Der 35-jährige Deutsch-Kanadier, der zu dieser Runde aus Frankfurt an die Zugspitze wechselte, ist mit den Eisbären Berlin sogar schon dreimal deutscher Meister (2005, 2006 und 2008) und einmal Pokalsieger (2008) geworden. Sein Mitstreiter Dibelka (34) stand in der Vorsaison mit den Grizzlys Wolfsburg noch im DEL-Finale gegen München. Der gebürtige Tscheche ist in der Scorerliste mit 38 Zählern Elfter.

Noch famoser ist Driendls Ausbeute: Der 31 Jahre alte Schongauer liegt im ligaweiten Ranking mit 43 Punkten als zweitbester SCR- Stürmer auf Platz sechs. Trainiert wird der Traditionsklub seit dieser Saison vom 39-jährigen Finnen Toni Söderholm. Der bisherige Assistenzcoach beerbte im Sommer Tim Regan (jetzt Sportdirektor) an der Bande.

Bietigheimer 4:3 im ersten Duell

Die Steelers und der SC Riessersee sind in dieser Saison erst einmal aufeinandergetroffen: Am 13. Spieltag setzte sich Bietigheim in Garmisch-Partenkirchen knapp mit 4:3 nach Verlängerung durch. Das Siegtor erzielte damals Justin Kelly. „Die Zuschauer erwartet gleich zu Beginn des Jahres eines der besten und für uns auch härtesten Spiele. Sie werden das Duell genießen“, sagt Gaudet.

Ihm stehen bis auf die verletzten Kelly (Knie) und Norman Hauner (Leiste) alle seine Profis zur Verfügung. Dass jene über Weihnachten und Silvester über die Stränge geschlagen haben könnten und darum womöglich mit eingeschränkter Fitness aufs Feld marschieren, befürchtet der Coach gleichwohl nicht: „Die Spieler sind groß genug und wissen, was sie tun. Ich vertraue meiner Mannschaft.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel