Das war nichts: Nach einer weitgehend emotionslosen und enttäuschenden Vorstellung unterlagen die Oberliga-Handballerinnen des TSV Bönnigheim der SG BBM Bietigheim 2 auch in dieser Höhe verdient mit 22:29. Es war, nach drei Siegen zu Beginn der Saison, nun die dritte Niederlage in Folge für den TSV, der in der Tabelle mehr und mehr nach hinten durchgereicht wird. Drittliga-Absteiger SG BBM 2 feierte dagegen nach der Niederlage bei der HSG Strohgäu am dritten Spieltag den dritten Sieg in Folge, den vierten insgesamt.

Anfänglich wirkten die Gastgeberinnen vor allem in der Offensive stellenweise wie eine Anfängertruppe. Nicht nur die Bönnigheimer Zuschauer, auch Trainer Stefan Martin zeigte sich enttäuscht. „Die letzten beiden Niederlagen steckten in den Köpfen der Spielerinnen, denen offensichtlich das Selbstvertrauen gefehlt hat. Vorne haben wir viel zu viele falsche Entscheidungen getroffen, um einem alles andere als übermächtigen Gegner Paroli bieten zu können“, sagte der TSV-Coach. Auch Melanie Finger im Tor des TSV hätte sich an ihrem Geburtstag durch eine bessere Leistung ein schöneres Geschenk gewünscht.

Bönnigheim startet ohne Esprit

Am Anfang präsentierte sich der TSV zerfahren, ohne Esprit und Durchsetzungsvermögen, leistete sich deutlich zu viele Anfängerfehler. Der Drittliga-Absteiger aus Bietigheim hatte zunächst aber sein Visier nicht richtig eingestellt und warf mehrmals freistehend übers Tor. Bezeichnend für die anfänglich miserable Leistung war, dass die Bönnigheimerinnen bis in die 23. Minute hinein lediglich einen kümmerlichen Treffer aus dem Spiel heraus zustande gebracht hatten. Alice Vilara-Heipl hatte das Tor in der 18. Minute zum 4:7 erzielt, nachdem zuvor nur Sandra Graner mit drei Strafwürfen  zum 1:0, 2:4 und 3:6 erfolgreich war.

Aber der TSV war nicht komplett chancenlos, weil die Bietigheimerinnen auch nicht gut waren. Sina Häberles Treffer zum 7:9 (24.) weckte Hoffnungen. Aber es fehlten die Emotionen, die Gastgeberinnen agierten zu verkrampft, zu unsicher. Technische Patzer, leichte Ballverluste und hektisch vergebene Chancen reihten sich weiterhin aneinander. So stand es zur Pause 10:14.

Nach dem Seitenwechsel bauten die mit einer besseren Spielanlage ausgestatteten Gäste ihre Führung, unter anderem durch drei Tore ihrer besten Schützin Alina Kynast, weiter aus. 12:20 stand es nach 39 Minuten, ehe sich die Bönnigheimerinnen auf ihren Kampfgeist besannen und zusehends am Torepolster der SG knabberten. „Da war dann die Einstellung besser“, sagte TSV-Trainer Martin. Mara Hafendörfer sorgte auf der Mittelposition nun auch für einige spielerische Akzente. In der 45. Minute war Bönnigheim nach einem Treffer von Jasmina Welz zum 18:22 wieder einigermaßen in Schlagdistanz.

SG BBM spielt souverän zu Ende

Das Spiel hätte hier allerdings schon deutlich knapper stehen können, beinahe müssen. Aber da waren eben auch gleich vier Fehlwürfe der Gastgeberinnen von Rechtsaußen. Sieben Zeigerumdrehungen vor dem Abpfiff war die Distanz beim Spielstand von 21:25 immer noch gleich. Doch nun ließ sich das vor der Saison stark verjüngte Bietigheimer Team das Heft des Handelns nicht mehr aus der Hand nehmen und gewann souverän mit 29:22..

TSV Bönnigheim: Finger, Altmann; Samer (2), Hafendörfer (2), Hagner, Welz (3), Gröger, Graner (7/5), Hildenbrand (2), Bleier, Meic, Häberlen (3), Vilara-Heipl (3), Kerner (2).

SG BBM Bietigheim 2: Arno; Kynast (11/4), Bertsch (5), Hoefs (4), Jooß (2), Bäuerle (2), Gottschalk (2),Kranich (1), Effinger (1), Salzer (1), Klopfer, Aurenz, Karpf, Hege.